Das mecklenburgische Sozi-Magazin Horizonte hat sich etwas sehr Hübsches einfallen. Susanne Bliemel schreibt über die plattdeutsche Kulturbewegung im Mecklenburg der 20er und 30er Jahre und über deren Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten. Und zwar schreibt Frau Bliemel auf platt: „Vadderland un Muddersprak – Plattdütsch un Nationalismus“. (E.R., mit Horizonte personell verbandelt, bringt’s auch.)
Und wie jeder, der versucht, einen Text zu einem elaborierteren (kulturellen, politischen, literarischen …) Thema auf platt zu verfassen, wird die Verfasserin gemerkt haben: Es geht nicht. Es fehlen die Vokabeln, es fehlt die Standardisierung, es wird zwangsläufig ein komischer Mischmasch. Un darüm schreev ik dat hier op Hogdüütsch.
Fru Bliemel het’t gaut mokt, se het don, wat se don künn, man’t geit nich, tau düsse Saken op platt tau schreven.
Und ich bin mittlerweile (fast) so weit zu sagen: Man sollte Platt endlich den Gnadenschuß geben und vor allem die EU daran verhindern, hier irgend etwas für schützenswert zu erklären. Das Milieu, in dem Platt zu Hause war, gibt es heute (fast) nicht mehr – Platt ist heute (fast) ein Sprache für grüne Lehrertypen, die’s aufs Land verschlagen hat. Laßt doch den Krampf. Wer Spaß an derlei hat, kann ja Holländisch lernen.
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