Timothy Garton Ash empfiehlt in seiner Kolumne im Guardian den neuentstandenen oder neuentstehenden Demokratien in der arabischen Welt den deutschen Weg der „Vergangenheitsbewältigung“ und „Aufarbeitung“ der eigenen Geschichte (er zitiert diese Begriffe auf deutsch) als Vorbild: „Germany can show reborn Arab nations the art of overcoming a difficult past“.
Er erklärt die in der Bundesrepublik Deutschland nach der Nazizeit und nach dem Ende der kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland entwickelten Instrumentarien der Vergangenheitsbewältigung explizit zu DIN-Normen der Demokratisierung: faire Prozesse, Entfernung von belasteten Personen aus öffentlichen Positionen und vor allem die breite und lückenlose historische Erforschung des Unrechtes der Vergangenheit. (Daß ich gerade letzteres ebenfalls für international vorbildlich halte, hatte ich kürzlich erwähnt.)
Garton Ash warnt zwar davor, den arabischen Ländern fertige Lösungen („templates“) zur Demokratisierung anzubieten – wohl aber möchte er ihnen einen Werkzeugkasten anbieten, und zwar einen mit deutschem Inhalt:
So what we should offer our friends across the Mediterranean is not a template, but a toolbox. They can then choose which implements to use, when, where and how. In that toolbox for transition, there should certainly be a set of shiny DIN-standard past-beating wrenches. And those wrenches, like so many other European exports, will be stamped „Made in Germany“.



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