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Ausland, Geschichte
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Belgien auf dem Balkon

Der Titel des Beitrags-Bildes (Danke, * michel clair *! CC) liefert mir einen schönen Beitrags-Titel. Es wird wieder einmal über die Zukunft Belgiens lamentiert wie schon während der letzten Regierungskrise – damals haben einige Zeitgenossen hierzulande geradezu auf das Auseinanderfallen des Staates gelungert, ich brauche kaum anzudeuten, wer.

Ich prognostiziere hiermit: Es wird den Staat Belgien noch in zehn und noch in fünfzig Jahren geben.

Es ist mir bekannt, daß schon der Name des Staates und in gewisser Weise auch der Staat selbst eine Kopfgeburt des bürgerlichen Frühliberalismus sind. Es ist mir bekannt, daß die Flamen früher arme katholische Bauern waren und daß sie heute ziemlich selbstbewußt geworden sind. Natürlich, es mag dort eine ziemlich scheußliche, größenwahnsinnige Bürokratie geben. (Wo nicht?)

Aber erstens ist nichts so stabil wie eine Staatsgrenze. Man schaue auf Afrika: die denkbar künstlichsten Grenzen – und dennoch haben sie sich seit den Entkolonialierung nur einmal oder zweimal verändert (Eritrea fiele mir ein.)

Zweitens ist kaum etwas so stabil wie ein auf Kompromisse und tausendfache Behelfe, auf Interessenausgleich gegründete Staatsgewalt. Man schau auf die Schweiz oder auch schon auf die Bundesrepublik.

Drittens gibt es eben doch eine historische Tradition. Klar, Burgund.

Viertens ist es kein so großes Problem, Nationen zu konstruieren. Nationen haben einen Anfang und ein Ende, so Renand. Österreich als Nation ist noch viel jünger als Belgien. Die Schweiz und die Niederlande sind auch noch nicht sooo furchtbar alt.

Also: Belgien kommt nicht vom Balkon herunter.

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