Monatsarchiv für Januar 2008

Der Duft – ein Unterweltler

Aus der schon erwähnten „Kulturgeschichte der Gewürze“ ein unschlagbares Zitat über den Duft:

„Eigentlich lebt der Duft in der Unterwelt. Geleitet von der Augenmafia, überwacht von Ohrenspitzeln. Deswegen wohl auch immer flüchtig.“

Markus Czygan

(Hier selbstverständlich keine Visualisierung durch ein Bildchen, das können wir dem Geächteten nicht auch noch zumuten.)

Hundsstern

position_alpha_cma.pngGegen neun beim Laufen ein Wintersternenhimmel so schön, wie man ihn in der Großstadt selten zu sehen bekommt. Im Norden martialisch und winterlich-senkrecht die Sichel des Großen Wagens, im Osten der große Himmelskrieger, zu seinen Füßen der Große Hund. Zum ersten Mal erst in diesem Winter werde ich des Sirius‘ gewahr. Dieser stolze, kalte und gleichmütige Gast an unserem Himmel. Prächtig hoch droben die Zwillinge und die Pleiaden.

Schön; das ist ein Bild (sogar das Bild?) des Winters.

Von wegen martialisch: den Mars, der in den letzten Wochen so hübsch zu sehen war, konnte ich leider nicht zur herbeigesehnten Komplettierung des Bildes aufspüren.

(weiter…)

Repertorium Germanicum

rep_germ2.jpgMit dem „Repertorium Germanicum“ zu schaffen – einem zwanzigbändigen Wahnsinnsprojekt von Quellenedition, das die Erwähnung von Personen aus und Orten im Deutschen Reich in den Papstakten von den 1370er bis in die 1470er Jahre erschließt. Das Deutsche Historische Institut in Rom arbeitet seit einem Jahrhundert daran.

Aus dem Vorwort zu Band V/1,1 (Tübingen 2004): „Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt als Direktor des 1953 wiedereröffneten Deutschen Historischen Instituts (DHI) in Rom stellte Walther Holtzmann in seinem knappen Anriß der Institutsgeschichte fest: ‚Ein Sorgenkind war von jeher das Repertorium Germanicum‘.“ Kann man sich vorstellen…

Was mir neu war: Zuerst angestoßen wurde das Projekt von Ludwig Quidde – dem Linksabweichler in (und dann bald nicht mehr in) der deutschen Historikerzunft, Verfasser einer Satire auf Kaiser Wilhelm II. („Caligula“ ) und Friedensnobelpreisträger von 1927.

Der Kormorankrieg (Blum; Perlmann)

tatort_der_kormorankrieg.jpgTatort „Der Kormorankrieg“, SWR 2007, Klara Blum (Eva Mattes), Kai Perlmann (Sebastian Bezzel)

Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: Umweltschutz, militante Kaulquappenzähler

:-)

Erfreulich wie die Konstanzer Folgen eigentlich immer – im Durchschnitt im Moment die besten Folgen, jedenfalls nie ganz finstere.

Die Verfolgungsjagd gegen Ende wäre ganz unnötig gewesen, wenn denn nicht schon um 21:27:30 (Gespräch zwischen Almuth Weiß und ihrem Mann) klar gewesen wäre, wer der Täter ist. Immerhin, dadurch kommt Perlmann zu seinem ersten Abschuß.

(weiter…)

„Konjunktiv 2″ eingestellt

k2.jpgDas Forum Konjunktiv 2 ist eingestellt.

Kurzbegründung: Das Betreiben besagten Forums hat in letzter Zeit meine psychischen Kräfte überfordert.

Eine detailliertere Begründung folgt wahrscheinlich in diesem Weblog, möglicherweise auch ein „Was nun?“

Civilisation

500px-code_civil_1804.pngDer Wind kommt heuer aus dem Osten – die Zivilisation immer schon aus dem Westen. Eine Ausgabe des Code Napoléon von 1808. Und zwar, das ist der Witz, eine zweisprachige. Ein schöner Quartband, rechte Seiten in Antiqua auf französisch, links Seiten in Fraktur auf deutsch: „Wir, Hieronymus, von Gottes Gnaden König von Westphalen…“

(Im Gegensatz zur Ganz-Originalausgabe heißt die zweisprachige Ausgabe übrigens auch wirklich auf dem Titelblatt Code Napoléon und nicht Code Civil.)

Drumherum stehen noch andere, kleiner Gesetzestexte aus der Zeit, Polizeigesetze und ähnliches, teils deutsch, teils französisch. In einer deutschen Ausgabe auf dem Vorsatzblatt: „Napoleon, Kaiser der Franzosen, König von Italien und Schutzherr des Rheinbundes…“

Ausflug in die Kulinargenetik

76px-illustration_coriandrum_sativum0.jpgBekanntlich empfinden viele Menschen, insbesondere Europäer, die die Verwendung von Koriandergrün als Küchenkraut nicht gewöhnt sind, seinen Geruch als unangenehm – nämlich als „seifig“ oder „wanzenartig“.

(weiter…)

Fahnen klirren

fahnen2.jpgLeider keine richtigen Fahnen, sondern diese komischen vertikalen Standarten, die man früher nur aus Gewerbegebieten kannte, und die sich jetzt auch vor Universitäten und Universitätsinstituten vermehren wie die Ratten. Beim Laufen von hier zum Königsworther Platz (insgesamt so sieben Kilometer) kommt man allein an vier dieser Grüppchen von Scheußlichkeiten vorbei.

Universitäten verkaufen sich wie Tankstellen, widerlich. (An einer Shell-Tankstelle kommt man auf besagter Strecke auch vorbei, und auch dort: Standarten.) Und diese Standardten haben immer so einen vertikalen „Tragebalken“, damit sie auch bei Windstille gut zu sehen sind. „Es soll immer Weihnachten sein.“

Heute abend aber war es windig, und wie, und an Standartenklirren herrschte kein Mangel. Zum erstenmal seit zwei Jahren mit Mütze und Handschuhen unterwegs, allerdings aus Eitelkeit nur auf dem Hinweg gegen diesen abscheulichen Ostwind. Die Temperatur nicht gerade furcheinflößend, um neun herum so gegen minus drei Grad, aber wenn man dabei gegen starken Wind laufen muß, ist es unangenehm; hat man den Wind im Rücken, ist es das nicht.

Verschiedene Meinungen vom Ursprung aller Dinge

meuselwelthist16.jpgDie monumentale „Uebersetzung der Algemeinen Welthistorie die in Engeland durch eine Geselschaft von Gelehrten ausgefertiget worden“, herausgegeben von Siegmund Jacob Baumgarten, Leipzig 1744 ff.

Los geht’s mit diesem Kapitel:

(weiter…)

Neujahrsansprache

2008.jpg

Direkter Link zur Audio-Datei

Stichpunkte zum Inhalt: Neujahrswünsche, Dank rundrum, Amyklai und Konjunktiv 2, neues Design von Amyklai, Harki nach links oder ins Unbestimmte gedriftet, Neujahrswünsche

(Aufgezeichnet und geschrieben in den frühen Abendstunden des 31. Dezembers 2007)