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Tatort & Polizeiruf 110
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Hart an der Grenze (Lannert; Bootz)

tatort_hart_an_der_grenze.jpgTatort „Hart an der Grenze“, SWR 2008, Thorsten Lannert (Richy Müller), Sebastian Bootz (Felix Klare)

Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Kinderhandel

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Das Buch ist arg mau und einige liebenswerte Einfälle vermögen den Eindruck der Geziertheit und Konstruiertheit nicht zu zerstreuen. Gerade die Verfolgungsjagden und die anderen Action-Szenen wirken absurd und hyperaktiv. Lästig auch die schematischen, abgehackten und plakativen Dialoge.

Das mit den beiden neuen Kommissaren als schwules Pärchen, das ein Kind adoptieren möchte, ist in dieser Hinsicht eigentlich auch blöd, kommt dann aber doch ziemlich witzig rüber. Die Regie hat ihr Möglichstes getan, würde ich sagen.

Schlimm sind allerdings die Kameraeinstellungen, in denen Lannert zum Schluß am Grab des kleinen Mädchens steht – so wird normalerweise einer beim Pinkeln in der Kneipe gezeigt…

Den Witz mit der Tatorts-Fanfare im Tatort habe ich jetzt etwa zum fünften Male gesehen, und so lange gucke ich mir das nun auch noch nicht regelmäßig an.

Die beiden Neuen wirken ganz nett, rechte Konturen jedoch hat das Duo noch keineswegs. Gegen Bienzle kommen sie ohnehin nicht an. Und leider, leider: Es sind wieder keine Leute aus der Region. Ich hatte das ja schon oft genug gesagt: Der Tatort lebt auch aus seinen Städten und aus dem deutschen Regionalismus — es ist dumm, daß dem durch die Hauptdarsteller überhaupt keine Rechnung mehr getragen wird, seit Bienzle und Ehrlicher weg sind.

Zwei Männer als Hauptdarsteller, beides Deutsche. Tjo, es müssen dann unbedingt mit der Staatsanwältin zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: eine Frau mit ausländischem Hintergrund. Sie ist aber recht hübsch.

Indem ich dies schreibe kommt gerade das hier herein: eine andere, freundlichere Meinung.

2 Kommentare

  1. Ihr beide kommentiert ja in Echtzeit!

    Ich fand die beiden auch nicht schlecht für den Einstand – Richie Müller hat den Schritt über den Abgrund von böse zu gut ganz gut genommen. Bienzle hat mich vorher auch nie vom Hocker gerissen, von daher war diese Fortsetzung schon mal kein Verlust, und wenn die Drehbücher besser werden und die Schreiber der Männerfreundschaft ein eigenes Profil geben statt eines der andern Paare nachzuahmen, kann das was werden.

  2. Nachtrag dazu: Wer richtig schön das Kotzen über eine Tatorts-Rezension bekommen will, der schaue in den Stern.

    Spätzle ade, der piefige Stuttgarter „Tatort“ wird modern. Den Kommissar gibt Richy Müller, der als Rebell begann, dann in ein Loch fiel und erst sehr spät als Schauspieler ernst genommen wurde. Und Hochdeutsch kann er auch.

    Spätestens jetzt hätte Bienzle sich ins Wirtshaus verzogen. Ein Rostbraten, ein Viertele Trollinger und ein bissle über den getürmten Kinderschänder sinnieren. Vergangenheit. Voriges Jahr hat der Südwestrundfunk den Hauptkommissar in den Ruhestand entsorgt, sanft und geräuschlos. Tschüs Opa, ab ins Heim.

    Das stammt aus der Druckausgabe, nicht von der Wochenends-Praktikantin in der Online-Redaktion…

    Was für ein abstoßendes, semipornographisches Pöbel-Geschmier. Das wäre dem Spiegel nicht passiert.

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