Zwanzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaostage in Hannover

Lutherkirche

Und nun jährt sich die Sache also schon zum zwanzigsten Male – anno 1995 war’s. Im WDR-Stichtag gibt es heute einen anhörbaren Beitrag dazu. Vor knapp zehn Jahren hatte ich in meinem damaligen Forum konjunktiv 2 persönliche Erinnerungen dazu zu Protokoll gegeben und den Text dann hier 2008 aus der Mottenkiste geholt – und hiermit mache ich das nun noch einmal. Um der lieben Authentizität willen habe ich keine Veränderungen am Text vorgenommen, sondern nurmehr zwei kaputte Links entfernt.

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Die wahre Familie

semja

„Nastojaschtschaja Semja“ – „die echte, die wahre Familie“. So lautet seit einigen Tagen das Motto einer Kampagne der russischen De-facto Staatspartei „Einiges Rußland“, mit der man die „traditionellen Familienwerte“ gegen teuflische Einflüsterungen aus dem Westen stärken und verteidigen möchte. Selbstverständlich ist die Aktion auch und vor allem als Gegenbewegung gegen die Bestrebungen zur Gleichstellung der Homoehe in den meisten westlichen Ländern zu verstehen.

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Jan Hus wird zum zweiten Mal verbrannt

hus

Zweieinhalb Stunden lang habe ich ihn ausgehalten, den 2*2=4 Stunden langen tschechischen Historien-Fernsehfilm von Jirí Svoboda (Buch: Eva Kanturková), deutsche Erstausstrahlung am 1. Juli 2015 auf arte. Eigentlich hätte ich mich am liebsten schon nach einer Stunde ausgeklinkt, aber ich wollte doch noch abwarten, ob die für die böhmische Reformation so immens wichtige Frage des Laienkelches, also des Abendmahls in beiderlei Gestalt, überhaupt noch erwähnt wird. Wird sie, aber eben erst nach sage und schreibe zweieinhalb Stunden.

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„ganz viel“ – Der Siegeszug der Atta-Atta-Sprache

Z 025

Nein, einen Radiosender wie NDR Info oder eine Fernsehsendung wie Hallo Niedersachsen (die hiesige vorabendliche Landesschau des NDR-Fernsehens) können Sie nicht einschalten, ohne daß Sie nach spätestens zwei Minuten jemanden „ganz viel“ sagen hören: „Da haben wir ganz viele neue Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen – wir müssen uns nur ganz viel Mühe geben.“ „Es muß endlich mal wieder ganz viel regnen, sagen die Landwirte.“ Die Floskel ist bei Journalisten und Interviewten gleichermaßen beliebt.

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Kolonialismus (und Kopftücher)

nds

Walter van Rossum verbreitet auf den NachDenkSeiten hanebüchenen Unsinn (leider ist dieses ansonsten kaum genug zu preisende Web-Projekt nicht immer ganz frei von derlei):

Und mit ein paar Wikipedia-Studien könnten sogar TTT-Autoren herausbekommen, dass „der“ Islam vor allem in den Ländern mächtig ist, die nach über zweihundert Jahren westlicher Kolonialherrschaft gewissermaßen als politische Missgeburten das Licht der Welt erblickt haben und als Staaten eben deshalb nie funktioniert haben.

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Zehn Jahre nach dem Start von „konjunktiv 2“

k2_retro

Heute vor zehn Jahren, am 17. Januar 2005, ist das Forum konjunktiv 2 (k2) online geschaltet worden. „Zum bösen Anfang denn und zur Erläuterung“ schrieb der Administrator Harki (also ich) als Überschrift des ersten Eintrages an jenem Tag um 21:36. Das Forum konjunktiv 2 hat (mit einer großen Unterbrechung von etwa einem Jahr) bis September 2010 bestanden.

