Geschichte, Inland, Zur Lektüre
, , ,

Brandts „Erinnerungen“ 1 – über FJS

Seite 36, über Franz Josef Strauß, Hervorhebung natürlich von mir, wie wahr:

Eines Tages im Mai 1960 erschien Verteidigungsminister Strauß in der Vertretung Berlins in Bonn und gab mir, unter vier Augen, einen militärischen Lagebericht. Seine Konklusion: „Berlin ist nicht zu verteidigen.“ Ich möge erkennen, daß Berlin zu einer unzumutbaren Belastung für die westliche Politik im allgemeinen, für die Bundesrepublik im besonderen werde. Wir müßten gemeinsam auf eine „halbwegs akzeptable Frontbegradigung“ aus sein. Um die Straußsche Intervention, von der ich nie auch nur andeutungsweise Gebrauch gemacht habe, einordnen zu können, muß man wissen: Er war von amerikanischer Seite gefragt worden, wie es im Ernstfall um den Einsatz der Bundeswehr bestellt sein würde. Und man hatte ihn auf die Möglichkeit hingewiesen, taktische Atomwaffen einzusetzen, sollte um die Zugangswege nach Berlin gekämpft werden. Bisweilen sind die, die die lautesten Töne anzuschlagen wissen, leicht ins Bockshorn zu jagen.

Antworten

:-) :-( ;-) :-D :übel: more »

rss Kommentare als RSS-Feed