Tatort „Tote Männer“, RB 2009, Inga Lürsen (Sabine Postel), Nils Stedefreund (Oliver Mommsen)
Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Homophobie. Na, so halb als Rahmenthema…
übel
So leid es mir für mein liebes Bremen tut, das sagen zu müssen: ein typischer Bremen-Tatort, mit anderen Worten geradezu kunstvoll gesteigerte Unerträglichkeit.
Am Anfang empfindet man das noch als halbwegs peppig und spannend und übersieht freundlich die sich schon merklich machenden Scheußlichkeiten des Drehbuches, insbesondere die unerträglichen plumpen und holzigen Dialoge und Klischeehaftigkeiten.
Aber nach einer halben Stunde ist dann klar, wer’s war – und dann wird’s richtig schlimm. Welche Zumutung vor allem auch die eine Stunde lang tumb gelegten falschen Fährten! Man fühlt sich geradezu verarscht: „Mensch Leute, Vorhang! Die Sache ist doch klar! Wir wissen’s nun!“
Wie gesagt das schlimmste sind die Dialoge, die das Buch den armen Schauspielern, die ihre Sache teilweise gar nicht schlecht machen (Felix Eitner), in den Mund legt. Ganz furchtbar das, was seine Frau von sich zu geben hat:
„Leo, Du bist schwul, oder nicht? — Ich krieg kotzen!“
Angewidert: „Das sind doch Schwule!“
„Alles war wieder wie vorher. Nein, es war alles besser! Wir haben nicht mehr gestritten, und dann haben wird das Baby gemacht.“
Pädagogisch wertvoll also, die Böse ist auch noch homophob.
Und Stedefreund ist mit Ingas Tochter im Bett gewesen! Und das Kinderzimmer! Uah!
Nachtrag: Wieso eigentlich schon wieder ein Bremer-Tatort? Ich dachte, die kämen nur einmal im Jahr, und vor ein paar Wochen lief doch gerade erst einer…



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Ach, an die Volkserziehung qua Tatort hat man sich ja schon gewöhnt. Was am Tatort aus Bremen einfach unerträglich ist, sind die unglaublich schlechten Schauspieler. Diese hochemotionalen Szenen wirkten in etwa so gestellt, wie bei „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ zu Anfang der 90er. Naja, und wenn man als Produktion schon nicht weiß, daß die Schauspieler die letzten Pfeifen sind, dann schneidert man ihnen natürlich genau solche Stücke, die sie überhaupt nicht spielen können, so sie überhaupt etwas spielen können, wäre man fast versucht hinzuzufügen…
So, nun noch dazu; um Pardon, gestern war einfach an allen Fronten zu viel los.
Ich meine (ohne es belegen zu können), daß die Volkserziehung-Tatorte (Ausländer verdächtig, Nazi schuld) heute viel seltener sind als in den 90ern. Eigentlich gibt es sie in dieser plumpen Form kaum noch, auch diesmal war das eher ein Nebenaspekt. Insofern muß man sich da an gar nichts „gewöhnen“…
Meines Erachtens udn nach meinem Kenntnisstand waren das auch keine schlechten Schauspieler – sie hatten einfach keine Chance gegen das Buch. Was sollte z.B. Fritzi habeland aus diesen „hochemotionalen Szenen“ machen? Es waren einfach unterirdische Dialoge.