Nie zuvor und seitdem nie wieder habe ich soviel Mühen (und auch Herzblut) in irgendein Hobby gesteckt wie in jenes Forum. Ich möchte hier überhaupt nicht danach fragen, ob sich diese Mühen in irgendeiner Form gelohnt haben, das wäre müßig. Es war eben ein Hobby. Ich möchte nur kurz zurückblicken.

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Licht aus

mond

Also gut, wenn es denn den sächselnden Protofaschisten gelungen ist, einen kleinen Sieg, einen allerersten Anfangserfolg gegen die übermächtige und allgegenwärtige Dauer-Anstrahlerei jedes auch nur halbwegs sehenswerten Gebäudes in wirklich jeder langweiligen Mittelstadt zu erringen, so sei ihnen von Herzen gedankt.

Lutz, bitte noch ’ne Bratwurscht! Und meine Mendy, Jahrgang ’75: Ich liebe Dich! :love:

Seit fünfzehn Jahren bin ich auf dem Weg nach links. Hier, wo ich jetzt stehe, werde ich wohl eine Weile bleiben. Ich hoffe mithin, gegen den Vorwurf, „Kulturkritik“ zu betreiben, halbwegs gewappnet zu sein.

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Flüchtlinge willkommen! Wirklich?

refugees_welcome

Nicht nur Dresden läuft. Auf dem Logo der gegen die Dresdner Ereignisse gerichteten sicher sehr lobenswerten und sehr gutgemeinten Kampagne laufen auch die Flüchtlinge. (Die ein bißchen aussehen wie die alten grünen DDR-Ampelmännchen.) Es steht zu hoffen, daß sie besser laufen können als der Slogan, den man um sie herum drapiert hat: „Refugees welcome“. Denn dieser Slogan hinkt auf beiden Beinen.

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Dresden bleibt Dresden, wie es singt und läuft

semperoper

Dresden singt. Zwar erst seit gestern und auch nur etwas holprig und dürr die erste Strophe von „Alle Jahre wieder“, den Text vom Blatt im Großdruck abgelesen. Aber Dresden singt. Nur Dresden singt. Und Dresden läuft. Seit zehn Wochen schon, und bis jetzt laufen immer mehr Dresdner mit. (Nächsten Montag will man nicht laufen, denn dann kämen der Feiertage wegen zum erstenmal nicht noch mehr Leute, und das wäre ja peinlich.) Vor allem aber: nur Dresden läuft.

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Chanukka

chanukka

Heute (17. Dezember) ist der erste Tag des achttägigen jüdischen Lichterfestes, also der erste Tag von Chanukka. Wie immer bei jüdischen Feiertagen ist das Datum ein bißchen verwirrend: Diese Feiertage fangen immer schon bei Sonnenuntergang des Vorabends an – wie eben jeder jüdische Tag bei Sonnenuntergang des Vorabends beginnt und bei Sonnenuntergang endet. Dieser kleine Artikel wäre also eigentlich besser gestern abend erschienen – nach jüdischer Rechnung ist jetzt (22:30) schon der zweite Tag Chanukka.

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„Die Leute vom Damme“ 1 – Engelbosteler Damm Nr. 45

Brawand - Leute - 1

Es stimmte also:

[Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Häuser am Engelbosteler Damm umnumeriert worden, so daß das Gebäude Nummer 119 jetzt die Nummer 45 hat. In dem nach der Brandnacht im Jahre 1945 wieder bewohnbar gemachten Haus existiert im Erdgeschoß noch das Zweiradgeschäft Fleischmann, von dem Sohn weitergeführt, und in den Räumen der früheren Bäckerei Seelemeier ist eine Gastwirtschaft eingerichtet worden]

S. 24

Brawand hat in dem Haus gewohnt, in dem auch heute noch mein Fahrradhändler Fleischmann sitzt. In Nr. 47 rechts daneben sitzt dann heute mein Zahnarzt. Aus beiden Häusern guckt man nach hinten auf den Schulhof der Lutherschule, auf der ich Anno 87 mein Abi gemacht habe.

Heimat! :-)