Inland, Tatort & Polizeiruf 110
, ,

Wählt Bruno Ehrlicher zum Bundespräsidenten!

Ich hatte nicht mitbekommen, daß das offensichtlich schon länger mal in der Diskussion war – daher gab es eben gerade bei der Lektüre der Meldung, daß Peter Sodann für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren soll, einen lauten Lacher, den ich meinen Kollegen erklären mußte. Schade, der seinerseit auf k2 verhandelte hübsche FAZ-Text „Sodann und Gomorrha“ (über Sodanns Kabarett-Programm mit Norbert Blüm) ist natürlich schon lange nicht mehr online.

2 Kommentare

  1. frei_sein

    Es sieht so aus, als ob er das Kabarett-Programm auch im FAZ-Interview fortsetzt

    Sodann kündigte an, bei einer Wahl „etwas mehr Heiterkeit“ in das Bundespräsidialamt bringen zu wollen. Zudem würde er „zum Papst gehen und sagen: Herr Papst, Se wärn entschuldschn, warum reden Sie nur gegen den Krieg und nennen keine Namen?“

    Auch für Ossi/Wessi-Sprüche ist er scheinbar zu haben:


    „Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Ossis und Wessis?“ Er beantwortet seine Frage sodann mit den Worten: „Der Wessi redet mehr, als er weiß. Der Ossi sagt nicht alles, was er weiß.““

    Lustisch, lustisch.

    Daß Deutschland keine Demokratie sei, wie Sodann behauptet, mag ja zutreffen, aber ob man eine Volksdemokratie bevorzugen soll, ist dann doch wieder zweifelhaft.

    Ich bin übrigens dafür, den nächsten, der die „Kinderhymne“ als Nationalhymne vorschlägt, ins Altersheim einzuweisen ;-)

  2. Lustisch, lustisch.

    In der Tat…

    Ich habe auf meiner lokalen Installation des alten k2 noch die Ausschnitte des Berichts von Peter Richter (FAS, 9.9.07) über das Sodann-Blüm-Kabarett gefunden. Und ich muß sagen, ich verstehe ihn nach der Lektüre des von fs erwähnten FAZ-Berichts nun besser:

    Sodann und Gomorrha

    […]

    Natürlich ist das ein Ereignis, wenn ein Politiker plötzlich Kabarett macht. Ganz besonders dann, wenn der Politiker immer unter dem Verdacht stand, ein Kabarettist zu sein, der Politik macht. Es gibt Gründe, warum man Norbert Blüm auf einer Bühne stehen sehen will, wo er sich einen „Schlagabtausch“ mit Peter Sodann liefert, dem Schauspieler, der in der Rolle des unsympathischsten und schlechtestgelaunten aller „Tatort“-Kommissare zum Publikumsliebling geworden ist.

    […]

    Es ist nun nicht ganz einfach zu beschreiben, was denen, die leider nicht dabei sein konnten, da entgangen ist. Stellen Sie sich am besten starke körperliche Schmerzen vor: eine derart quälende Pein, dass Sie sich mit dem Kopf voran vom Rang ins Parkett stürzen möchten vor Verzweiflung. Stellen Sie sich das bitte vor – und Sie haben immer noch keine Ahnung, was für ein Horror das war.

    […]

    Darauf orkanartige Begeisterung im Saal. Fragen Sie bitte nicht, warum. Ich erzähle hier nur, wie es war.

    […]

    Wenn das politisches Kabarett ist, dann ist das politische Kabarett die letzte Bastion gegen die Aufklärung, ein Hort der Finsternis und Gedankenfäule. An jedem vorstädtischen Eckkneipenstammtisch wird differenzierter und nebenbei auch lustiger argumentiert. Von einer NPD-Versammlung unterscheidet sich diese Veranstaltung im Grunde nur dadurch, dass NPD-Mitglieder wenigstens wissen, dass sie rechtsradikal und ressentimentgetrieben sind.

    […]

    Wenn man aus diesem Abend eines mit nach Hause nehmen darf, dann das: Blüm ist bedauernswert – Sodann ist beängstigend. Sodann spielt den misanthropischen Meckertrottel im „Tatort“ nicht nur, er ist es. Sodann kann gar nicht schauspielern, er kann nur sich selbst. Peter Sodann kann noch nicht einmal verständlich sprechen. Sodann ist eine selten so kompakt anzutreffende Verdichtung von Talentlosigkeit, Einfältigkeit, Arroganz, Selbstgerechtigkeit, Besserwisserei, Neid, Ressentiments, Borniertheit, Taktlosigkeit und Larmoyanz. Sodann hat alles, was man Ossis so vorwirft, plus das, was Ossis an Westlern hassen. Sodann ist ein One-Man-Kabarett, er weiß es nur nicht. Er ist das Antlitz des hässlichen Deutschen, der sich für etwas Besseres hält. Peter Sodann ist ein Tritt ins Gesicht aller Ostdeutschen, mit deren grundgesetzlich garantierter Menschenwürde es nicht vereinbar ist, von jemandem wie ihm dauernd als unterhalb aller messbaren IQ-Werte herumnölender Sozialschrott repräsentiert zu werden. Sodann und Blüm schaffen es, dass man Ackermann gar nicht mehr so schlimm findet. Sodann alleine schafft es, dass man sich schämt, Sachse zu sein.

    Nachtrag: Man muß allerdings zugeben, daß das Interview mit Sodann in der Sächsischen Zeitung erwartungsgemäß weniger abschreckend ist als sein Destilat in der FAZ….

Antworten

:-) :-( ;-) :-D :übel: mehr »

Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

rss Kommentare als RSS-Feed

Falls Ihnen Ihr Paypal-Konto zu beleibt erscheint, bietet Amyklai Ihnen die Möglichkeit, es zu verschlanken: