Diese Erklärungen hatte ich schon mehrmals im Twitter angekündigt – hier sollen sie nun folgen, ich will versuchen, sie kurz zu halten und die langweiligen Grundsätzlichkeiten auf ein Mindestmaß zu beschränken.
Vorwegschicken muß ich, daß ich auf einigen Gebieten, auch auf einigen mir sehr wichtigen Gebieten, Positionen vertrete, die nur von einer vernachlässigbaren Minderheit der Deutschen geteilt werden – näheres hier.
Im Gegensatz etwas zu den Rechten bin ich mir darüber im Klaren und verstecke mich nicht hinter herbeifabulierten „schweigenden Mehrheiten“, die es nicht gibt, hinter Medienverschwörungen oder hinter dem angeblich überwältigenden Einfluß „der 68er“. Was ich will, ist mit und von keiner Partei zu haben, weil es von zu wenigen Leuten gewollt wird, ganz einfach.
Dennoch ist mir die FDP mittlerweile von allen Parteien die Nächste; die Schnittmenge ist die größte. Ich bin wohl so etwas wie ein postnationaler Nationalliberaler. (Wobei ich aber auch nicht mit den von Bismarck korrumpierten Nationalliberalen der Kaiserzeit in Zusammenhang gebracht werden möchte, eher schon mit der Radikalen Partei der Dritten französischen Republik Frankreichs.) Die individuellen Freiheiten sind mir in jeder Hinsicht immens wichtig. Siehe zu Details bitte wiederum den schon verlinkten Artikel.
Von Wirtschaft verstehe ich nichts, ich meine aber, daß die FDP etwas davon versteht. Sollen sie also mal machen, das Themengebiet interessiert mich nicht so sehr. Ich bin kein „Neoliberaler“ und kein Privatisierungs-Apostel – aber in dieser Hinsicht besteht für Deutschland auch weiß Gott keine Gefahr.
Große Gefahr droht hingegen von den Rattenfänger von den Linken.
Rechtsparteien sind ein Ossi-Problem.
Das Großthema der Piratenpartei ist mir sehr wichtig. Es ist mir aber auch nicht das einzig wichtige. Und ich habe Bedenken, einen Haufen von unberechenbaren Nerds zu wählen. Diese Nerds nun würden zu Nicht-IT-Themen vermutlich im wesentlichen wie die Grünen abstimmen. Dann könnte ich aber auch gleich die Profis wählen.
Aber die Grünen könnte ich niemals wählen! Ich kann keine grundsätzlich pazifistische Partei wählen, die auch noch gegen Kernenergie ist. Ich bin mit Verve für die Kernenergie und bin ganz und gar kein Pazifist. Und ich hasse verabscheue die Wind- und die Öko-Mafia-Lobby von Herzen. Ich bin kein Klima-Krampfer. Katastrophen-Prophezeiungen treffen nie ein.
Wichtig ist mir auch folgendes: Ich erinnere mich noch ganz gut an den Mehrwertsteuer-Kompromiß nach der Wahl 2005: „Der Kompromiß aus 0 % und 2 % ist 3 %.“ Schon deshalb (wenn alles andere nicht wäre), würde ich diesmal auf keinen Fall CDU oder SPD wählen.
Auch an die Elefantenrunde im November 2005 erinnere ich mich: Der durchdrehende, gedopt wirkende Schröder, der eine Ampelkoalition herbeifabuliert. Und dagegen Westerwelle mit knappem, eckigen Lächeln: „Vergessen Sie’s! :-)“ Das fand ich damals richtig Klasse; er hat Wort gehalten, und auch daher werde ich seine Partei diesmal wählen.
Die größte Kröte, die ich dabei zu schlucken habe, heißt Angela Merkel. Ein Stimme für die FDP ist auch eine Stimme für diese von mir zutiefst verabscheute Person. Deshalb habe ich 2005 die nicht FDP gewählt. In den vier Jahren seitdem habe ich aber lernen müssen, daß eine sozialdemokratisierte CDU mit einem liberalen Korrektiv einer sozialdemokratisierten CDU mit einem sozialdemokratischen Nicht-Korrektiv wahrscheinlich vorzuziehen ist.
Bildquelle: eleflar, CC
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Perlentaucher
Sehr, sehr guter Artikel! Zwar nicht meiner Meinung, aber dennoch äußerst gut vertretener Standpunkt wenn ich das mal so sagen darf :D