Monatsarchiv für April 2008

Wilhelm Tell soll überhaupt nicht mehr stechen

Wem noch ein Aufreger zum Feierabend fehlt, dem sei die Lektüre eines FAZ-Artikels von Jürg Altwegg empfohlen. Es geht um Bestrebungen, den Schweizern ihre Sturmgewehre wegzunehmen. „Bestrebungen“ sind es eigentlich nicht, wenn es mal so wäre! Das Erzürnende und zugleich todtraurig Stimmende an dem Artikel ist gerade, daß er zumindest suggeriert, daß die Sache entschieden oder zumindest unausweichlich sei wie ein Naturphänomen.

Wir hatten im letzen Jahr die Schweiz als „Europas Herz der Finsternis“ gefeiert — undurchschaubar und geheimnisvoll wie Central-Africa ist sie für uns allemal. Auf einmal sollen die Schweizer keine Gewehr mehr im Kleiderschrank haben dürfen? Der Sieg der Feinde scheint ein Unabwendbarer zu sein.

Und wer sind die Feinde? Nicht die UNO. Nein, es sind linksliberale Blaustrümpfe, die dahinterstecken, das Ganze ist ’ne Weiber-Initiative. Furchtbar.

Bildquelle: besto-Baker, CC

Jesus im Talmud

Auf Seite 43 des heutigen FAZ-Feuilletons rezensiert Lorenz Jäger in mäßiger Länge (eine Spalte) die deutsche Ausgabe das Werkes „Jesus im Talmud“ des in Princeton und an den FU Berlin lehrenden Judaisten Peter Schäfer (Tübingen: Mohr Siebeck, 2007).

Schäfer hat aus den beiden Talmuden Hinweise zur Person Jesu zusammengetragen. Sie fallen durchwegs unfreundlich aus, wie man sich denken kann – das sich konstituierende talmudische Judentum grenzt sich vom gerade zu Einfluß kommenden Christentum ab.

(weiter…)

Krämer und Fahnenträger

kraemer.jpgWenn in FAZ oder FAS einmal die Wirtschaft geschmäht wird, verdient das unbedingt Erwähnung – insbesondere dann, wenn dies auf so witzige Art und Weise geschieht wie in dem Artikel „Krämer“ von Winand von Petersdorff. Anlaß sind die Mahnungen eines Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender des Chemieunternehmens BASF, an die Bundesregierung, Kritik an der chinesischen Regierung bitte nicht zu laut zu artikulieren:

(weiter…)

Vor Somalia, Teil 2

somalia.jpgSo, der nächste, bitte… Diesmal also ein spanischer Fischkutter mit 26 Leuten drauf, je zur Hälfte Spanier und Afrikaner. „Playa de Bakio“ heißt das Ding – das k sieht immer so unschön baskisch aus. Man darf gespannt sein, wie’s nun damit weitergeht. Daß so eine Art internationaler Anti-Piraterie-Polizei ein unbedingtes Desiderat wäre, wird nun auf’s Neue jedermann vor Augen geführt.

Müll (Ballauf; Schenk)

Tatort „Müll“, WDR 2008, Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), Freddy Schenk (Dietmar Bär)

Gesellschaftlich-politisches Rahmenthema: „Müllmafia“

:-(

Der Handlungsstrang plätschert so etwa 75 Minuten ziemlich lustlos vor sich hin – die Nebenkriegsschauplätze (der Müllsammler) wissen nicht so recht, ob sie als liebenswert oder als grotest und verzeichnet wahrgenommen werden wollen. Letzteres haben sich in jedem Fall die Zeichnung des polternden Staatsanwaltes und des fiesen Rechtsanwaltes vorgenommen.

(weiter…)

Castrum Peregrini

Da wir im letzten Jahr auf Konjunktiv 2 die Stefan-George-Biographie von Thomas Karlauf und ihren Vorabdruck in der FAZ recht intensiv diskutiert hatte, erlaube ich mir hier noch explizit einen Hinweis auf einen FAZ-Artikel vom gleichen Autoren über die Leit-Zeitschrift der George-Jünger nach dem Zweiten Weltkrieg, über Castrum Peregrini, herausgegeben in Amsterdam – und über das möglicherweise bevorstehende Ende dieser Zeitschrift: „Eine solche Zeitschrift wird es nicht wieder geben“.

