Geschichte
, , , ,

Der tolle Christian

China und der Kaukasus sind ein bißchen fad zum Einstieg ins Wochenende, daher wenden wir uns jetzt der Niedersächsischen Landesgeschichte zu. Reden wir von Herzog Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (1599-1626), auch bekannt als der „tolle Christian“ oder der „tolle Halberstädter“.

Wo’s langgeht, zeigt dem geneigten Leser Wikipedia.

Bemerkenswert, was für verschnarchte Orte damals Kriegsschauplatz und Kriegsbeute sind – das deutsche Urtrauma halt, der Dreißigjährige Krieg. „Mögest Du in interessanten Zeiten leben!“, so angeblich eine chinesische (gna, doch wieder China!) Verwünschungsformel.

Ausgesprochen sympathischer Zug, aus Verehrung für eine Frau Krieg zu führen – „Pour Dieu et pour Elle“ –, zumal sie auch wirklich hübsch gewesen zu sein scheint. (Im Gegensatz zu ihm, würde ich sagen.) Auch, daß er sich dabei nicht gerade mit Ruhm bekleckert, paßt hier. Es kommt eben manchmal in stilistischer Hinsicht gerade auf das Krawallschlagen an.

So so, den Schrein des „Heiligen Liborius“ in Paderborn läßt er einschmelzen, „Christianstaler“ daraus schlagen, auf den Talern die Umschrift: „Gottes Freund – der Pfaffen Feind“. Find ich gut.

Lerne beten Kind
Und falten fromm die Händ‘,
Damit Gott den tollen
Christian von uns wend‘.

2 Kommentare

  1. Lysarion

    Auch wenn Ricarda Huch über ihn sagt „Der tolle Christian, der nun wirklich nicht ganz klar im Kopf war“, er ist eine der interessantesten deutschen Gestalten des Dreißigjährigen Krieges. Danke fürs Erinnern!

Antworten

:-) :-( ;-) :-D :übel: more »

rss Kommentare zu diesem Artikel als RSS-Feed