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Grün und gold

In der NZZ ein sehr schöner, kenntnisreicher (sofern ich das beurteilen) und differenzierender Artikel von Klaus Kreiser über die Praxis der türkischen Obrigkeit, historische (griechische, kurdische, armenische etc.) Ortsnamen durch „echt-türkische“ zu ersetzten: „Die Herren der Namen verlieren die Kontrolle“. Neu war mir, daß man damit im großen Stil erst lange nach dem 2. Weltkrieg angefangen hat. Daraus:

Die neuen Ortsnamen zeichnen sich wie viele türkische Familiennamen durch phantasielose Gleichförmigkeit aus, auch wenn die Kommission glaubte, mit unterscheidenden Zusätzen wie «Grün-» oder «Gold-» das Lebensgefühl der Bewohner zu heben.

Es ist nicht ohne Ironie, dass der uralte griechische Name «Anatolien», der sich bis ins 20. Jahrhundert auf den westlichen Teil der kleinasiatischen Halbinsel beschränkte, erst auf Beschluss des Türkischen Geografenkongresses von 1941 auf die östlichen Provinzen ausgedehnt wurde, die man bisher als Armenien, Kurdistan oder Obermesopotamien kannte. Inzwischen wird «Anadolu» fast gleichbedeutend mit «Türkei» verwendet.

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