„Satisfaktion“, WDR, 2007, Frank Thiel (Axel Prahl), Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Studentenverbindungen
Preisfrage: Wer kann mir eine Rezension eines Thiel-Boerne-Tatorts zeigen, in der das Verb „nerven“ oder eine Ableitung davon nicht vorkommt?
Nun, die Kabbeleien zwischen den beiden fand ich diesmal deutlich wenig nervtötend als beim letzten Mal, auch die Gags waren nicht ganz so schlimm, wenn man von einigen ganz furchtbaren Ausreißern nach unten („Sein oder nicht sein“ mit dem Totenschädel in der Hand, das mit dem Vormärz = Februar) absieht.
Auch die schaupielerische Leistung von Liefers war ziemlich beachtlich, meine ich, obwohl ich den Typen nun wirklich ganz herzlich nicht ausstehen kann – z.B. in dieser Agatha-Christie-(Vor)-Schlußversammlung im Corps-Haus. Furchtbar ist aber weiterhin das permanente Meckern und Brummeln Thiels, in dieser Folge namentlich das unausgesetzte Wittern von „Seilschaften“ und „Amigos“ unter den Burschis. Man hat den Eindruck, daß hier ein exzellenter und charismatischer Schauspieler wie Axel Prahl geradezu verheizt wird.
Dafür, daß das vom WDR kam, hielt sich die obrigkeitliche Didaktik zum Rahmenthema – also die Schmähung der Corpstudenten – in erträglichen Grenzen. Die makabre Präsentation der Knochen schien mir jenseits des in einem Tatort Akzeptablen. Der Plott und die Auflösung waren mindestens mau.
Also: Es war nicht ganz daneben, aber ich mag das irgendwie nicht mehr sehen.



Jour gris


Noch dazu…