So, jetzt möchte ich doch noch etwas dazu sagen. Netzpolitik.org hat sie heute nachmittag aus seiner ganz speziellen Perspektive zusammengefaßt: „Junge Freiheit mahnt Blog ab“.
Stammgästen dieses Blogs wird klar sein, daß der zuerst von Marc Seibert von linkeblogs.de erhobene Vorwurf, die Junge Freiheit (JF) sei eine „NPD-Postille“, lächerlich ist. Mehr noch, er ist naiv und zeugt von vollkommener Unkenntnis der rechten Szene.
Die JF definiert sich gerade mal, wenn überhaupt, als „konservativ“, lehnt auch die Bezeichnungen „rechts“ und „neurechts“ für sich ab. Es sind Zusammenarbeiten aufgekündigt worden, weil da jemand (Andreas Mölzer) mit der NPD zusammenarbeiten wollte. Inwiefern es da „geistige Verwandtschaften“, Unterströmungen, die berühmten „Scharniere“ ect. gibt, ist eine ganz andere Frage – jedenfalls ist die JF keine „NPD-Postille“. Rubbish.
Bon, das schreibt aber Seibert, jemand, der für Die Linke arbeitet. Ein privater Blogger (Womblog) kupfert es ab, urheberrechtlich legal, insofern der Text unter CC-Lizenz steht. Und dieser Blogger nun bekommt eine Abmahnung von der JF, nicht aber linkeblogs.de. Seibert äußert nun den Verdacht, die JF picke sich mit Absicht die schwächeren Gegner, also die privaten Blogger, heraus:
Alles in allem wundere ich mich nicht mehr, warum die JF zwar irgendwelche Privatpersonen abmahnt, bei mir persönlich als Autor des Textes ein solches Schreiben bislang noch niht eingegangen ist. Vielleicht findet man, dass der rechtsweg gegen jemanden, der Untertstützung durch ein Justiziariat bekommen kann, wenig erklecklich. Dennoch schalte ich Juristen ein, damit diejenigen, die den Text verbreitet haben, nicht alleine stehen.
Also, JF: Wenn Ihr Eier habt, erwarte ich Eure Post.
Hm. Bei allen Respekt für Seibert (!) dafür, daß er die Leute die ihn zitieren, nicht im Regen stehen lassen will:
Mir scheint der Erklärungsansatz von netzpolitik.org bis auf weiteres plausibel: Die JF hat sich selbst via Google-News-Suche bei Womblog gefunden und hat gar nicht verstanden, von wem der Text ursprünglich und eigentlich ist. Eine Vermutung, sicher. Daß laut netzpolitik.org keine konkreten Kosten genannt werden, spräche dafür – dafür also, daß hier nicht per Rechtsabteilung die „Blogosphäre“ mundtot gemacht werden soll, sondern daß die JF einfach was nicht gerafft hat.
Nun, die JF hat sich im Wahlkampf als Verteidigerin der Freiheit des Netzes zu präsentieren versucht – Abmahnungen an Blogger kommen dann freilich besonders gut an. Schauen wir mal, was Google demnächst so ausspuckt, wenn man nach „Junge Freiheit“ sucht. Seiberts Artikel steht seit heute nachmittag schon nicht so schlecht. ;)
Ergänzung 2.10.09, 13:20
Die taz berichtet nun über die Angelegenheit: „Abmahn-Wahn: ‚Junge Freiheit‘ mahnt ‚Womblog‘ ab“.
Ergänzung 2.10.09, 17:42
SpiegelOnline nun dazu in seinem Netzweltticker.
DLF: Polanski, das Politikum auf europäischer Bühne
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Perlentaucher
[…] “…nun, die JF hat sich im Wahlkampf als Verteidigerin der Freiheit des Netzes zu präsentieren versucht – Abmahnungen an Blogger kommen dann freilich besonders gut an. Schauen wir mal, was Google demnächst so ausspuckt, wenn man nach „Junge Freiheit“ sucht. Seiberts Artikel steht seit heute nachmittag schon nicht so schlecht…” (amyklai.net) […]