Es ist ein weiterer Erweichungs-Fall zu vermelden. Die allseits beliebten Moleskine-Notizbücher werden jetzt nicht mehr mit einem fast unbiegsamem, harten, mit Lederimitat eingeschlagenen Pappeinband angeboten, sondern in etwas, das sich „neuer Soft-Einband“ nennt. Die Büchlein sind nun weich und biegsam. Wie sie aussehen werden, wenn man sie einige Wochen in der Jackentasche mit sich herum getragen hat, läßt sich nach den ersten Biegeversuchen durchaus erahnen, die angebogenen Ecken bleiben leicht angebogen.
Ich glaube nicht, etwas mißverstanden zu haben: es gibt die alten harten offenbar nicht mehr. „La vraie falsification n‘est plus“, schade.
Und bevor sich irgend jemand Gedanken macht: Ich weiß, wer noch so alles mit diesen Dingern herumläuft. Es ist hier wie mit den Asserateschen Koffern: wenn man weiß, was man macht, darf man eigentlich alles. Scheußlich und allemal lächerlich sind nur die Authentizitätshanseln und Lebensart-Kümmerlinge, die sich mit so etwas entweder ein Gefühl verkaufen lassen oder es andererseits bemerkenswert finden, daß da einer Firma ein Marketing-Kniff geklückt ist. Das ist alles Banane, die Bücher sehen/sahen einfach gut aus und sind/waren ausgesprochen praktisch.
Mein altes hat noch zehn Seiten, mal schauen, wie sich dann das neue führen wird. Ich berichte.


Das rechte Maß


Ich habe auch eins (und ein paar Kleine). Eigentlich habe ich generell viel zu viele Notizbücher denn meist mache ich dort nie Einträge. Wenn ich lese, wie akribisch beispielsweise Ernst Jünger Tagebuch geführt hat (gut, es war sein Kriegstagebuch) bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Denn viele gute Gedanken entschwinden einfach … schade.
Ich hab’s auch nie fertig bekommen, regelmäßig ein richtiges Tagebuch zu führen. Am längsten noch bei diesen Rußland-Sachen damals. Da gab’s aber auch abends kein Web und kein TV, das macht enorm schreibfreudig. Und auch wenn der Sprung ein bißchen frivol ist: Daß Soldaten im 1. WK soviel geschrieben haben, lag sicher auch daran, daß sie Zeit genug hatten.
Merkwürdig scheint mir heute übrigens auch, wieviel Zeit ich als junger Mann mit abendlichen und nächtlichen Spaziergängen verbracht habe.
Ach, es gibt so viele schöne Sachen zu machen. Ich „versumpfe“ oft regelmäßig am Rechner – das ist dann oft recht unproduktiv und nicht gerade sinnvoll. Ich muss mir einiges mal vornehmen, so kanns nicht weitergehen. Ich wollte alleine dieses Wochenende ein paar Blogeinträge machen, aber irgendwie will mir nichts gelingen.