meediaEinem ReTweet von der Maschinistin verdanke ich die Kenntnis dieses sehr interessanten Artikels: „Twitter-Nutzung: Alter schlägt Jugend“. Es sind gar nicht so sehr die Teens und Twens, die twittern, sondern meine eigene Generation, allgemeiner die Leute in den 30ern und in den 40ern:

Wie das Marktforschungsinstitut Nielsen bereits im ersten Quartal ermittelte, machen die 35- bis 49-Jährigen den Löwenanteil von 41,7 Prozent aller Twitternutzer aus.

Das deckt sich mit meinen persönlichen Beobachtungen – die ich mir aber bisher aus meinen persönlichen Präferenzen erklärt hatte. Ich hatte gedacht: „Deine Twitterkumpane haben meist so etwa Dein Alter, weil Du Dir eben Leute aussuchst, die mental zu Dir passen.“ Man stellt sich bei Twitter bekanntlich sein soziales Umfeld selbst zusammen. Das ist natürlich auch so, aber es scheint eben doch eine generellere Tendenz zu sein.

Warum ist das so? Ich weiß es nicht. Mein Verdacht: Twittern ist nichts für Leute, die sich selbst zu ernst nehmen, und als sehr junger Mensch neigt man bekanntlich dazu, sich zu ernst zu nehmen. Eine gewisse Einsicht in die Beschränktheit der eigenen Wahrnehmung und in die Beschränktheit der Möglichkeiten, wahrgenommen zu werden, ist jedenfalls bei der Twitterei sehr hilfreich – und in dieser Hinsicht ist man vielleicht jenseits der Dreißig im Vorteil?

Damit wäre übrigens auch das Stöckersche Theorem von der C64-Generation wenn nicht hinfällig, so doch weiter in Frage gestellt.

8 Kommentare zu „Wir Erwachsenen vom Bahnhof Twi“

  1. Huldra

    Vielleicht hat es auch schlicht damit zu tun, daß die Leute in den 30ern und 40ern im Berufsleben stehen und somit a) geregelter Zugang zum Netz haben b) Twitter aus beruflichen Gründen nutzen und c) denken, daß sie somit was Wesentliches zu sagen haben und d) sich mehr vernetzen wollen? Und die Jugendlichen eh so in ihren Freundeskreise etc. drin sind, daß sie das (noch) nicht brauchen? Nur Vermutung meinerseits :)

  2. Vielleicht liegt’s an der vielgepriesenen leichten und transparenten Bedienung. Da kann auch der mittelalte Voll-Noob (sonst eher Fraktion „Computer sind doch nur bessere Schreibmaschinen“) sofort berührungsangstfrei loslegen. Das Datenformat „Text“ ist ihm ja, im Gegensatz zu den eher unseriösen Formaten „Bild“, „Video“ und „non-Vinyl-Audio“ noch vertraut. ;)

  3. frei_sein

    Bezugnehmend auf meine Vorposter kann man wohl sagen, dass Twitter für die ist, denen facebook zu kompliziert ist :D

    Spaß beiseite, wer facebook intensiv nutzt, und das dürften die Jüngeren sein, braucht eigentlich kein twitter, weil die Funktionalität dort „irgendwie“ integriert ist.

  4. frei_sein

    Mit dem „irgendwie“ inkludiere ich mich selbstverständlich in die Gruppe der Facebook-zu-kompliziert-Finder ;)

  5. frei_sein

    Nachdem der Text seit einigen Tagen durch Twitter schwebt und auch von der Mainstreampresse aufgegriffen wurde, hier zur Ergänzung der soziologische Daten:

    On the other hand, teenagers do not use twitter. Most have signed up to the service, but then just leave it as they release that they are not going to update it (mostly because texting twitter uses up credit, and they would rather text friends with that credit). In addition, they realise that no one is viewing their profile, so their ‘tweets’ are pointless.

    Dass diese bahnbrechende Erkenntis eines 15jährigen dazu geführt hat, dass die Finanzwelt Kopf stand.

    “We’ve had dozens and dozens of fund managers, and several CEOs, e-mailing and calling all day,” said Mr Hill-Wood, 35, estimating that the note had generated five or six times more feedback than the team’s usual reports.

    erklärt die Einfältigkeit der „fund manager“ und „CEOs“ und ruft in Erinnerung, dass die Finanzkrise wohl nicht von ungefähr kam ;)

    http://media.ft.com/cms/c3852b2e-6f9a-11de-bfc5-00144feabdc0.pdf

  6. Ich gebe, zu den Kernpunkt hier schlechterdings nicht zu verstehen, sachlich nicht oder sprachlich nicht:

    (mostly because texting twitter uses up credit, and they would rather text friends with that credit)

    ?

    Was bedeutet hier „credit“?

  7. frei_sein

    „Credit“ ist hier das Guthaben auf den Prepaid-Handykarten.

  8. Ach sooo, alles klaas nun. #Handymuffel

    Und danke für die Erläuterungen! :)

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