Hannover, Inland, Persönliches
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Zwanzig Jahre nach dem Höhepunkt der Chaostage in Hannover

Lutherkirche

Und nun jährt sich die Sache also schon zum zwanzigsten Male – anno 1995 war’s. Im WDR-Stichtag gibt es heute einen anhörbaren Beitrag dazu. Vor knapp zehn Jahren hatte ich in meinem damaligen Forum konjunktiv 2 persönliche Erinnerungen dazu zu Protokoll gegeben und den Text dann hier 2008 aus der Mottenkiste geholt – und hiermit mache ich das nun noch einmal. Um der lieben Authentizität willen habe ich keine Veränderungen am Text vorgenommen, sondern nurmehr zwei kaputte Links entfernt.

Das Bild habe ich im September 2011 geknipst – Blick auf die Lutherkirche von der Schaufelder Straße aus, und zwar ziemlich genau auf der Höhe des damals dort ausgeplünderten Penny-Markts. Heute ist in dem Gebäude (vom Betrachter aus links) irgendein Gentrifizierungs-Stadtteil-Teuer-Scheiß drin. Hinter dem Baum links neben dem Kirchturm liegt das Gymnasium, auf dem ich Abitur gemacht habe, eben die Lutherschule.

Hier also als doppeltes Selbstzitat der Text von 2008 und darin der von 2005:

Chaostage – lang ist’s her und jetzt wieder

Oh, mit Staunen sehe ich, daß die FAZ mal was über Hannover schreibt… Ich hatte die Sache nicht mitbekommen, lese halt auch keine Lokazeitungen o.ä. Mir war nur gestern abend in der Nordstadt aufgefallen, daß um die Lutherkirche herum eine ungewöhnlich große Zahl von Punks herumlungerte. Da waren die alten Assoziationen schon da.

Zu den Chaostagen der 90er hatte ich vor drei Jahren auf k2 was Längeres geschrieben – ich hänge das unten aus Zitat an. Vergleiche für ferner im alten Staatspolitik-Blog „Bullen und Kids“ (und den Beitrag davor).

Wie gesagt, ein Selbstzitat von 2005, Anlaß waren die Plünderungen bei der großen Flut in Neu Orleans:

Zu den Chaostagen möchte ich mich hier etwas ausführlicher äußern, weil ich sie damals selbst von Nahem miterlebt habe.

Ich hatte sie hier angeführt, um zu konzedieren, daß auch Deutsche nicht etwa immun gegenüber Plünderungen sind. Sie waren aber in fast jeder Beziehung etwa anderes als das, was nun in NO geschieht und auch etwas anderes als die Ausschreitungen in Rostock oder in Hoyerswerda.

Erstens hat es die Polizei in Hannover nicht „nicht geschafft“, sondern sie durfte aus politischen Gründen („Deeskalation“) gar nicht erst aktiv werden. Sobald man das Konzept aufgeben mußte, weil die Geschehnisse vollends untragbar geworden waren, hatte man das Szenario vermittels „Vorfeldkontrollen“ und Platzverweisen sofort und vollständig unter Kontrolle. Und untragbar wurde sie mit eben mit jener Plünderung des Penny-Marktes und zwei brennenden Barrikaden im Jahre 1995. (Nicht 1996, wie ich irrtümlich geschrieben hatte.)

Zweitens waren die Chaostage in den Jahren zuvor für den durchschnittlichen Hannoveraner keineswegs unerträglich. Man sah in der Innenstadt und natürlich in der Nordstadt jede Menge Punks rumhängen und rumschlurfen, die aber eigentlich niemandem was getan haben. Das eigentliche Geschehen war auf zwei oder drei Straßenzüge um das Sprengelgelände und die Lutherkirche in der Nordstadt beschränkt. Aber auch dort war kein „Bürgerkrieg“ – auch wenn das in skurriler Einmütigkeit von den Punk-Pamphleten, von der FAZ und von Edmund Stoiber so dargestellt wurde. Die haben da einfach nur zu Dutzenden und zu Hunderten auf der Straße gehangen und gesoffen.

