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Messerchen ins Poesiealbum kleben

messerDas vor Coriolan im k2 angebrachte (nochmals danke!) Zitat von Wolfgang Pohrt gefällt mir so gut, daß ich es mir auch hier in mein eigenes Poesiealbum schreiben möchte. Es paßt auch bestens zum momentan hier eher metallischen Grundtenor.

Interviewer: Wir haben bislang nur von den hiesigen Verhältnissen gesprochen. Die meisten Amok-Kids aber gibt es in den USA.

W.P.: Weiß man das? In den frühen 80er Jahren gab es einen mir bekannt gewordenen und von keiner Zeitung erwähnten Fall, und vielleicht war das gar kein Einzelfall. Ein 14jähriger Junge hatte seine Mutter erstochen: Sie von Beruf Kinderpsychologin, der Vater Pädagoge, linkes akademisches Milieu. Klare Sache: Gegen zwei von der Sorte hat ein Junge nur bewaffnet eine Chance. Warum ? Menschen ohne Gewissen, ohne Selbst, ohne Scham und ohne Würde kann man außer mit dem Messer nicht verletzen.

Man kann sie weder bloßstellen noch kränken, weil hinter der Fassade oder Maske nichts ist. Sie brechen nicht zusammen, und es bricht keine Welt für sie zusammen, wenn ihnen bewiesen oder wenn öffentlich bekannt wird, daß sie verächtliche kleine Schurken sind. (…) Das ist der Menschentyp, der Kinder – und nicht nur sie – zum Messer greifen läßt.

(FAQ, Edition Tiamat, 1. Auflage, Berlin 2004)

Bildquelle: Andy Ciordia, CC

Und  nur nebenbei, vor allem wegen des Fotos: Messerspezialisten sind noch einmal eine Spur unerträglicher als normale Hobbyköche…

Ein Kommentar

  1. Rakir

    Ein beeindruckendes Zitat. Die Wände einer Gummizelle verhindern zwar Unheil, schaffen aber selbst nicht Gutes. Gummizellenatmosphäre scheint an vielen Orten zu herrschen …

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