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Schädlingsbekämpfer (ergänzt)

schaedlingsbekaempfer2Eine ausgebleichte lila Mappe aus stabiler Pappe im Oktavformat, verschlossen mit einer lila Kunstseidenschleife. Aufdruck: „Ein Vierteljahrhundert Preußische Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene : 1901-1926.“ Darüber eine 25 im Lorbeerkranz. In der Mappe vier graue Hefte aus den Reihen „Mitteilungen aus der Preußischen Landesanstalt …“ und „Kleine Mitteilungen des Vereins für Wasserversorgung und Abfallbeseitigung e.V.“ Eine selbstgebastelte Behörden-Festschrift von 1926 also.

Das erste Heft ist eine kleine Geschichte der Behörde, verfaßt von ihrem Direktor. Das dritte Heft hat es in sich: „Deutsche Firmen zur Bekämpfung der Gesundheitsschädlinge“ von J. Wilhelmi, 100 Seiten stark. Auf S. 13 finden wir die „Blausäure- und Zyklonverfahren“ der Firma „Degesch“ erwähnt: „Für die Abteilung Durchgasung (Zyklon) sind in Deutschland folgende Hauptvertretungen eingerichtet: […]“

Und wirklich bemerkenswert dann die Anzeigen auf den letzten Seiten des Heftes, zu denen man vermutlich befreundete Firmen zum Zwecke der Finanzierung des Drucks der Festschrift halb geworben, halb herangezogen hat:

Nun, für die preußischen Beamten war diese Zusammenarbeit vermutlich ein Grund zum Stolz darauf, wie reinlich es in ihrem Staate zuging. Man mag das heute ungern beurteilen. Und wenigstens hat man es damals noch ganz ungeniert auch auf Wirbeltiere, nämlich auf Ratten, abgesehen und nicht nur auf Mikroben oder Schaben. Besonders apart wirkt das alles aber ohne auch die gruselige historische Volte keineswegs. Das Wort Hygiene ist immer verdächtig, immer ein bißchen schmuddelig.

Puh. In Nachkrieg 1918 ff. wurden auf Propagandaplakaten der deutschen Rechten polnische Soldaten gewohnheitsmäßig als Läuse karikiert.

Das letzte Heft schlägt dann geradezu eine Brücke in die Gegenwart, zumindest semantisch: „Der gegenwärtige Stand des neuen biologischen Abwasserreinigungsverfahrens mit belebtem Schlamm“. Im Vorwort wird übrigens beklagt, daß der Forschungskontakt zu den USA hinsichtlich dieses durch den Krieg und dann vor allem durch die Inflation abgerissen sei.

Nachtrag 21.5.2009

clipboard02Hingegen präsentiert sich mir der „Nagscreen“, mit der mich der kostenlose Virenscanner Avira zum Kauf der kostenpflichtigen Vollversion animieren will, gerade wie nebenstehend. Ahnt man, weshalb ich auf das Wort „Hygiene“ (und auf Wörter aus seinem semantischen Umfeld) – allergisch reagiere?

2 Kommentare

  1. darkfalconheart

    Wenn dich Avira stesst Harki, versucht mal mit AVG stressfrei, kostenlos und IMO sehr zuverlässig.

  2. Herzlichen Dank für den Tip, DFH! :-)

    Grundsätzlich bin ich mit Avira zufrieden (abgesehen von den auch generell nervigen Nagscreens alle zwei Tage), aber es kann echt nicht schaden, da Alternativen zu haben. Zumal z.B. mein Windows im letzten Dezember für drei Wochen brach gelegen hat, weil Avira einen bestimmten Virus nicht gefunden hat…

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:-) :-( ;-) :-D :übel: mehr »

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