Der Abendschlaf, der eine Stunde bis acht hätte dauern sollen, verlängert sich um eine weitere Stunde. Der Radiowecker läßt auf Deutschlandradio ein altes Konzert (Isle of Wight 1971) von Leonard Cohen hören. Ein Such-Albtraum vermischt sich mit den Songs. Ob sie sich wirklich Suchalbtraum nennt, diese Art von Albträumen, bei denen man dringend irgendwohin muß, es aber nicht finden kann oder sich gar nicht mehr richtig bewegen kann?
Ich habe die Haupthalle des Bahnhofs der Stadt Chicago gesucht. Ich war auf der Heimreise. Während ich durch die Gänge gelaufen bin, teils auch vor dem Bahnhof gesucht habe, um mindestens den Haupteingang zu finden, ist er immer kleiner geworden. Zum Schluß sah er aus wie ein norddeutscher Kleinstadtbahnhof. Ich meine, mich an eine Viehrampe zu erinnern. Außerdem verfällt der Bahnhof zusehens.
Kurz vor Ende der Quest frage ich draußen ein Wesen, das ich zunächst für einen Schwarzen halte, nach dem Weg. Als ich näher trete, sehe ich, daß es sich um ein nacktes, menschenartiges Mischwesen mit gelber Haut und dünner, schwarzer Behaarung handelt. Ein Lemurengesicht, mit klugen, nicht unfreundlichen Katzenaugen. Er weist mir den Weg, aber das hilf mir nicht weiter.
Und zu dem liefert Cohen ungeniert die Hintergrundmusik. Ich bin mir sicher, auch „Lover lover lover come back to me“ gehört zu haben. Allein: Laut der Liste der Songs (sie wird nach meinem gnädigen Erwachen vom Sprecher verlesen), hat er das da gar nicht gesungen…
Bildquelle: Emre Ergin, CC
Fröhliche Weihnachten
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