Ich hatte da 1994 zu tun, weil ich jemanden besuchen wollte, der genau neben der Lutherkirche gewohnt hat. Man mußte über die Punks auf dem Gehsteig steigen und es gab ’ne Menge Lärm. Auch hat es sicher Sachbeschädigungen und wohl auch einige Landendiebstähle gegeben. Das war lästig und für die Anwohner eine Zumutung, klar. Man hat sich aber zu keinem Zeitpunkt als Nicht-Punk irgendwie bedroht gefühlt. Auch mittendrin und auch nachts nicht. Ich war damals natürlich der Meinung, daß man die Brüder hätte wegschaffen müssen, aber es war im Grunde harmlos. Am nächsten Morgen konnte ich dann im Leitartikel der FAZ erstaunt lesen, daß ich da Bürgerkriegsgebiet durchquert hatte. :roll:

Meine Mutter wiederum hat damals (wie sie das heute auch noch tut) so 400 m Luftlinie vom Zentrum des Geschehens entfernt gewohnt – und da war nicht die Bohne etwas zu merken. Man mußte nicht einmal die Autos in Sicherheit bringen, obwohl das einige Leute gemacht haben.

Ich will, wie gesagt, das schlappe Vorgehen der Polizei wirklich nicht verteidigen. Lästig waren die Chaostage auch schon vor der Eskalation 1995 – aber eben nicht unerträglich. Unerträglich war dann in der Tat die Sache mit dem Supermarkt – aber das waren eben nicht nur Punks, sondern die Proll-Normalos aus der Kniestraße haben fröhlich mitgemacht und da die Bier-Paletten rausgeschleppt.

Als die Chaos-Tage dann ab 1996 nicht mehr stattgefunden haben, war man zu zwei Dritteln erleichtert, weil es nun keine Scherereien mehr gab :-) , zu einem Drittel aber auch ein bißchen traurig, weil Hannover wieder ein bißchen langweiliger geworden war. :-( Man hatte sich Laufe der Jahre eben an die Punks am ersten Augustwochenende und wohl auch und vor allem an die deutschlandweite Aufmerksamkeit, die Hannover dann entgegengebracht wurde, gewöhnt.

Um Pardon wegen der Länge der Ausführungen. Ich wollte darüber schon länger mal was schreiben, und hier paßte es halt gerade ganz gut hin.

10 Kommentare

  1. Rocinante

    Lustig. Punks und Chaostage gab es ja schon in den 80ern. In meiner Wahrnehmung assoziiere ich Punks aber immer mit den frühen Neunzigern. Irgendwie eine extrem bleierne Zeit: „Jugendkulturen“, Drogen, Bum-Bum Techno. Und immer wieder Drogen. Im Nachkriegs-Westeuropa von allen Jahrzehnten das denkbar uninteressanteste um gerade zwanzig bis fünfundzwanzig zu sein. Wobei: die Fünfziger mit ihrer Wirtschaftswunder-Behäbigkeit sind auch Müll, aber das ist ein deutsches Spezifikum; in den romanischen Ländern mit Existenzialismus und Existenzialismus-Look wäre es klasse gewesen.

  2. Wobei: die Fünfziger mit ihrer Wirtschaftswunder-Behäbigkeit sind auch Müll, aber das ist ein deutsches Spezifikum; in den romanischen Ländern mit Existenzialismus und Existenzialismus-Look wäre es klasse gewesen.

    Hm. Ich bin mir nicht sicher… Ist es wirklich gerecht, die 50er in den romanischen Ländern anhand von existenzialistischen Schwarzweißfilmen zu beurteilen und die 50er in Deutschland anhand von Sissy-Heidschnucken-Filmen und Wochenschauen?

    Vor ca. 20 Jahren gab es da mal eine kurze, aber amüsante und kluge Leserbrief-Debatte in der FAZ. Da hatte ein Autor eine Bemerkung über die bleierne und spießigen Adenauer-Jahre (oder so ähnlich) gemacht. Und da meldeten sich dann einige ältere Herrschaften, die in den 50ern studiert hatten – die waren da freilich ganz anderer Meinung… Ein Leser meinte gar, daß es ganz angenehm gewesen sei, wenn da in den Seminaren mal Kriegsveteranen gesessen hätten – um die Profs von ihrem üblichen hohen Roß herunterzuholen. Klar, wer vier Jahre in Rußland gekämpft hat, läßt sich eben nicht so leicht vom Herrn Professor beeindrucken wie später irgendwelche Abi-Gusten und -Gusteln.

