Wirtschaft, Inland
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„Die Mohren bleiben Mohren, trotz aller Professoren…“

Georg HerweghNoch ein paar Punkte zur „Alternative für Deutschland“. Nämlich:

  1. Das Argument, daß der Euro heute nicht (mehr) zur Vertiefung und Festigung der Einheit der Völker Europas und ihrer Freundschaft untereinander beitrage, ist schwer von der Hand zu weisen. Im Gegenteil gibt er heute Rechten und Chauvinisten im Norden wie im Süden Europas Munition in die Hand – er säht Hader und Zwietracht. Sein weiteres ursprüngliches Ziel, die wirtschaftliche Dominanz Deutschlands in Europa abzuschwächen, hat er ebenfalls nicht erreicht – unter anderem Dank der neoliberalen Politik, Deutschland zum Billiglohnland Nr. 1 in Europa zu machen. Dazu ließe sich viel sagen und dies von Berufeneren als von mir. Ich belasse es bei der Feststellung, daß eine gemeinsame Währung kein Wert an sich ist, sondern ein Mittel zum Zweck – und daß es höchst zweifelhaft ist, ob der Euro diesem Zweck noch dient und je wieder dienen wird.
  2. Ich bliebe dabei, daß ein Konglomerat aus rechthaberischen Professoren, pensionierten Honoratioren und greisen Ex-FAZ-Feuilletonisten, nun erweitert um die üblichen versponnenen rechten Polit-Vagabunden, niemandem Angst zu machen braucht. Dieser Verein wird sich als genauso politikunfähig erweisen wie das runde Dutzend seiner Vorgänger.
  3. Und wenn denn die „Alternative für Deutschland“ bei der Bundestagswahl im Herbst der CDU und der FDP (wem denn sonst?!) ein oder zwei oder drei Prozentpunkt abjagte – wen sollte es stören? Es kann keineswegs ein Kernanliegen linker Politik sein, eine Schwächung, Spaltung und Zerfaserung des bürgerlichen/rechten Lagers zu verhindern. Einigkeit macht stark – und es kann wohl kaum in unserem Sinne sein, daß unsere Feinde stark sind. Die Agenda 2010 hat die Linke in Deutschland gespalten – wenn der Euro dazu beiträgt, die Rechte in Deutschland zu spalten, dann ist er immerhin noch zu etwas nütze.

„… im Parla-, Parla-, Parlament, oh Volk, mach ihm ein End!“

Aber laßt sie ruhig erstmal machen – also versuchen reinzukommen.

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