twitterfriendsfreuitagBCR (auch hier: Gute Besserung! :) ) hat im Freitag einen Artikel zum Thema „Followerkauf im Twitter“ aufgetan, interessant. Es gibt da also eine US-Firma, die ihren Kunden verspricht, ihnen Zehn- oder gar Hunderttausende von Followern zu verschaffen. Naheliegendes Fazit: Derlei bringt nichts, weil das natürlich eh Karteileichen, Jedem-Folger und Nichtleser sind – der RT-Effekt, also das eigentliche Twitter-Wuchtgeschoß, entfällt. Genauer:

Dass es diese kommerzielle Angebot gibt, die Follower-Zahlen hochzutreiben, verweist aber darauf, dass das neue Medium Twitter langsam seine Unschuld verliert. Geschäftsinteressen sickern immer weiter in den Dienst ein, den zunächst vor allem Privatpersonen nutzten und der sich der freien, unverzerrten Kommunikation verschrieben hat.Allerdings, die Idee vom Schwarmgeist und der Weisheit der Vielen wird durch gekaufte Twitter-Follower nicht wirklich in Frage gestellt. Der große Vorzug von Twitter, dass man eine Nachricht über das eigene Netzwerk schnell verteilen kann, weil ein interessanter Eintrag von den Followern auf ihren Accounts erneut gepostet wird und so ins Vielfache multipliziert wird – um diesen Vorzug sind die Kunden von uSocial betrogen. Denn egal ob hinter den neuen Followern Geisteraccounts stehen oder blind beantwortete Kontaktaufnahmen – in beiden Fällen fallen die ausgesendeten Botschaften auf trockenen Boden. Es gibt keine Follower, die wirklich an den Nachrichten interessiert sind und diese in ihrem eigenen Twitter-Netzwerk weiter verteilen würden.

Ich nehme das einmal zum Anlaß, meine eigene Position im Twitter zu referieren.

Ich fühle mich da mittlerweile sozusagen arrondiert. :) Die Sache läuft gefestigt vor sich hin, ich bin weiterhin mit Freude und Begeisterung dabei.

Ich folge zur Zeit ca. 80 Leuten. Es sind ein paar Karteileichen dabei, aber im wesentlichen sind es Leute, bei denen mich wirklich interessiert, was sie zu sagen haben. Eigentlich reicht mir diese Zahl – mehr als hundert könnte ich eh nicht bewältigen.

Klar, ich hätte nichts gegen ein paar mehr interessante Leuten, aber da gibt es gar nicht so viele. Abgesehen von persönlichen oder sonstwie Bekannten sollten es Leute sein, die was zu sagen haben. Die nicht ausschließlich RTs bringen. Keine Trashposter („ich esse gerade dies und das“). (@wimbauer ist natürlich eine Ausnahme, aber mehr als einen von dem Kaliber hielte ich auch nicht aus… ;) ) Auch keine Hans Dampfe in allen Gassen und Möchtegern-Knotenpunkte, keine Power-Twitterer, die einem die Timeline mit irgendwelchem News- und Zensursula-Scheiß zumüllen. No nerds, please.

Möglichst keine Leute, die jedem folgen, aber auch keine, die fast niemandem folgen. Von den ganzen Coaches für irgendwas, die während des großen Booms im Frühling aufgesprungen sind, brauch ich hier sicher nicht zu reden… Wobei ich aber nicht gegen klug gemachte berufliche oder semiberufliche Twitter habe, im Gegenteil. Entscheidend ist eben immer die erkennbare Persönlichkeit.

Es bleibt H., was er im Netz schon immer gewesen ist, nämlich ein Langweiler- und Monothematiker-Verabscheuer. :)

Follower habe ich auch mehr als genug, nämlich 180. Hm, das ist mehr als doppelt soviel wie Followingse. Ich möchte aber nicht wie eine arroganten Diva wirken, die nicht zurückfolgt. Es könnten also ruhig ein paar weniger Follower sein. Aber wie wild bannen mag ich auch nicht. Am liebsten wäre mir, wenn sich die Langweiler unter meinen Nur-Followern selbst wieder entfollowen würden.

@PeterHammer lasse ich erst mal ruhen, ich brauche den Account im Moment nicht mehr. Vielleicht reaktiviere ich ihn mal für etwelche Experimente.

2 Kommentare zu „Arrondiert im Twitter“

  1. Ein weiterer interessanter Artikel zum Thema findet sich auch bei der BBC. Hier wird nicht nur erklärt, auf welche Weise so viele Follower gewonnen werden können, ohne reine Karteileichen zu sein, sondern es wird noch ein weiteres Spamming-Phänomen diskutiert: das Hashtag-Hijacking.

  2. Danke für den Hinweis, B.!

    Interessant daraus, so als Nebenaspekt:

    „It’s interesting in the way it has developed,“ said Mr Goad. „Hashtags and re-tweets have developed organically rather than been designed from the top down.

    Ist mir bis dato nicht in der Form klar gewesen, ist aber überzeugend, wenn man bedenkt, daß bei Twitter selbst Hashtags erst seit gestern, oder so, klickbar sind. Sieh an, das kommt also genau wie der RT „von unten“.

rss Kommentare als RSS-Feed

Antworten

Oder stattdessen:

Für die Bastler... Erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>