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Ausland, Feuilleton
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Wenige Worte

hanimannJoseph Hanimann berichtet aus Paris, daß die französischen Großintellektuellen angesichts des Rabatzes in Gaza etwas tun, was sie ansonsten gar nicht gerne tun – nämlich schweigen. „Ins Lazarett mit ihnen“. Also: Glucksmann kritisiert „disproportionierte“ Kritik, Meddeb ist über alles „entsetzt“, und das soll’s auch schon gewesen sein. Ob man überhaupt noch Intellektuelle brauche, habe neulich Debray gefragt. Der erste Absatz von Hanimann ist hübsch:

Es ist so weit: Was wir mit dem Blick auf den neu entflammten Nahost-Krieg gerade erleben, ist das vielleicht erste Ereignis dieses Ausmaßes, bei dem wir ganz ohne den intellektuellen Debattenbegleitklang auskommen müssen. Wohl gibt es einzelne Stellungnahmen von da und dort, doch entsteht dazu kein strukturiertes Denk- und Kampffeld mehr. Im Gegenteil. Überblickt man das wenige, das seit zwei Wochen in Frankreich, dem Land der sonst schnell planierten Nebenkriegsplätze des Worts, das große Schweigen zu den Ereignissen im Gazastreifen unterbricht, wird klar: Hier ist etwas zu Ende. Zwei Wortmeldungen, die auch über die französische Grenze hinaus in Umlauf kamen, zeigen dies besonders deutlich.

(Übrigens geht mir auf faz.net gerade rechts oben in der Ecke dieses Waschbärengesicht von dem Kehlmann auf die Nerven…)

Die Sache (Gaza) ist wohl wirklich einfach zu langweilig, würde ich sagen, weil sie unlösbar ist. Der israelische Rockmusiker Avif Geffen sieht das in einem Interview im Tagesspiegel heute so:

Es ist verdammt schwer. Ich habe einen Freund, der wie ich zur radikalen Linken gehörte. Er kam vor ein paar Tagen zu mir und sagte: „ Wir haben für den Frieden demonstriert, und sie beschießen uns. Jetzt machen wir sie platt.“ Die Hamas hat erreicht, dass Leute wie ich sich dumm fühlen. Aber wer glaubt, durch den Krieg kämen wir weiter, ist noch dümmer.

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