Monatsarchiv für Januar 2008

Ausflug in die Kulinargenetik

76px-illustration_coriandrum_sativum0.jpgBekanntlich empfinden viele Menschen, insbesondere Europäer, die die Verwendung von Koriandergrün als Küchenkraut nicht gewöhnt sind, seinen Geruch als unangenehm – nämlich als „seifig“ oder „wanzenartig“.

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Der Duft – ein Unterweltler

Aus der schon erwähnten „Kulturgeschichte der Gewürze“ ein unschlagbares Zitat über den Duft:

„Eigentlich lebt der Duft in der Unterwelt. Geleitet von der Augenmafia, überwacht von Ohrenspitzeln. Deswegen wohl auch immer flüchtig.“

Markus Czygan

(Hier selbstverständlich keine Visualisierung durch ein Bildchen, das können wir dem Geächteten nicht auch noch zumuten.)

VI

002.gif♦ König Beatrix der Niederlande ist siebzig Jahre alt geworden. Heute im FAZ-Feuilleton ein sehr schöner Artikel von Schümer dazu, der insbesondere klarstellt, wie konsequent unvolkstümlich, hoheitlich und konservativ – es drängt sich hier einfach auf zu sagen: „unholländisch“ – sie ihr Amt führt. Gut und schön. Bis a hundertzwanzich! :)

♦ Don Felipe ist vierzig geworden, Glückwunsch.

Warum sieht man immer wieder und recht häufig türkische oder sonstwie moslemische (also: kopftuchtragende) Walkerinnen mittleren Alters auf der Herrenhäuser Allee? Das bleibt rätselhaft. Türkische Läufer sieht man übrigens ganz selten, Ausdauersport scheint deren Sache nicht zu sein.

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Schädlingsbekämpfer (ergänzt)

schaedlingsbekaempfer2Eine ausgebleichte lila Mappe aus stabiler Pappe im Oktavformat, verschlossen mit einer lila Kunstseidenschleife. Aufdruck: „Ein Vierteljahrhundert Preußische Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene : 1901-1926.“ Darüber eine 25 im Lorbeerkranz. In der Mappe vier graue Hefte aus den Reihen „Mitteilungen aus der Preußischen Landesanstalt …“ und „Kleine Mitteilungen des Vereins für Wasserversorgung und Abfallbeseitigung e.V.“ Eine selbstgebastelte Behörden-Festschrift von 1926 also.

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2x XAMPP auf Dual-Boot mit nur 1x htdocs und MySQL

xampp.jpgInstallation von zwei XAMPPs (je 1.6.4) auf einem Windows-Linux-Doppelboot-System (WinXP Prof und Kubuntu 7.10) mit nur einem htdocs-Ordner und einem MySQL-Datenbanksatz auf einer von beiden Systemen les- und beschreibbaren FAT-Partition.

Da ich dazu auch nach längerem Suchen keine Anleitung im Web finden konnte, hier eine Kurzanleitung. Natürlich gilt: Ohne Gewähr und ohne Gewährleistung…

Jemandem, der das Bedürfnis hat, das auszuprobieren, braucht man keine Grundbegriffe zu erklären, ich kann mir hier also Dateipfade etc. weitgehend sparen. Also:

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Das neueste Zitat von Baltasar Gracián!

gracian_121.jpgWir haben seine Hochwürden Pater Baltasar Gracián S.J. um eine kurze Stellungnahme zu den Ereignissen der letzten Woche gegebeten, namentlich zu denen, die kurz vor der Abschaltung von Konjunktiv 2 dort und seitdem hier verhandelt wurden. Der Übersetzer hat uns die Antwort – grußlos! :uebel: – per Minitel (!) zukommen lassen. In aller Eile ist uns nichts Besseres eingefallen, sie hier zu veröffentlichen, als sie eben ins Notizbuch zu übertragen, die Notizbuchs-Seite zu scannen und den Scan hier einzustellen.

