Ausland, Wirtschaft
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Über Island

„Einfallsinsel Island“ – Das ist der Titel eines ebenso witzigen wie interessanten Artikels des deutsch-isländischen Schriftstellers Kristof Magnusson zu den Ursachen des isländischen Aspektes der Finanzkrise, zu finden in der Financial Times Deutschland.

Zusammgefaßt: Island wird nach anderthalb Jahrzehnten als Möchtegern-Global-Player auf seine tatsächliche Größe zurückgestutz. Die Isländer sind wirtschaftliche Sorgen von früher her gewöhnt und nehmen es gelassen. Außerdem sind sie von Natur aus Optimisten.

Es sei für ein kleines Volk von 300.000 Leuten sehr schwer, das Personal für alle Aufgaben eines modernen Staates zu finden:

Im Gegensatz zu Deutschland, wo oft das Fachidiotentum beklagt wird, hat Island ein Problem mit dem Dilettantismus. Die Menschen sind fleißig und tatkräftig, übernehmen aber manchmal Aufgaben, von denen sie einfach nichts verstehen. Der jetzige Ministerpräsident war früher Außenminister und auch mal Finanzminister – zu der Zeit, als der Notenbankchef, der zwischendurch auch mal Außenminister war, Ministerpräsident war und der jetzige Finanzminister das Amt des Fischereiministers bekleidete. Diese nun wirklich ländliche Art von Vetternwirtschaft war der Aufsicht von international agierenden Banken nicht gewachsen. Das System funktionierte, solange die wenigen wichtigen Akteure allesamt in Reykjavik wohnten und sich früher oder später ohnehin auf einer Konfirmation oder im Theater über den Weg liefen. Doch in dem Moment, in dem so einflussreiche Männer wie Landsbanki-Chef Björgolfur Thor Björgolfsson nach London zogen, konnte soziale Kontrolle die institutionelle nicht mehr ersetzen.

Hübsch ist das hier zu den (angeblichen) historischen Ursachen der (angeblichen) Skepsis der Isländer gegenüber Obrigkeiten:

Außerdem bringen Überwachen und Regulieren den Isländern einfach keinen Spaß. Die Erinnerung an die risikofreudigen Vorfahren, die vor über 1000 Jahren Skandinavien verließen, um auf einer unwirtlichen Insel mitten im Atlantik ein freies Leben fern von mittelalterlichen Feudalherren zu führen, ist immer lebendig geblieben – wenn man sich von Obrigkeiten reinreden lassen wollte, hätte man ja gleich in Norwegen bleiben können.


Bildquelle: Stuck in Customs, CC

3 Kommentare

  1. frei_sein

    :-) Der nächste Boom zeichnet sich ja angeblich schin infolge des (regenerativen) Energieüberflusses auf Island ab. Ein paar Jahre Fischfang und dann geht es wieder aufwärts. Auch Broder wird der Insel sicherlich treu bleiben.

    Sollte am Kimawandel (dauerhaft) was dran sein, wird die Insel sicherlich noch interessanter. Die Russen haben sicher nicht umsonst ihre großzügige Hilfe angeboten – die Amis haben ihren Stützpunkt ja erst kürzlich dichtgemacht.

  2. Wenn allerdings in nennenswerter Zahl russische Juden dort aktiv werden, wird Broder wegbleien – er fährt ja angeblich immer hin, weil es da keine Juden gibt.

  3. frei_sein

    Wenn allerdings in nennenswerter Zahl russische Juden dort aktiv werden, wird Broder wegbleien – er fährt ja angeblich immer hin, weil es da keine Juden gibt.

    Als Präventivmaßnahme hat die UNO ja mit der Palästinenseransiedlung auf Island begonnen – wobei das HMB, meines Wissens, auch nicht so richtig recht war ;-)

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:-) :-( ;-) :-D :übel: mehr »

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