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Die Pros

israelIch würde hier gerne einmal kurz, aber um so herzlicher anmerken, wie sehr mir am Wochenende die Pro-Israel-Demonstranten auf die Nerven gegangen sind, und zwar obwohl ich in der gegenwärtigen Auseinandersetzung, wenn ich mir denn eine Seite aussuchen müßte, auch auf der israelischen stände.

Aber es ist die Monotonie des Geflennes, die hier nervt: „Einzige Demokratie im Nahen Osten, umgegeben von einem Meer von Feinden“. (Letzteres stimmt bekanntlich dezidiert nicht, was die Pro-Spinner es aber nicht daran hindert, diese Platte mir bemerkenswerter Ausdauer weiter zu drehen.) „Vööölllig einseeitige Berichterstattung der westlichen Presse.“ „Islamischer Terrorismus.“ Immer die gleiche Leier, seit Jahrzehnten.

Klar, wer engagiert sich da? Militaria-Spinner, Moslemhasser und christliche Zeloten – mit anderen Worten Gesindel. Und Konvertiten und Möchtegern-Konvertiten zählen schon mal eh nicht. Es mag eine Handvoll ehrenwerter Idealisten und Fans des Landes darunter geben, aber wer jemals auf so einer Demo war (war ich mal vor Jahren), weiß, daß dort Unterschichten-Christen (sog. Evangelikale) den Ton angeben. Da kann man dann den Running Gag bemühen, daß Israel so wenig Freunde hat, daß es da nicht wählerisch sein dürfe. Ja, warum hat’s wohl so wenig Freunde? Könnte glatt mal was mit mehr als vier Jahrzehnten Besatzungspolitik zu tun haben, nicht wahr? Vor 1967 sah das jedenfalls anders aus.

Und dann haben wir da noch die deutschen Juden selbst, die Israel lieben müssen, aber in Deutschland leben wollen, eine Kombination, die zu gelegentlichen Verspannungen führt.

Bildquelle: the half-blood prince, CC

Ein Kommentar

  1. Aus der Internationalen Presseschau des Deutschlandfunk von heute:

    Zum Krieg im Gaza-Streifen. Die niederländische Zeitung DE VOLKSKRANT vergleicht die dortige Lage mit der in Darfur und fragt:
    „Warum schweigt die arabische Welt zu Darfur, wo es 300.000 Tote gibt, und schlägt zugleich Krach wegen Gaza mit rund 900 Toten? Könnte es damit zu tun haben, dass in Gaza Israel der Angreifer ist, während in Darfur Muslime von anderen Muslimen umgebracht werden? Das ist eine Frage, die auch viele Muslime in Darfur selbst beschäftigt, die sich fragen, warum die arabische Welt mit zweierlei Maß misst.“
    Das war DE VOLKSKRANT aus Amsterdam.

    http://www.dradio.de/presseschau/

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