    Über die 90er, die Zeit meines eigenen jungen Erwachsenseins, bin ich mir aber noch weniger sicher.

  3. Rocinante

    Du hast es genau gespürt. Was ich im Kopf hatte waren die Filme, aber ich glaube, Kultur und Popkultur sagen extrem viel über eine Gesellschaft aus, eben auch Filme. Vergleich doch einfach mal einen Fellini mit – na – Heinz Erhardt. Vielleicht ist das nicht fair. Aber selbst mit Louis de Funes kann letzterer gar nicht mithalten. Wenn man sich heute Erhardt bei youtube anschaut: das ist doch ein Witz – das Leute darüber je lachen konnten, ist ein Witz. Nimm’s mir nicht übel!

    Natürlich kann deutsch auch sexy sein. Fin-de-siècle (Jugendstil und Rilke) oder die Zwanziger (Expressionismus und Bauhaus; aber auch, auch! die andere Feldpostnr, Benn z.B.). Auf eine gewisse Weise auch Post-2006 (Berliner Hipster-Stil, Neo-Dirndl-Ästhetik).

  4. Ich bliebe dabei, daß es ein bißchen unfair ist, das, was aus Frankreich (oder aus Italien oder sonstwo – wie ist es eigentlich mit Spanien? Oder Griechenland? Oder Portugal?) in den 50ern in die Welt dringt und dort geblieben ist, mit dem zu vergleichen, was hier oder anderswo damals „zum Hausgebrauch“ mal so zusammengerührt wurde und eben hiergeblieben ist. :-) Ist denn in den 50ern in französischen Provinzkinos permanent Fellini, Louis Malle oder Truffaut gelaufen?

    Und selbst was diesen Hausgebrauch angeht: Nimm eine Folge von „Ein Herz und eine Seele“ (Mitte der 70er) oder von „Kir Royal“ (Mitte der 80er), laß sie synchronisieren und zeig das heute einem Franzosen oder einem Ami oder Schweden. Vermutlich wären Verständnislosigkeit und Gähnen das Ergebnis. Dennoch sind das unsterbliche BRD-Fernsehklassiker, die noch heute ihr Publikum haben.

    Und nimm hierzulande die 50er-Jahre-Architektur (steht heute mit gutem Grund alles unter Denkmalschutz), die eben auch auf das Bauhaus zurückgeht, in Opposition oder Anlehnung…

    Geht Romy Schneider nach Frankreich oder wird sie nach Frankreich geholt? Das ist m.E. eben keine Entscheidungsfrage, sondern Banane.

    Und ferner bliebe ich auch dabei, daß das Wissen der Menschheit in einer norddeutschen Kleinstadt-Bibliothek der späten 70er Jahre in jeder Hinsicht besser gespeichert war als heute in der Wikipedia. ;-)

    (Ein Kürze und Eile… Horrido!)

  5. Rocinante

    Zu Kir Royal kann ich nichts sagen. Dafür bin ich zu jung und zu sehr Einwanderer. Gute Kunst ist aber oft auch (!) für den Hausgebrauch, Dostojewski kann extrem unterhaltsam sein und bringt mich z.B. immer noch zum Lachen.

    Mit dem letzten Absatz triffst Du ins Schwarze. (Auch) deswegen tut es tatsächlich gut, seinen Namen mal irgendwo gedruckt zu lesen. Und sei es in einem auflagenschwachen und staatlich subventionierten Nischenblättchen.

  6. „Kir Royal“ hat ich wirklich jedem empfehlen, den die BRD der 80er interessiert – insbesondere natürlich das (noch nicht von Berlin herausgeforderte) München jener Tage. Oder auch einfach jedem, der sich köstlich amüsieren will! Besonders witzig sind m.E. die Folgen 1 und 5 (von insg. 6).

