Der pazifische nämlich. Auf Project Syndicate findet sich ein ganz interessanter Artikel von Eri Hotta über den Ausbruch desselben: „Warum wir Pearl Harbor nicht vergessen sollten“. Da das Jubiläum des Angriffs (7.12.) schon ein paar Tage her ist, vermute ich, daß der Artikel auch nicht ganz neu ist, ich finde ihn aber erst jetzt.
Also, der Verfasser legt dar, daß Japan von den USA auch provoziert und bewußt gedemütigt worden, also zum Angriff getrieben worden sei. Nur dadurch habe sich die über einen Krieg (und über welchen Krieg) zerstrittene japanische Führung auf einen Angriff auf die USA einigen können.
Zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Pazifik kam es schließlich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gründe. Vor allem aber war es das Gefühl, eingekreist und gedemütigt zu werden, das die zutiefst gespaltene japanische Regierung einte. Im Gefühl der Niederlage nach einer Serie gescheiterter Annäherungsversuche an die USA – darunter dem Angebot direkter Gespräche mit Roosevelt – trat Ministerpräsident Fumimaro Konoe am 16. Oktober zurück; sein Nachfolger wurde ein Hardliner, Armeeminister Hideki Tōjō.
Der selbstherrliche Tonfall der Hull-Note vom 26. November, die den Rückzug aller japanischen Truppen aus China verlangte, war für die Gemäßigten in der japanischen Regierung, die noch immer auf diplomatische Verhandlungen gehofft hatten, der letzte Schlag. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Politiker überzeugt, dass die USA nicht bereit wären, sie anzuhören. Und so einigte sich die Regierung letztlich auf Krieg – im Namen der Rettung Asiens für alle Asiaten vor dem, was man als westliche Arroganz ansah. Am 1. Dezember wurde beschlossen, den Krieg in sechs Tagen zu beginnen.
Und der Verfasser warnt den Westen nun davor, so etwas angesichts der Harausforderung durch den Islamismus noch mal zu machen:
Fast 70 Jahre im Rückblick dürfte Pearl Harbor der heutigen US-Außenpolitik einige Lehren bieten. Trotz offensichtlicher Unterschiede zwischen Pearl Harbor und den jüngsten Taktiken islamistischer Terroristen zeigt sich in beiden der gemeinsame Wunsch selbst ernannter Davids, ihre Goliaths in einem eindeutig ungleichen Kampf zu Fall zu bringen. Diese Davids verlassen sich auf westliche Technologien, um Machtungleichgewichte auszugleichen, und sie werden von einem Gefühl echter oder eingebildeter Demütigung angetrieben.


Ist das nicht Revisionismus?
Ich bin nicht ganz sicher orientiert, ich meine aber, daß es Common sense sei, daß die USA Japan auch provoziert haben, insofern wäre das also kein Revisionismus.
Nur für Deutschland gelte eben immer andere Bedingungen.
Und das macht einige Jungs traurig zugleich und wütend.
Also in „Pearl Harbor“ war der liebe Opa im Rollstuhl doch ganz überrascht, dass die Situation eskalierte. Als friedliebender Amerikaner hatte er einfach nicht mit den finsteren Absichten der Japaner, vertreten durch den Botschafter, gerechnet. Außerdem hat der Präsident am folgenden Tage versichert, daß Amerika nur mit den besten Absichten mit Japan zur Erhaltung des Friedens verhandelt habe
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Gut, der Revisionismus beginnt wohl erst mit der Frage, ob Amerika gezielt darauf hingearbeitet hat, Japan zu einem Angriff zu verleiten, um den innenpolitische Widerstand gegen eine Kriegsbeteiligung im Pazfif bzw. Europa durchsetzen zu können – oder als Krönung, dass die Regierung vom Angriff wusste und die Truppen absichtlich nicht gewarnt hat. Gerade mit letztere begibt man sich sehr schnell in den Bereich der VTs auch wenn man einem FDR sowas natürlich schon zutrauen kann
Vermutlich kann man davon ausgehen, dass die Amerikaner an einer Deeskalation kein Interesse hatten, aber sich die Ereignisse dann wie üblich einfach überschlagen haben. Von daher würde ich die üblichen, seit „Day of Deceit“ gerne zitierten Memos mit derartigen Überlegungen nicht überbewerten.
http://en.wikipedia.org/wiki/McCollum_memo
Der war ja auch nur ein Opfer der opaken Mächte an der amerikanischen Ostküste.