Leider in einiger Eile ein Hinweis auf den in der Tat hervorragenden SpOn-Artikel nämlichen Titels. Daraus:
Die Debatte um Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz macht eine gesellschaftliche Kluft sichtbar: Die Generation Online will nicht länger akzeptieren, dass über sie hinwegregiert wird. Ein Generationenkonflikt wird sichtbar, der das Land noch Jahre lang spalten könnte.
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Ein wahltaktisch todsicheres Gesetz, zielt es doch auf einen ungemein konsensfähigen Feind: die Hersteller und Verbreiter von Kinderpornografie, unmenschliche Profiteure und Verursacher unermesslichen Leids.
Folgerichtig tat die Opposition erst gar nichts und gab dann kaum mehr als ein leises Wimmern von sich – um sich dann in das Schicksal zu ergeben, dass die Familienministerin als Bezwingerin der Kinderschänder würde Wahlkampf machen können.
Dann passierte das Unerhörte: Eine rasant wachsende Zahl von Menschen sprach sich offen und nicht anonym gegen die Filterpläne der Ministerin aus – bis heute über 100.000. Obwohl es doch gegen Kinderpornografie ging! In Berlin war man konsterniert. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war so überrascht, dass ihm sogar der Fauxpas unterlief, die zu diesem Zeitpunkt bereits zehntausenden Unterzeichner der Petition gegen das Gesetzesvorhaben, immerhin ja Wähler, vor laufender Kamera in die Nähe von Kinderschändern zu rücken.
…
Diejenigen, die sich jetzt wehren, sind mehrheitlich überzeugt: Deutschland wird regiert, die öffentliche Meinung hierzulande dominiert von Menschen, für die das Internet eine fremde Welt ist, Computerspiele ein fremdartiger, potentiell gefährlicher Zeitvertreib. Von Menschen, die immer noch stolz auf die eigene Fähigkeit sind, SMS zu verschicken. Von digitalen Immigranten eben.
Gleichzeitig leben in diesem Land an die 20 Millionen Menschen zwischen 15 und 35 (um mal eine willkürliche Grenze für die Angehörigen der Generation C64 zu ziehen), in deren Leben digitale Technologie eine zentrale, eine vor allem selbstverständliche Rolle spielt. Für die das Internet nicht „der Cyberspace“ ist, sondern ein normaler Teil ihres Alltags, ebenso wie Telefone für die Generationen davor.
Die einen, die digitalen Immigranten, machen Politik für die anderen, die in einer vom Digitalen durchdrungenen Welt leben. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen.
Gibt es eigentlich schon einen Namen für die Große Schlacht? Also die zwischen Netz-Leuten und Nicht-Netz-Leuten, die da im Moment tobt?


Daraus:
Dreimal darf man raten, bei welcher großen deutschen Tageszeitung Herr Wefing, vor seinem (Rück-)Wechsel zur Zeit, jahrelang tätig war
Der Wefing hätte ich noch eigens erwähnt, wenn ich nicht gerade zwischen Tür und Angel tipseln würde. :übel: Der ist mir mit seiner Borniertheit und Dünkelhaftigkeit in der Tat schon damals, als er noch bei der FAQ war, furchtbar auf die Nerven gegangen.
Ich lese jetzt tatsächlich den Wefing-Artikel udn komme aus dem :übel: nicht raus. Als ob „das Recht“ im Netz bisher nicht durchgesetzt wurde, zehntausende Prozesse, Abmahnungen und Urteile sprechen da eine andere Sprache. T.W. hat solchen weltfremden Typen ja zurecht mal geraten, eine gewerbliche Anzeige bei eBay ohne Impressum und Widerrufsrecht einzustellen.
Und daß die USA nunmal ein anderes Verständnis von Redefreiheit haben, als ein deutscher, obrigkeitshöriger Journalist sollte er als San-Francisco-Korrespondent auch mal bemerkt haben – was die deutsche Regierung aber nicht hindert Ausländer anzuklagen und aburteilen zu lassen, sollten sie sich in Reichweite des europäischen Haftbefehls begeben.
„Austritt aus dem Recht“ ist eine dämliche Formulierung, wie sie einem wirklich nur nach langjähriger Tätigkeit für die FAQ in den Sinn kommen kann.
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In einem hat Wefing aber recht, ich bin lieber ein Cyberlibertarian, als ein obrigkeitshöriger Bundesbürger. Denn es gibt ein Grundrecht sich islamische „Terror“propaganda (z.B. die Infos der Tschetschenen vor 10 Jahren) und auch „Nazipropaganda“ oder nordkoreanische Propaganda anzuschauen, leider de jure nicht in Deutschland, aber de jure in Amerika und damit (noch) de facto auch in Deutschland.
Und damit drohen eben doch Mauern und chinesische Verhältnisse, weil die Rechtslage in den USA und Europa eben unterschiedlich sind und fast alles was Wefing an Inhalten verabscheut, in den USA erlaubt ist.
Eben. Und ich bin immer noch und mit allen guten Gründen stolz daraus, damals meine 10 Pfennig beigetragen zu haben, das russische (Des)informations-Monopol aufzubrechen.
Übrigens: An den USA hat Welfing vor allem die Tatsache gefallen, daß da weniger geraucht iwr dals in D. Gab da mal eine Feuilletonsglosse von dem „Deutschland stinkt“.