    Asserate hat mal zu Folge 1 was geschrieben, ich hatte dazu gebloggt:

    http://amyklai.net/32856/deutsche-tugenden-2-heinrich-haffenloher.html

    (Die von Asserate geschilderte Szene ist leider in der aktuell auf Youtube greifbaren Fassung durch eine Tonstörung verstümmelt…)

    Edit: Neben allen guten Witzen und aller kluger BRD-Landeskunde machen schon die hinreißend schöne Senta Berger und der knurrige Franz Xaver Kroetz die Serie immer wieder anschaubar. :-)

    Mit Hausgebrauch meinte ich aber schon den „nationalen Hausgebrauch“, also die anspruchslose Populärkultur jedes Landes oder jeder Sprachgruppe: Unterhaltungskino, Schlager – die kein Autorenkino und keine Poesie sind. Wann gibt es das schon mal, daß ein Künstler wirklich fast alle anspricht? (Wladimir Wyssozki in der SU vielleicht…)

  7. Rocinante

    Kir Royal werde ich mir mal anschauen. Zum Thema „Hausgebrauch“: Zwischen Hochkultur und anspruchsloser Populärkultur gibt es aber eben auch was Drittes: anspruchsvolle Populärkultur. In Deutschland ist das zB „Tatort“, in Frankreich ein großer Teil der Kino-Produktion. Also alles, was mitunter hohen künstlerischen Anspruch hat und dennoch zugänglich bleibt und viele Milieus, darunter gerade auch intellektuell oder akademisch geprägte, erreicht. Es hängt dabei nicht nur von der Qualität eines Films/Buchs/Songs, sondern ebenso stark von nationalen und kulturellen Besonderheiten ab, wie sehr etwas durchschlägt: ein deutscher „Arthouse-“Film reißt vielleicht 100.000 Zuschauer (und das gilt schon als Erfolg) – ein vergleichbarer französischer nimmt locker die Million. Überhaupt ist es oft vom Zufall abhängig, was Erfolg hat. Oftmals ist eben auch Qualität sehr populär, z.B: die Buddenbrooks waren ein Bestseller zu ihrer Zeit. Die Gleichung populär = schlecht ist mir daher immer sehr suspekt, selbst wenn sie in vielen Fällen stimmen mag.

    Aber du meinst wohl etwas anderes, wenn Du von Vyssotsky sprichst. Also Kunst, die tatsächlich mehr als 50 % der erwachsenen Bevölkerung erreicht oder so etwas. Wirklich, wirklich populäre Sachen halt. Auch hier hängt viel von den Rahmenbedingungen ab. Vyssotsky konnte mMn nur in der ganz spezifischen Konstellation, wie es sie in der späten SU gab, so einen universellen Anklang finden. Schon Biermann hat in der DDR deutlich weniger Menschen erreicht. Vyssotsky war eine totale Ausnahmegestalt, aber es gab noch andere russische Barden / Liedermacher, die lokal einen fast ebenso starken Bekanntheitsgrad hatten – es gab eben auch (warum auch immer) ein deutlich rezeptionsbereiteres Publikum. Ironischerweise war Vyssotsky dann einer der wenigen erfolgreichen sowjetischen Kulturexporte, insbesondere in den restlichen Ostblock (vor allem Polen). Im Ausland ist er wiederum nur ein Künstler für kleinere, eher elitäre Kreise.

    Wie es dazu kommt, dass das Publikum hier nach den Perlen greift und sie dort links liegen lässt, das ist die eigentlich interessante Frage…

  8. Die Gleichung populär = schlecht ist mir daher immer sehr suspekt, selbst wenn sie in vielen Fällen stimmen mag

    Es war ein Fehler von mir, diesen Gegensatz in dieser Schärfe anzudeuten. Eben, auch ich halte das Ideal der „anspruchsvollen Populärkultur“ für sehr anstrebenswert.

    Unter anderem deshalb hatte ich ja auch diese beiden TV-Reihen erwähnt. Es hat schon seinen Grund, daß man sich auch heute noch „Ein Herz und eine Seele“ lachend angucken kann – obwohl es darin (anders als in „Kir Royal“) vom plumpen und dummen Zoten nur so wimmelt. Komischerweise sehen sich das auch Leute begeistert an, die den tagespolitischen Hintergrund – der da wiederum noch wichtiger ist als in „Kir Royal“ – gar nicht mehr bewußt mitbekommen haben.

