Vor 70 Jahren hat der Winterkrieg begonnen – ein für das angreifende Sowjetrußland außerordentlich blamabel verlaufender Feldzug, für das sich tapfer verteidigende kleine Finnland hingegen ein Ruhmesblatt seiner Geschichte und bis heute ein konstituierendes Element des Nationalbewußtseins. In der Welt aus diesem Anlaß ein sehr schöner Artikel von Jenni Roth: „Der weiße Krieg“.
Daraus zwei Absätze darüber, wie die bis heute beliebten Molotow-Cocktails zu ihrem Namen gekommen sind:
Und die Finnen besannen sich auf ein einfaches Mittel gegen den schlecht geführten Feind: Flasche, Benzin und Zündschnur wurden zur wirksamen Waffe gegen Panzer. Brandsätze kennt die Militärgeschichte seit Jahrtausenden. Doch im Winterkrieg bekamen sie erst einen Namen. Während die Sowjets das Land bombardierten, behauptete ihr Außenminister Molotow wiederholt, dass die Flieger lediglich Nahrungsmittel und Brot für die hungernde Bevölkerung abwürfen.
Die Finnen nannten sie „Molotows Brotkörbe“ und erfanden das passende „Getränk“ dazu, das sie schon bald industriell fertigen ließen: Die staatseigene Firma Oy Alkoholiliike Ab, die heute als Alko weiterexistiert, schickte die Cocktails samt Streichhölzern paketweise an die Front, 450 000 Stück insgesamt. Heute kennt jeder sie als Molotow-Cocktail.