Verdammt (Ballauf; Schenk)

tatort_verdammt.jpgTatort „Verdammt“, WDR 2008, Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), Freddy Schenk (Dietmar Bär)

Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Kinderschänder; Anti-Kinderschänder-Vereine, die es nicht gibt

:-|

Bei allem Respekt davor, dieses Thema vielschichtig und möglichst unkonventionell abgehandelt zu haben: Es stand einfach viel zu sehr im Vordergrund und mußte das nach Lage der Dinge vermutlich auch. Man hat sich hier übernommen, und auch wenn es eigentlich eine ziemlich spannende Folge war, so wurde diese Spannung doch von dem Gewicht des Rahmenthemas gleichsam plattgedrückt.

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IV

interim_05.gifHeute ist die Wahrscheinlichkeit, daß wir es in einem Jahr mit einer US-Präsidentin namens Hillary C. zu tun haben werden, etwas geringer geworden, gut so. :d:

Die Chatten und die Sachsen wählen heute. Ich bin nicht zur Wahl gegangen, da mich das Gesicht Wulffs und der lahme Wahlkampf nicht genügend motiviert, die Jüngelchen-Gesichter auf den Wahlplakaten der FDP aber ganz entschieden demotiviert haben.

Unseren hessischen Freunden hingegen alles Gute, ein Hoch der altberühmten Hessen-CDU! Roko, go! :d:

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III

vign_004.gifKurz vor Ende von k2 hatte Pictures of Lily dort empört erwähnt, daß man bei deutschen Jugendlichen wieder Palästinensertücher sehe. Wir hielten das für eine gute Nachricht. Nicht aus Nostalgie, sondern weil diese Kefiyes wirklich chic aussehen, wenn sie elegant geschlungen werden. Und wie schön, das erste Mädchen mit so einem Tuch, das wir sehen, ist ein prächtiger und stolzer Anblick. Heute morgen aber kommt es knüppeldick. Es kommt uns eine Gruppe von vier, fünf Puddingschülerinnen entgegengewatschelt, alle mit diesen spitzen Unterschichten-Schuhen, alle mit „Palli“. Der Reiz ist dahin, der schaurige Anblick bleibt an den armen Tüchern hängen.

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Schattenkinder

fme_schattenkinder.jpgFilm-Mittwoch im Ersten: „Schattenkinder“, 2008, Christiane (Karoline Eichhorn), Sandra (Beata Lehmann), Therese (Amber Bongard)

Ein guter Film. Und es will etwas heißen, wenn wir das von einem Film sagen, in dem es im wesentlichen um Kinder-Erziehungsfragen geht, in dem alle wichtigen Figuren Frauen und alle Männer melancholische Trottel und/oder beflissene Softys sind. (Wenn man einen Harki-Haken schlägt, kann man als Deutscher fast schon wieder stolz sein, einer Nation anzugehören, in der Rainer Selliens Standard-Rolle ganz realistisch und sogar sympathisch, eben überzeugend, wirkt.)

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Gegenöffentlichkeiten

gegenoeffentlichkeiten.jpgEin wunderbarer, glasharter (nun ja: auch ziemlich involvierter…) Kommentar zum Thema „Gegenöffentlichkeiten“ findet sich im FAZ-Feuilleton von morgen. Christian Geyer bringt es auf den Punkt. Sehr wichtig auch, daß das unvermeidliche notdürftig verklausulierte Drohen mit körperlicher Gewalt („Hausbesuche“ etc.) in den Kommentaren auf den allseits bekannten „politisch inkorrekten“ und/oder anti-islamischen Ochlos-Sites angesprochen wird. Das gibt es dort seit Jahren immer wieder und unausgesetzt, und es wird allerhöchste Zeit, daß dagegen vorgegangen wird. Es wäre sehr schön, wenn die ebenso unsägliche wie absehbare Schmutzkampagne gegen Jessen hier etwas anstoßen würde.