    Es sei auch ganz unbenommen, daß dieses Streben nach Populärkultur in Frankreich leichter von der Hand geht und oft von größerem Erfolg gekrönt ist als in Deutschland mit seiner immer noch viel strikteren Trennung zwischen „ernsthaft“ und „populär“. Klar, vielen heutigen Lesern dürften mit den Buddenbrooks eines der witzigsten Bücher in deutscher Sprache entgehen, weil es als „Klassiker“ unter Langweiler-Verdacht steht.

    Ob diese französische „Pop-Kultur“ wirklich nur positive Folgen hat, ist dann wieder eine andere Frage: Mich nervt es immer wieder, wie ernst in Frankreich dusseiige politische Äußerungen irgendwelche Filmstars oder Sänger genommen werden. Und man darf auch nicht vergessen, daß in F französische Produktionen viel massiver gefördert werden als deutsche in D, z.B. durch die bekannte Quote für französische Musik im Radio.

    Nur, und das war ja mein Punkt: es scheint mir auch unangemessen, den Gegensatz „50er in F = Existentialismus, 50er in D = Heinz Erhardt und Sissy“ aufzustellen.

    Ich hätte Biermann nie mit Wyssozki vergleichen wollen, nur um diesen Verdacht auszuräumen, schon gar nicht hinsichtlich ihrer Beliebtheit. Ein Zwischending wäre dann vielleicht Ewa Demarczyk gewesen, die „polnische Edith Piaf“. (Die ist übrigens auch in der DDR gehört worden, aber eben in der Tat nur in Intellektuellen-Milieus.)

  9. Lysarion

    Hallo Klaas, hallo Harki. hallo Amyklai,

    da der Heldenplatz nicht kommentiert werden kann, meine Anmerkung hier:

    Was ist das Konzept des Heldenplatzes? Eine Hilde Benjamin zu glorrifizieren empfinde ich – als im Osten geborener – zumindest geschmacklos. Diese Frau hat brutal den Stalinismus in der DDR durchgezogen und die DDR Justiz in ihrer Form maßgeblich geprägt. Da ich früher K2 gern gelesen habe, vermute ich tiefere Konzepte hinter dem Heldenplatz, aber welche?

  10. Ahoi Lysarion,

    danke zunächst für Deine netten Worte! :-) Freut mich, von Dir zu hören.

    Hier nur ganz kurz und in Eile zu der Sache mit dem Heldenplatz: dieses Blog ist eben mein persönliches Plaisier, und ich bin nun mal ein bunter Hund und ein Spielkalb. (Abgesehen davon, daß ich hier ja eh kaum noch was schreibe.) Das mit dem Heldenplatz war ursprünglich auch mal als Parodie auf die Schnellrödenser/Klonowski etc. gedacht.

    Hilde B. Ja, klar hat die den Stalinismus mit durchgesetzt. Aber wir müssen nun einmal Staat machen können, nicht wahr? Zwei (2) Todesurteile in vier (4) Jahren Amtszeit als stellvertretende Vorsitzende des Obersten Gerichtshofes, und das in einer Zeit, als die Todesstrafe noch keineswegs generell geächtet war. Daß die in der West-Propaganda so durch den Wolf gedreht worden ist („rote Guillotine“, „rote Freissler“ etc.) und wird, lag/liegt sicher vor allem daran, daß sie A) eine Frau war und B) einen jüdisch klingenden Nachnamen hatte. (Obwohl sie aus ganz brav lutherischen Elternhaus stammte und eben nurmehr mit einem geborenen Juden verheiratet war.) Außerdem hat sie dann in den 60ern eines der fortschrittlichsten Familienrechte der Welt durchgesetzt, an dem wir uns in der BRD heute noch ein Beispiel nehmen könnten. Für mich ist das eine Heldin und Peng. Man muß nun einmal Staat machen können.

    Uffz!

    (Grüße bitte bei Gelegenheit an DFH.)

    Harki

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