Tatort „Der traurige König“, BR 2012, Ivo Batic (Miroslav Nemec), Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: keines
Ein anrührender, liebenswerter Fall, auch wenn der Spannungsbogen, vorsichtig gesagt, einige Risse hat.
Und auch, wenn vieles überzogen und arg aufgepustet wirkt: die Ermittlung unter Kollegen und ihre emotionalen Implikationen bei allen Beteiligten einerseits, das Münchner Familiendrama andererseits – und beide drängen auch den eigentlichen Fall über weite Strecken in den Hintergrund. Gelegentlich meint man, sich gar nicht mehr im Tatort zu befinden, sondern im Mittwochsfilm.
Aber was soll’s? Paßt schon. Es bleibt eine liebens- und sehenswerte Folge. Es wird bei nicht so großer Substanz ziemlich dick hingelangt. Aber zumindest wird auch der Zuschauer als König behandelt und nicht als Arschloch.
Anfang stören die Zahn-Stochereien Leitmayrs schon sehr. Und wie in jedem zweiten Fernsehkrimi bekommen die männlichen Kommissare überraschend eine junge Kollegin an die Seite gestellt. Das ist heute so notorisch wie vor fünf Jahren die Masche mit dem Beteiligten, der zum Schluß gerade noch daran gehindert werden kann, irgendwo runterzuspringen, oder vor zwanzig Jahren die Kohorte von Ausländer-verdächtig-deutscher-Spießer-schuldig-Tatorten. Aber es läßt sich dann ja doch noch aushalten: die Schönheit der Augen der Schauspielerin läßt den Zuschauer kaum auf ihre schauspielerischen Fähigkeiten achten!
Und in den Münchner Tatorten wird (anders als fast überall sonst) so tapfer das Banner des Dialekts hochgehalten. Das gefällt mir. Und noch etwas gefällt mir, so nebenbei, sehr: nämlich daß im bairischen Dialekt Vater und Mutter mit „Vater“ und „Mutter“ angeredet werden – und nicht mit dem albtraumhaft blöden „Papa“ und „Mama“.



Neue, alte E-Mail-Adresse – ein bißchen weg von Tante G. (ergänzt)







