Man beachte die Inschrift:
Der ruhmreichen Jeanne d‘Arc,
Ihrer edlen Heimat Lothringen,
Ihrem lieben Vaterland Frankreich.
Die Republik der Vereinigten Staaten und die Stadt New York,
Ihre treuen Bewunderer – am 15. August 1981.
Und zweitens eine Passage von Asserate:
Der nächste Punkt ist schwieriger zu erklären, aber womöglich noch wichtiger. Es geht um das Erkennen des Ranges einer Person oder einer Sache. Wer nicht vulgär ist – oder nicht in vulgärer Verfassung ist, wie man vorsichtiger sagen sollte –, wird den Rang auch nicht immer erkennen, aber der Vulgäre ist habituell zum Erkennen des Ranges unfähig. Der Rang ist eine der geheimnisvollsten, am schwersten faßbaren Qualitäten. Daß nicht alles Gold sei, was glänzt, leuchtet ein, aber wichtiger ist, daß Gold häufig genug überhaupt nicht glänzt, sondern stumpf und unscheinbar aussehen kann. Der älteste kostbarste Brokat wirkt beim ersten Anblick oft wie graue Lumpen. Eine seltene Versammlung aller guten Eigenschaften sagt über den Rang noch wenig aus. Als Kronzeugin für das Erkennen des Ranges möchte ich eine Frau benennen, die in jeder Hinsicht ein staunenswertes Schauspiel von unfehlbarer bienséance in jeder, auch der schlimmsten Lebenslage geboten hat: Jeanne d’Arc, die Jungfrau von Orleans, die von einer kleinen Hirtin zu einem weiblichen Lohengrin wurde. Wer ein Vorbild für richtiges und schönes Verhalten unter Todesdrohung sucht, lese die Gerichtsprotokolle der Jeanne d’Arc. Zu Beginn ihrer Laufbahn, als sie sich zu dem besiegten Dauphin durchschlug, versuchte man, sich einen Scherz mit ihr zu machen. Auf den Thronsessel setzte sich ein prächtig gekleideter Höfling, während der königliche Prinz, ein kleiner häßlicher Mann in bescheidenen Kleidern, in der letzten Reihe des Hofes stand. Jeanne sah den Höfling und sagte sofort: »Das ist nicht der Dauphin«, suchte unter den Gesichtern und beugte vor dem richtigen Mann das Knie. Wie immer man diese Geschichte bewerten mag, sie ist eine vorzügliche Illustration für dieses Erkennen des Rangs, der in diesem Paradefall mit irgendwelchen vorzüglichen Eigenschaften ja gerade nicht einherging. Mit einem einzigen trüben Tropfen Vulgarität im Leib hätte die Jungfrau den Prätendenten in seiner trostlosen Unfähigkeit niemals erkennen können.



Die Kirche von England









:-) Ferner: Blogs, die ich mag und lese
Apachefriends
DuckDuckGo
NachDenkSeiten
RSSOwl
Stellarium
Sternzeit (Deutschlandfunk)
Ubuntu
XnView MP
Da bei Brodkorbs gerade Erwägungen über die Unvereinbarkeit von Nationalismus und Christentum angestellt werden, erlaube ich mir, diesem Eintrag, der sehr gut in das Thema paßt, einen Schubs zu geben.
Das hier hatte ich neulich noch bei Elsa dazu geschrieben:
Habe den Artikel und Deinen Kommentar gelesen, der mir gefallen hat, und habe den Rest überflogen. Da ist ziemlich krauses Zeug dabei. Dünnpfiff ist natürlich hart. Zum Teil aber wüßte ich nicht, wo an Aussagen sinnvoll anzuknüpfen wäre. Lästig ist es mit Menschen zu sprechen, die Begriffe nicht unterscheiden können oder wollen und am besten auch gleich sollen und sein nach Belieben zusammenwerfen.
So, ich koche. (Nicht zum erstenmal heute, aber das tut nichts zur Sache.) Ich werde in Elsas Blog von einem Alleinheits-Arschloch ohne eine Spur von Ahnung von der Materie beschimpft – und meine sehr moderate Antwort wird mir weggelöscht. Keiner weiß warum.
Hier also zur Illustration dessen, worum es mir geht, zwei der berühmtesten Zitate Jeannes.
Brief an die Engländer vor Orleans, April 1429:
„Mein Herr fordert Euch auf, in Euer Land zurückzugehen; denn es ist Sein Wille, und wenn nicht, so werde ich Euch eine solche Schlacht liefern … [bricht ab]“
An den Herzog von Alençon, Juni 1429:
„Im Namen Gottes! Ihr müßt kämpfen! Und wenn sie [die Engländer] sich in die Wolken hängen, sie werden uns nicht entgehen. Denn Gott hat sie zu uns geschickt, damit wir sie schlagen!“
Komische Heilige, nicht wahr?