… der Türken. In der TAZ ein interessanter Artikel von Ömer Erzeren, der sich vor allem gegen die Selbstpräsentation der Türkei auf Frankfurter Buchmesse als „fasiznierend farbig“ wendet: „Der Nährboden der Literatur“. Der Regenbogen sei konstruiert, die Intellektuellen seiein „in unversöhnliche Lager gespalten sind und [führten einen] erbitterten Krieg gegeneinander“.
Wie schon vor einigen Tagen Seyla Benhabib in der FR schlägt sich der Autor keineswegs auf die Seite eines der beiden Großlager – Kemalisten und Islamisten –, deutlicher als sie greift er bei Lager wegen ihrer autoritären, obrigkeitlichen Gesinnung an. Besonders macht er den Islamisten ihren neuerdings in Mode gekommenen „pseudeo-liberalen“ Gestus streitig, nämlich diesen:
Viele Kolumnisten sehen heute im Liberalismus ihre politische Heimat. Der repressive kemalistische Staat und die totalitären Züge werden tagtäglich vorgeführt. Die AKP als politische Partei dagegen wird als Ausdruck der zivilen Gesellschaft begriffen, die sich der Gängelung durch die alten Eliten erwehrt. So sind es Liberale – viele von ihnen mit einer linksradikalen Vergangenheit – die heute den Hauptwiderspruch zwischen europafeindlichen, autoritären Laizisten und europafreundlichen, muslimischen Demokraten ausmachen. Zu Ersteren zählt Armee, Justiz und die Oppositionsparteien, Letztere nehmen in der AKP Gestalt an. Trotz ihres konservativen Charakters sei die AKP Motor des Demokratisierung des Landes. Auch viele europäische Politiker und Journalisten haben sich diese Lesart zu eigen gemacht.
Alles gelogen, meint Erzeren, in Wirklichkeit sei die AKP genauso autoritär. Und wirtschaftsliberal sei sie auch noch. In dieser Hinsicht argumentiert er also wiederum ähnlich wie Necla Kelek in ihrer Antwort auf Seyla Benhabib, nämlich mit einem starken Fokus auf die Lebenswirklichkeit in der Türkei, in seinem Fall gerade auf das Gebahren der Provinz-Chefs der AKP:



Lady Midnight

