… aber nicht so eindeutig, wie sich das einige Blogger der plumperen Sorte vorstellen. So grosso modo der Tenor eines FR-Interviews mit Jakob Augstein, bekanntlich der Sohn von Rudolf Augstein und Besitzer des Freitag. Klar, er argumentiert im Sinne der von seinem Blatt angestrebten Verknüfung von Online und Print, aber recht überzeugend. Namentlich zwei Absätze haben es mir angetan.
Nämlich einer zum Boulevard und zur Selbstreferenzialität der „Qualitätszeitungen“:
Ich glaube, dass ich über das, was tatsächlich in der Gesellschaft los ist, aus der Bild mehr erfahre als aus der Süddeutschen. Dort erfahre ich vielleicht etwas über Parteien und Verbände, aber in der Bild lese ich dafür etwas über das Arbeitsleben der Leute oder über merkwürdige Beziehungssituationen. Das könnte die Bild sicher auch noch besser machen, der Boulevard müsste generell noch viel besser sein. Ich bin ein großer Freund vom Boulevard, weil ich glaube, dass er genau dahin geht, wo die ganzen arrivierten Journalisten nicht mehr hingehen, und sich wirklich an die Leser wendet. Bei der Süddeutschen und der FAZ sind die ersten Seiten nicht für die Leser geschrieben, sondern nur für Parteien, für Verbände und für andere Journalisten. Das ist ein Hauptproblem des Journalismus, er entfernt sich von den Menschen und bleibt in einem selbstreferentiellen System hängen.
Und dann das hier zu den Star-Bloggern, eine schiere Wohltat:
„Habt ihr die Disziplin, habt ihr die Reife und die Professionalität dazu, könnt ihr das?“ Darauf bekomme ich keine befriedigende Antwort, weshalb ich denke: Oh Gott, bitte gib uns noch ein bisschen Zeit und lass die Zeitungen nicht so schnell sterben, weil sonst das Feld brach liegt. Wenn Don Alphonso und Sascha Lobo diejenigen sind, die diese Lücke in Zukunft ausfüllen sollen, dann kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch!
So, und da das hier ausschließlich ein privates Blog ohne jeden Informationsanspruch ist, in dem auch keineswegs „Mikrojournalismus“ betrieben wird, sei mir hier die Bemerkung gestattet: Was für ein ergebnisloser Tag war das, pfui! Sportprogramm sollte schon längst fertig sein, ist aber noch nicht mal angefangen. Ein weiterer sportfreier Tag ist nach diesem Katastrophensonntag leider nicht drin. Aufraffen!



„Kindersicherung für alle“

