schriftzugover
 

Ausland, Geschichte, Technik
, , ,

Warum kennt niemand das Gesicht von Neil Armstrong?

armstrongDas frage ich ich gerade (einmal wieder) angesichts des heranrollenden 40. Jubiläums… Es gibt diese offiziellen Bilder von der NASA aus der Zeit der Mission, aber man kennt das Gesicht irgendwie nicht. Das von Gagarin kennt jeder, das von John Glenn kennen die meisten, aber nicht das von Armstrong. Er ist eben keine Ikone. Warum eigentlich nicht?

Ich meine, jeder kennt den Namen. Amstrong ist der Weltraumfahrer Nr. 1. Joachim Fernau hat ihm im berühmten Schlußkapitel seines unsäglichen Amerikabandes „Hallelujah“ ein deutschnationales Schandmal gesetzt: „Haben Sie Blumen, Mr. Neil Armstrong?“ (Aus dem Gedächtnis… Ja, ich habe das als rechter Teen und Twen auch x-mal gelesen, aber man wird eben doch noch mal erwachsen und findet das rührselig-selbstmitleidige Jammerelsen-Gehaspel von Fernau dann doch eher peinlich.)

Nur wie gesagt: Ein Gesicht hat Neil Armstrong nicht. Hat er sich einfach sehr gut zu schützen verstanden? Oder sieht er sooo uninteressant aus? Oder was?

5 Kommentare

  1. beingmenow

    Dazu gab es in den letzten Tagen einige interessante Berichterstattungen, sowohl im TV als auch in den Print- und Online-Medien. Vermutlich lassen sich derart im wahrsten Sinnde außerirdische Erfahrungen nicht mit dem Hier und Jetzt vereinbaren. Tragisch und schade. Hier nur ein Beispiel: http://www.rp-online.de/public/article/wissen/mondlandung/733725/Was-aus-den-Apollo-Astronauten-wurde.html

  2. Ah, vielen Dank, beingmenow… Interessanter Hinweis! (Der mich einmal mehr belehrt, daß es sinnvoll sein könnte, mal kurz zu recherchieren, bevor ich meine Trivialitäten vom Stapel lasse. ;-) )

    Der Astronaut reagierte darauf mit totalem Rückzug. Bis heute gibt er keine Autogramme, während Aldrin seine für bis zu 250 Dollar verkauft.

    Armstrong bleibt wortkarg

    Auch bei den wenigen öffentlichen Auftritten ist der heute 78 Jahre alte Armstrong wortkarg. Journalisten zwingt er, einen Knebelvertrag zu unterschreiben, so dass sie weder Bilder noch Zitate verbreiten können. Auch das festigt seinen Sonderplatz in der Mythologie des 20. Jahrhunderts.

    Man kann sich dem also anscheinend ein der Tat auch entziehen…

  3. Diese „Trivialitäten“ nenne ich Denkanstöße und danke Dir dafür! :d:

  4. Snaporaz

    Das ist faszinierend, wegen all dem Allzu-Menschlichen, das da mitspielt. Da fliegt man als erste Menschen auf den Mond, und nimmt seine ganze erdenflöhische Kleinlichkeit mit…

    Aldrin mutierte zu einem der unglücklichsten von insgesamt zwölf Mondbesuchern. Er litt an Depressionen, begann zu trinken und verließ seine Familie für eine Affäre. Auch sein Neid auf Armstrong, der 20 Minuten früher den Mond betreten durfte, blieb als chronisches Gefühl zurück.

    Noch Jahre später ärgerte er sich über die Niederlage mehr, als dass er sich freuen konnte, der zweite Mensch auf dem Mond zu sein.

  5. Rakir

    Wer Italienisch liest, findet vielleicht im folgenden Interview mögliche Erklärungen: http://www.oriana-fallaci.com/armstrong/intervista.html .

Antworten

rss Kommentare als RSS-Feed