Feuilleton
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JLB – Lob des Schattens

schattenHeute morgen bin ich auf den Gedanken gebracht worden, auf Schatten zu achten und mir über Schatten Gedanken zu machen. Den Tag über habe ich die Dunkelheit herbeigesehnt. Und nun bin ich wieder an Borges‘ Gedicht „Lob des Schattens“ hängengeblieben.

Den Text gibt’s bei Peter Hammer.

Ein alter Mann (Borges halt) spricht ebenso ruhig und undramatisch wie bewegend von seiner langsamen Erblindung.

Demokrit von Abdera riß sich die Augen aus um zu denken;
Die Zeit ist mein Demokrit gewesen.
Dieser Halbschatten ist langsam und schmerzt nicht;
er fließt einen sanften Hang hinab
und gleicht der Ewigkeit.
Meine Freunde haben kein Gesicht,
die Frauen sind, was sie seit so vielen Jahren waren,
die Straßenecken könnten andere sein,
auf den Blättern der Bücher sind keine All das müßte mich erschrecken,
aber es ist eine Süße, eine Rückkehr.

Als noch nicht alter Mann fällt’s schon schwer, das nachzuvollziehen. Hm, vielleicht geht mir das im Moment auch deshalb nahe, weil ich nicht weiß, ob ich mich nach der Helligkeit oder nach der Dunkelheit sehnen soll.

Bildquelle: Iguana Jo, CC

2 Kommentare

  1. Glaub mir, wenn du nachts in Frankurt joggen gehst, verlierst du jegliche Faszination für Schatten. Der Schatten ist der Feind.

Antworten

:-) :-( ;-) :-D :übel: mehr »

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