„ganz viel“ – Der Siegeszug der Atta-Atta-Sprache

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Nein, einen Radiosender wie NDR Info oder eine Fernsehsendung wie Hallo Niedersachsen (die hiesige vorabendliche Landesschau des NDR-Fernsehens) können Sie nicht einschalten, ohne daß Sie nach spätestens zwei Minuten jemanden „ganz viel“ sagen hören: „Da haben wir ganz viele neue Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen – wir müssen uns nur ganz viel Mühe geben.“ „Es muß endlich mal wieder ganz viel regnen, sagen die Landwirte.“ Die Floskel ist bei Journalisten und Interviewten gleichermaßen beliebt.

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Kolonialismus (und Kopftücher)

nds

Walter van Rossum verbreitet auf den NachDenkSeiten hanebüchenen Unsinn (leider ist dieses ansonsten kaum genug zu preisende Web-Projekt nicht immer ganz frei von derlei):

Und mit ein paar Wikipedia-Studien könnten sogar TTT-Autoren herausbekommen, dass „der“ Islam vor allem in den Ländern mächtig ist, die nach über zweihundert Jahren westlicher Kolonialherrschaft gewissermaßen als politische Missgeburten das Licht der Welt erblickt haben und als Staaten eben deshalb nie funktioniert haben.

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Zehn Jahre nach dem Start von „konjunktiv 2“

k2_retro

Heute vor zehn Jahren, am 17. Januar 2005, ist das Forum konjunktiv 2 (k2) online geschaltet worden. „Zum bösen Anfang denn und zur Erläuterung“ schrieb der Administrator Harki (also ich) als Überschrift des ersten Eintrages an jenem Tag um 21:36. Das Forum konjunktiv 2 hat (mit einer großen Unterbrechung von etwa einem Jahr) bis September 2010 bestanden.

Nie zuvor und seitdem nie wieder habe ich soviel Mühen (und auch Herzblut) in irgendein Hobby gesteckt wie in jenes Forum. Ich möchte hier überhaupt nicht danach fragen, ob sich diese Mühen in irgendeiner Form gelohnt haben, das wäre müßig. Es war eben ein Hobby. Ich möchte nur kurz zurückblicken.

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Licht aus

mond

Also gut, wenn es denn den sächselnden Protofaschisten gelungen ist, einen kleinen Sieg, einen allerersten Anfangserfolg gegen die übermächtige und allgegenwärtige Dauer-Anstrahlerei jedes auch nur halbwegs sehenswerten Gebäudes in wirklich jeder langweiligen Mittelstadt zu erringen, so sei ihnen von Herzen gedankt.

Lutz, bitte noch ’ne Bratwurscht! Und meine Mendy, Jahrgang ’75: Ich liebe Dich! :love:

Seit fünfzehn Jahren bin ich auf dem Weg nach links. Hier, wo ich jetzt stehe, werde ich wohl eine Weile bleiben. Ich hoffe mithin, gegen den Vorwurf, „Kulturkritik“ zu betreiben, halbwegs gewappnet zu sein.

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Flüchtlinge willkommen! Wirklich?

refugees_welcome

Nicht nur Dresden läuft. Auf dem Logo der gegen die Dresdner Ereignisse gerichteten sicher sehr lobenswerten und sehr gutgemeinten Kampagne laufen auch die Flüchtlinge. (Die ein bißchen aussehen wie die alten grünen DDR-Ampelmännchen.) Es steht zu hoffen, daß sie besser laufen können als der Slogan, den man um sie herum drapiert hat: „Refugees welcome“. Denn dieser Slogan hinkt auf beiden Beinen.

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Dresden bleibt Dresden, wie es singt und läuft

semperoper

Dresden singt. Zwar erst seit gestern und auch nur etwas holprig und dürr die erste Strophe von „Alle Jahre wieder“, den Text vom Blatt im Großdruck abgelesen. Aber Dresden singt. Nur Dresden singt. Und Dresden läuft. Seit zehn Wochen schon, und bis jetzt laufen immer mehr Dresdner mit. (Nächsten Montag will man nicht laufen, denn dann kämen der Feiertage wegen zum erstenmal nicht noch mehr Leute, und das wäre ja peinlich.) Vor allem aber: nur Dresden läuft.

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Chanukka

chanukka

Heute (17. Dezember) ist der erste Tag des achttägigen jüdischen Lichterfestes, also der erste Tag von Chanukka. Wie immer bei jüdischen Feiertagen ist das Datum ein bißchen verwirrend: Diese Feiertage fangen immer schon bei Sonnenuntergang des Vorabends an – wie eben jeder jüdische Tag bei Sonnenuntergang des Vorabends beginnt und bei Sonnenuntergang endet. Dieser kleine Artikel wäre also eigentlich besser gestern abend erschienen – nach jüdischer Rechnung ist jetzt (22:30) schon der zweite Tag Chanukka.

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„Die Leute vom Damme“ 1 – Engelbosteler Damm Nr. 45

Brawand - Leute - 1

Es stimmte also:

[Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Häuser am Engelbosteler Damm umnumeriert worden, so daß das Gebäude Nummer 119 jetzt die Nummer 45 hat. In dem nach der Brandnacht im Jahre 1945 wieder bewohnbar gemachten Haus existiert im Erdgeschoß noch das Zweiradgeschäft Fleischmann, von dem Sohn weitergeführt, und in den Räumen der früheren Bäckerei Seelemeier ist eine Gastwirtschaft eingerichtet worden]

S. 24

Brawand hat in dem Haus gewohnt, in dem auch heute noch mein Fahrradhändler Fleischmann sitzt. In Nr. 47 rechts daneben sitzt dann heute mein Zahnarzt. Aus beiden Häusern guckt man nach hinten auf den Schulhof der Lutherschule, auf der ich Anno 87 mein Abi gemacht habe.

Heimat! :-)

Was bei Tumblr fehlt

g3

Daß ich das „Soziale Netzwerk“ Tumblr mehr mag als alle anderen Sozialen Netzwerke, habe ich zu verschiedenen Gelegenheiten schon zur Kenntnis der interessierten Öffentlichkeit gegeben. Es sei hier zusammengefaßt. Mir gefallen unter anderem:
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Ganze Männer

Honoré Daumier: Don Quijote - ca. 1868

Hier möchte ich zwei Zitate hintereinander stellen, die hintereinander zu stellen manchen überraschen mag, die mir aber erstaunlich gut zusammenzupassen scheinen – Hervorhebungen in halbfett jeweils von mir. Das erste stammt aus Albrecht Müllers vor einem Jahr erschienenen Buch „Brandt aktuell“, und zwar handelt es sich um die bewegenden letzten Absätze des Werkes, ich hatte sie hier schon einmal zitiert:

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Bürgerliche Tapferkeitsmedaille – ein Vorschlag

Sonnenblume_Schwarz-Rot-Gold

Die tapfere deutschtürkische Studentin, die in Offenbach totgeschlagen worden ist, hätte eine respektablere Auszeichnung verdient als das elende Bundesverdienstkreuz. Daß ich den Fall Tugce A. nur anhand dessen zu beurteilen vermag, was in den Medien zu lesen ist, brauche ich kaum zu betonen – wir alle müssen aber zumindest bis auf weiteres davon ausgehen, daß sie eine junge Frau war, die ihren uneigennützigen Mut mit dem Leben bezahlt hat. Jeder mag sich fragen, ob er selbst diesen Mut gehabt hätte.

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