Ich habe die Lektüre als interessant, als geradezu spannend empfunden.

Kurze Zwischenfrage zur Lage…

152.gifNur kurz…

Was ist da eigentlich los?! In sämtlichen Blogs, in denen ich mitlese, ist seit etwa 48 Stunden Tote Hose, aber komplett, auch in den ansonsten sehr regen…

Alle von einem Virus hinweggerafft? Aber warum alle gleichzeitig?

Eine chinesische Heldin

Es hat sich im Westen herumgesprochen, daß in China angesichts der Fackellaufs-Proteste in Europa eine Welle der nationalen Solidarität über’s Land rollt. Alles sind sie auf einmal chinesische Patrioten, alle unterstellen sie, der Westen neide China seinen Erfolg und wolle ihnen daher ihre Olympischen Spiele kaputtmachen, auf die sie sich schon sooo lange gefreut haben.

Auch Leute, die ansonsten der Spaßkommunisten-Regierungen kritisch gegenüberstehen, sind sich nun mit ihr einig. Man kann anscheinend kaum von einer Kampagne der Regierung sprechen, so einig scheinen sich Herrscher und willig Beherrschte hier zu sein – es ist gleichsam eine Kampagne der Nation, eine Bewegung.

(weiter…)

Wohlberaten

Auf FAZ.net findet sich ein hübscher Artikel von Jürgen Kaube zum Thema „Politikberatung“ – wie man sich sicher denken kann, geht es um den nicht immer ganz größenwahnsinnsfreien Anspruch der Offerenten dieser illustren Dienstleistung. Wer einmal mit dem Metier zu tun hatte, weiß in welchem Maße dieses Wort zum Vorwand für die staatliche Alimentierung insbesondere von Diplom-Politologen und überzähligen Juristen herangezogen wird.

Und das Wort „Beratung“ ist an sich selbstverständlich schon ein Nono. War es nicht Konrad Adam, der anläßlich des Starts irgeneiner vom Leyen-Ministerium bezahlten Kampagne zur Domestizierung von Kanacken-Kids („gegen Gewalt“…) meinte, die seien jetzt auch schon „zur Beratung freigegeben“?

(weiter…)

Ja, warum eigentlich?

Gestern abend gegen elf schlägt eine E-Mail aus den Abgründen der „Blogozese“ auf, bestehend im wesentlichen aus diesem Satz:

„ich war neugierig, warum jemand, der nicht katholisch ist, eigentlich unseren Heiligen Vater so sehr mag?

Ja, das frage ich mich eigentlich auch – und es mag sein, das diese Frage einen notwendigen Re-Orientierungs-Prozeß zwar keineswegs verursacht, aber doch angestoßen hat. Die Frage war simpel, aber sie saß.

(weiter…)

faz.net – nun aber…

Als alter FAZ-Leser, der das Blatt seit etwa 17 Jahren liest und als relativ erfahrener Netz-Mensch kann ich nach den Erfahrungen der letzen Wochen nur eines sagen: faz.net, es langt.

Das ist widerlichster, semipornographischer Massen-Online-Journalismus unter dem Signet einer ehrwürdigen Zeitung, der wir alle viel verdanken:

(weiter…)

B XVI – LXXXI

Es gibt wenige Blogger – ich kenne keinen anderen –, die Duldsamkeit, Geduld, Freundlichkeit und eine (mir ganz fremde) eifrige Gelehrsamkeit so gut mit gelegentlichem (mir sehr zugänglichem) Pathos zu kombinieren verstünden wie KJ mit und in seinen „Unzeitgemäßen Betrachtungen“.

Wer sich den Glückwünschen anschließen möchte, könnte es z.B. dort tun.