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II

vign_003.gif Der Tag beginnt schlecht, nämlich mit dem Sprecher der Siebenuhrnachrichten auf Deutschlandradio. Er spricht hastig, flach, trennt die Wörter nicht richtig, hebt kaum die Stimme, wenn er betont, betont er wirr. Und vor allem: Er bemüht sich, fremde Namen haargenau so auszusprechen wie in der Sprache, aus der sie stammen – allemal ein Erkennungszeichen für die geistige Infanterie. Der Name Prodi klingt auch anständig ausgesprochen schon häßlich genug. (Auch ohne daß man seine Träge vor Augen hätte.) Aber was macht er? Erstens spricht er ein offenen o – schon das ist unerträglich. Zweitens ein Zungen-r… Aber es geht immer noch ein bißchen schlimmer: er spricht allen Ernstes ein nichtaspiriertes p.

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Das alte Weblog

das_alte_weblog.jpgfrei_sein hatte vorhin mit freundlichen Worten mein „altes Weblog“ auf janklaas.de erwähnt. Das war der Vorgänger von Konjunktiv 2 – mit Begeisterung geführt vom Februar bis zum Dezember 2004. Wie gesagt mit selbstgeschriebenen PHP-Skripten und zu einer Zeit, als sich der Begriff „Weblog“ in Deutschland gerade erst herumzusprechen begann.

Heute habe ich im Zuge der Stillegung von k2 einige Sachen an meiner hoffnungslos veralteten janklaas-Site gerichtet, nämlich vor allem die „dynamischen Beziehungen“ zu k2 („Neu auf Konjunktiv 2″) dort entfernt. Meine Güte, ich wünschte ich hätte Zeit, die Site ganz zu überarbeiten, sie ist wirklich Schandfleck. Immerhin: alles selbstgeskriptet, teil meine ersten Gehversuche in PHP, ich mag sie einfach nicht abschalten.

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Nun doch weg…

k2_logo.jpgRecht spontan habe ich heute gegen Mitternacht Konjunktiv 2 nun doch abgeschaltet. Angekündigt war das, die Leute waren allesamt vorgewarnt – dann habe ich noch eine harkiesque Pirouette gedreht, und nun ist es eben doch weg.

Die Sache hat über drei Jahre einen erheblichen Teil meiner Zeit in Anspruch genommen. Es folgen daher in diesem Weblog mit Sicherheit noch einige Nachlesen. Ich mache sogar eine eigene Kategorie „Konjunktiv-2-Nachlesen“ auf – deren erste, nämlich dieser Eintrag, dient zuförderst der Information unserer Stammgäste darüber daß, das Konjunktiv 2 eben nun doch weg sei.

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Die Schalen hoch, die Tulpen weggeschlossen!

Ein Lob der Sektschale

sektschale_kl.jpgSektgläser mit einem breiten, als flache Schale geformten Kelch – diese schönen Gläser sind seit längerer Zeit schon ganz und gar von den hohen, schmalen Sektgläsern verdrängt worden, bedauerlich.

Sektschalen sehen viel hübscher aus als die hohen Sektgläser, sie wirken nicht so spitzig, maigre und zackig, sondern opulenter, ruhiger und sicherer. Man assoziiert mit ihnen kein „Gläschen Sekt“ anläßlich einer „betrieblichen Feierlichkeit“ – man kann sie sich nicht mit Orangensaft gefüllt denken. Auch geben sie der Hand die Möglichkeit zu ausdrucksvolleren Gesten.

Aber es hat sich hier schnöder Funktionalismus durchgesetzt. Ein denkbares funktionalistisches Argument gegen Sektschalen wäre die Tatsache, daß sie mehr Platz einnehmen als moderne Sektgläser – wenn man eine große Menge von ihnen auf einem kleinen Tisch oder einem kleinen Tablett unterbringen will, bekommt man Probleme. (Wenn man sie denn nicht stapeln will – und von diesen obskuren Sektschalenpyramiden brauchen wir hier sich nicht zu reden…) Das wird man zur Not gelten lassen können.

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