frei_sein hat sich vor Zeiten auf Konjunktiv 2 über die Typen aufgeregt, die öffentlich mit dem Mobiltelephons-Headset Selbstgespräche führen. In diesem Zusammenhang ein scheußliches Erlebnis gestern morgen: Wir stehen an der Ampel, eine befahrene Kreuzung, ein kalter, klarer Morgen. In vielleicht zwei Metern Entfernung führt eine Frau eines der besagten Selbstgespräche.
Das Scheußliche daran: es handelt sich nicht um ein Stück Pöbel, sondern durchaus um einen Menschen mit einem Gesicht. Eine Frau wohl Mitte der Vierzig, abgefucktes, scharfes, lauerndes Gesicht, nicht dumm. Sie sitzt auf einem Mountain-Bike und führt ein intellektualisierendes Privatgespräch – natürlich über jemanden. Und selbstverständlich überlaut. Zusammengenommen also geballte, widerlichste Vulgarität, eine Beleidigung ihrer eigenen Person, meiner, aller.
Ich hätte absteigen und der eine knallen mögen. Und das wäre überhaupt das Allervernünftigste gewesen.
Ja, jemand hatte das damals festgehalten: Eine weitere Unerfreulichkeit dieser Headset-Selbstgespräche allerwegen ist, daß man die Grenzgänger, die wirklich Selbstgespräche führen, nun nicht mehr sicher erkennen und mit einem freundlichen Blick bedenken kann.
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