Geschichte, Zur Lektüre
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„Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts“ 6 – über die großen Städte

Interessant, große Städte sind kein Indikator von Wohlstand und Macht mehr, Europa braucht dementsprechend nicht traurig zu sein, keine mehr zu haben:

Als ich ein Kind war, galt Berlin als groß – heute zählt keine europäische Stadt außer Moskau zu den großen Städten. Auch dies ist ein Zeichen des Wohlstands – selbst das Ruhrgebiet ist in überschaubare Kommunen gegliedert, während etwa Lagos wenig überschaubar ist und die sozialen Schichten Mexikos in alle Himmelsrichtungen auseinander siedeln. Aber „Megalopolis“ heißt nicht, dass hier Weltstädte entstanden sind, deren Funktionen wesentlich global sind. Noch werden viele Funktionen auf den nationalen Ebenen ausgeführt, und Zürich oder sogar Genf, von Paris, London oder Cambridge/Mass. zu schweigen, mögen mehr globale Funktionen vereinen als Jakarta.

S. 215 f.

Mich erinnert das an eine Russin, eine Moskauerin, die ich im Studium kannte. Die wurde einmal in Hamburg von einem typischen Hamburger (lautstarkt, großmäulig, hohl in der Birne) gefragt, was sie denn von deutschen Großstädten halte. Die betrübt-kopfschüttelnder Antwort: „Es gibt in Deutschland keine Großstädte.“

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:-) :-( ;-) :-D :übel: more »

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