In den letzten vier Tagen waren hier „rechts oben“ vier Fotos von B.C. Richter zu sehen. Ich danke der Fotografin sehr für die Erlaubnis, sie verwenden zu dürfen. Es hat sich um vier bis jetzt titellose Bilder aus der Serie „Normannenstraße“ gehandelt – die Fotos wurden in Berlin auf dem Gelände des ehemaligen „Ministeriums für Staatssicherheit“ der DDR oder in dessen Nähe gemacht.
Meine Auswahl war ganz subjektiv und sozusagen farbemotional. Und zwar so. Als ich das erste Foto im Flickr-Stream gesehen hatte, war ich (natürlich) sofort an der Farbkombination Sand-Blau hängengeblieben. Ich sah mein absichtlich auf licht und sommerlich getrimmtes Farbschema mit einem Male in einem bedrohlichen Zusammenhang verwendet, gleichsam in eine unheimliche Nachbarschaft gerückt.
Zunächst noch als Spiegelung und von ferne, dann aber immer näher an die Objekte heranrückend und sich gleichzeitig grosso modo immer mehr verfinsternd. Ich habe hier Unheimlichkeit, ein mähliches, aber unaufhaltsames Hinübergleiten ins Albtraumhafte empfunden. Es tat sich ein Karton gefährlichen Inhalts auf, der auch, wenn er geschlossen geblieben wäre, da gewesen wäre.
Eine Vorprägung der Empfänglichkeit ist hier keineswegs auszuschließen; als Kind bin ich viel auf Schrottplätzen herumgezogen, als junger Mann mochte ich sonntagnachmittagliche Spaziergänge in verlassenen Industriegebieten. Daß ich Tarkowskis „Stalker“ sehr mag, hatte ich ja schon öfter erwähnt.
Zusatz: Ich vergaß anzumerken, daß ich den Gegensatz „Schöner Name vs. Ort des Schreckens“ bei der „Normannenstraße“ noch stärker empfinde als angesichts der „Prinz-Albrecht-Straße“. „Normannen“, daß löst halt ein bißchen Kleine-Jungs-Romantik aus, es läßt an die Normandie und an 1066 denken. Auch an Sizilien. Aber nein.


Sehr schoene Fotos! Die Thematik schliesst das ja nicht aus.