Wenn ich mich nicht täusche (und ich kann mich um zwei oder drei Tage täuschen, glaube ich aber nicht) habe ich heute mein zehnjähriges Laufjubiläum: am 18. August 2000 ging’s los. Seitdem laufe ich so etwa fünfmal die Woche meine 6 bis 7 km, und ab und zu längere Strecken.
Wenn ich ganz vorsichtig schätze, waren das mithin so im Durchschnitt 6 km pro Tag – in zehn Jahre also gut 20.000 km. Einmal halb um die Erde, eigentlich auch nicht sooo viel.
An einem irgendwie organisierten Wettlauf habe ich nie teilgenommen; das alles war für mich immer eine Einzelgängerveranstaltung. Ich mag auch diese Läuferszene nicht, zu viele Verrückte und Ex-Junkies.
Auch habe ich nie einen Marathon gelaufen, das längste waren mal 27 km. Vor fünf Jahren habe ich 20 km in 1:30 geschafft. Das ist heute nicht mehr drin, man wird nicht jünger, und ich war in den letzten Jahren auch nicht mehr so verbissen bei der Sache. Vielleicht sollte ich es stattdessen wieder intensiver mit den längeren Strecken probieren.
In den zehn Jahren habe ich vier paar Laufschuhe gehabt. Immer die Billigsten und Besten, die es gibt, BW-Laufschuhe. (Das mit den „Besten“ gilt vielleicht nicht, wenn man breite Füße hat – ich habe aber sehr schmale.) Sie halten so zweieinhalb Jahre, demnächst sind also mal wieder neue fällig. Mir wurden gelegentlich im Ernst „Langzeitfolgen“ wegen der völlig ungefederten Schuhe prognostiziert. Schwachsinn. Die einzig vernünftige Federung ist die Beinmuskulatur.
Verletzt habe ich mich beim Laufen nie, wenn man von einer kleinen Wadenzerrung vor etwa sechs Jahren absieht. Diese albernen Dehnübungen vor und während des Laufens habe ich natürlich nie gemacht. Allerdings kommt vorm Laufen stets die Hantelstemmerei, zur Zeit so 45 Minuten. (Das mache ich schon länger, nämlich seit etwa zwölf Jahren, das Laufen war tatsächlich zunächst als Ergänzung dazu gedacht.)
Ferner bliebe ich dabei, daß es keinen kommoderen Laufuntergrund gibt als glatten Asphalt. Wer vom Laufen „auf Waldboden“ schwärmt, weiß nicht, wovon er redet.
Und wie lange noch? Eine Studienfreundin von mir macht seit zwanzig Jahren Kampfsport und will weitermachen, bis sie 50 ist. Da kann ich dann wohl bis 65 weitermachen, denke ich mir. Was mir das nun gebracht und was es mich gekostet hat, ist eine andere Frage. Vielmehr ist es eigentlich gar keine Frage, insofern es Teil meiner Tage und meines Lebens ist.
Das Rauchen habe ich mir damit auch nicht abgewöhnt, das war auch nie das Ziel. Ich rauche seit dreißig Jahren. Normalerweise fangen die Schulsportmuffel mit dreißig mit dem Sport an und gewöhnen sich das Rauchen ab. Bei mir fehlt halt der zweite Teil, und dabei wird es auch bleiben.
Bildquellen: Asphalt – akseabird, CC; Schuhe – eigenes Foto


