Hannover, Medien, Soziale Medien
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Jetzt ist auch nicht mehr für Euch drin – haz.de möchte bezahlt werden

Seit gestern probiert es die HAZ einmal wieder mit Bezahl-Content im Internet: „Jetzt ist mehr für Sie drin“. (Der Screenshot enthält Ihnen die Gesichter der beiden Chefredakteure vor. Also bitte: Vorsicht beim Draufklicken…). Ich persönlich finde das bedauerlich – den Plan hingegen halte ich für verständlich. Und für aussichtslos.

Qualitätsjournalismus können wir nicht verschenken. Kostenlos ist unser neues Premium-Produkt daher nur für HAZ-Abonnenten.

Bei allem und vollkommenem Verständnis für den ersten Satz: der zweite geht an den Realitäten vorbei. Die HAZ-Abonnenten wollen das „neue Premium-Produkt“ nicht. (Inwiefern da wirklich etwas neu ist, abgesehen von der Bezahlpflicht, will ich gar nicht beurteilen…) Und die, die online lesen wollen, wollen nicht bezahlen.

Es mag ein paar Dutzend HAZ-Abonnenten geben, die sich auch für die Online-Inhalte interessieren. Forenschreibertypen halt, die dann immerhin noch die Klickzahlen ein bißchen in die Höhe treiben und damit wiederum ein paar Argumente für das Online-Projekt liefern. Aber lohnt sich für die und dafür der Aufwand? Nein.

Mit Online-Inhalten wird kein Geld verdient – is eben so, hat noch keiner geschafft. Geld verdient wird mit dem Print.

Ich kann der HAZ und jeder anderen seriösen Zeitung weiterhin nur raten, sich die Kosten für eine Online-Redaktion und erst recht für diese albernen Apps zu sparen, die Online-Spacken Online-Spacken und die Smartphone-Hirnis Smartphone-Hirnis sein zu lassen – und sich stattdessen um ihrer Leser kümmern. Und die Leser erwarten einen ordentlichen Abonnenten-Service, aber keinen Content. Näheres hier: „Vorschlag nach F, nach H oder sonstwohin“.

Hm, die Lokalmeldungen der HAZ werde ich wohl schon vermissen, auch den nach Online-Spasti-Maßstäben immer noch (auch nach Schwarzes Abgang) recht gut gemachten HAZ-Twitter, der nun eigentlich auch sinnlos ist. Denn das möchte man einmal sehen: einen Twitter, der zu Bezahl-Artikeln verlinkt! Es scheint mir hingegen verständlich, daß sich die HAZ gegen die Umsonst-Unkultur der Netz-Schreihälse und zur Wehr setzt.

Dieses Qualitätsjournalismus-Angebot hier macht mir freilich nicht unbedingt des Mund wässrig:

Im Freundeskreis wurde über die bevorstehenden Wahlen in den USA diskutiert? Lesen Sie auf HAZ.de aktuelle Hintergrundberichte und komplette Dossiers – und stellen Sie in unserem Forum Fragen an den HAZ-Korrespondenten in Washington.

:-D

Zeitungen, seid Zeitungen! Laßt die Twitter-Spastis ihren Ober-Bahnhofspunk „retweeten“ – und die Forenschreiber und Blogger mal wieder ein bißchen Zeitung lesen, wenn sie denn unbedingt was zu politischen Themen schreiben wollen. Ich verstehe einfach und weiterhin nicht, inwiefern es im Interesse einer Zeitung liegen sollte, ihre Inhalte online zu stellen. Bezahlen wird jedenfalls niemand dafür.

Antworten

:-) :-( ;-) :-D :übel: mehr »

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