So nennen die Türken das, anderswo heißt es anders. Ich mach mir das recht oft, es geht so: Gemüse (Tomaten, Paprika, Zucchinis, Auberginen… – was halt gerade im Haus ist) grob hacken, in Pott oder Pfanne bei mittlerer Hitze in Öl vor sich hinschmoren lassen, dazu Salz und irgendwelche Gewürze, die gerade zur Hand sind.

Majoran, Rosmarin oder Thymian gehen, auch Worcester-Soße oder Fischsauce, wenn man gegen letztere keine Grundaversion hat. Oder Tomatenmark. Geschmacksverstärker schadet nie.

Nach ein, zwei Zigarettenlängen ist ein Gutteil der Flüssigkeit verdampft. Dann zwei Eier drüberschlagen, Deckel drauf, Hitze runter. Nach so drei Minuten sind die Eier gestockt und die Sache ist fertig.

Geht sehr schnell, enthält Eiweiß, ist billig, wird man nicht so schnell über. Macht satt, ohne schwer im Bauch zu liegen.

Bildquelle: Marco Veringa, CC

6 Kommentare zu „Menemen“

  1. Klingt gut! Muss ich mal ausprobieren, das ist genau nach meinem Geschmack.

    Statt Majoran würde ich Oregano nehmen, statt Fischsauce evtl. Sardellenpaste. Kreuzkümmel (Cumin) müsste sich auch noch gut drin machen.

  2. Danke sehr für diesen Kommentar – die Anregung, mal so ein Schraddel-Rezept zu schreiben, hatte ich in der Tat aus Deinem Blog. :-)

    Statt Majoran würde ich Oregano nehmen, statt Fischsauce evtl. Sardellenpaste. Kreuzkümmel (Cumin) müsste sich auch noch gut drin machen.

    Der Oregano ist in meinem Küchenregal unter einem Müllhaufen verschwunden, daher hatte ich immer Majoran genommen!

    Ja, das mit der Sardellenpaste ist eine gute Idee. (Der Kniff ist ja der gleiche, daß also dieses Aroma von vergammeltem Fisch vegerarische Sachen „voller“ macht, aber diese Fischsoße ist schon penetranter, man muß echt vorsichtig dosieren…)

    Kreuzkümmel faände ich vielleicht ein bißchen kraß dafür… Und er gehört auch dermaßen zu Knoblauch… Und in verspäteter Abgrenzung zu Studentenunsitten und -nervereien nehme ich kaum noch Knoblauch. (Außerdem nervt mich, daß er immer nur in 4er-Knollen-Rollen verkauft wird, von denen dann drei garantiert irgendwann verschrumpelt in den Müll wandern…) V.a.: Das wäre eher was zu Fleisch, oder? Na, ungenießbar würd’s dadurch sicher nicht…

  3. Hihi… ja, ich schreib gern mal so, was ich auf die Schnelle gekocht hab oder öfter koche. Ich lese das auch gern von anderen.

    Alles Geschmackssache. Ich mag Majoran nicht, daher hab ich gar keinen vorrätig.

    Sardellenpaste kenn ich halt seit meiner Kindheit. Kreuzkümmel nicht… der gehört für mich zu Chili wie auch zu türkischen Speisen, aber du hast recht, am besten macht er sich wohl in Knoblauch-Begleitung. Ah, übrigens auch wunderbar kompatibel mit Linsen!

    Die harte Tour, Knoblauch zu genießen, ist, ihn in Scheibchen zu schneiden und aufs Butterbrot zu legen. Kein Scherz! Gut gegen Erkältung. Küssen sollte man danach freilich eine Weile besser niemanden … :D

  4. Ich mag Majoran nicht, daher hab ich gar keinen vorrätig.

    Hmm, Majoran und Oregano gehen aber nicht nur akustisch-etymologisch ineinander über…

    Sardellenpaste kenn ich halt seit meiner Kindheit.

    Nee, ich nicht! War bei uns vollkommen unbekannt!

    Die harte Tour, Knoblauch zu genießen, ist, ihn in Scheibchen zu schneiden und aufs Butterbrot zu legen. Kein Scherz! Gut gegen Erkältung. Küssen sollte man danach freilich eine Weile besser niemanden … :D

    Die harte Tour habe ich da in Südrußland kennengelernt: Rohe, frische Knoblauchzehen nagen, die man in grobes Salz dippt. „Einmal in der Woche muß man Knoblauch essen!“ Und danach dann in der Regel Wodka, Küsse aber nur als Bruderküsse unter Männern. ;)

    Und probier das mit diesem Schmor-Gemüse echt mal aus: ist eben echt einfach, schnell, endlos variierbar, nicht zu prall, aber auch keine Schonkost oder teuer-langweilige moderne Light-Küche („Wildlachs-Röllchen mit Umwicklung von grünen Tagliatelle in Limetten-Sauce“).

    (Das mit dem Geschmacksverstärker war schon ein bißchen ein Troll; ich habe immer Glutamat zur Hand, aber das braucht’s hier echt nicht.)

    Bei mir kommt dann noch, wie immer, Brot dazu… Auch das, was gerade da ist.

  5. Raistlin

    In Spanien kennt man ein ähnliches Gericht:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pisto

    Meine Frau macht das gerne, natürlich etwas modifiziert, aber sehr lecker :)

  6. Ah, danke für die Info :) , das war mir neu.

    Also in Israel gibt es das auch, ich weiß nicht, wie es da heißt. Sie haben es vermutlich von den Palis übernommen. Das Ei wird aber meist eingerührt.

    Vielleicht ergeben sich diese mediterranen kulinarischen Gemeinsamkeiten von selbst, aber ich finde sie doch immer wieder witzig.

    Also, so die Sachen à la Menemen/Ratatouille/Pisto sind wohl ursprünglich Arme-Leute-Essen, vermute ich…

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