Monatsarchiv für September 2008

FAZ-Blogs

War mir neu, daß auch die FAZ einige ihrer Redakteure bloggen läßt, ich werde durch scipio darauf aufmerksam: FAZ-Blogs. Unter anderem schreibt dort Daniel Deckers, also ein lesbarer Autor, Papist. „Überkreuz“ heißt sein Sub-Web-Blog. Die anderen kenne ich nicht, scheinen Wirtschafts-, Lifestyle- und Klima-Nasen zu sein, ohne ihnen Unrecht tun zu wollen. Zum Kommentieren muß man angemeldet sein, was anscheinend so viele Leute abschreckt, daß es gar keine Kommentare gibt, jedenfalls hätte ich auf die Schnelle nirgendwo welche gefunden.

Baader-Meinhof-Komplex, nochmals

„Polit-Porno“ (FAZ), „totale Heldenverehrung“ (Bettina Röhl laut FR) – wenn jemand doch noch einmal eine freundliche Rezension des Films sieht, mag er’s mich wissen lassen.

Korporatismus

Die FAZ hat uns gleich heute morgen mit der Information überfallen, daß der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 tatsächlich noch heute ganz handfeste finanzielle Auswirkungen hat, nämlich in Gestalt von Staatsleistungen für die beiden Großkirchen – und parallel und im Anschluß auch für die jüdischen Gemeinden. Und demnächst vielleicht sogar für die Muslime.

(weiter…)

Con Dolcezza in der FAZ an Rußland

Und zwar gar nicht süßlich, sondern ausgesprochen deutlich, nicht nur, wenn man den diplomatischen Sprachkodex als Referenz nimmt. Der brave Frank-Walter Steinmeier müßte vermutlich psychologisch betreut werden, wenn er gezwungen wäre, so zu reden. Auch hier immer wieder der Aufruf zur Einigkeit unter den Staaten des Westen, verklausuliert als Feststellung dieser Einigkeit. Und die – völlig zutreffenden – Kernsätze scheinen mir diese:

Die Vereinigten Staaten und Europa werden nicht zulassen, dass die russische Führung doppelgleisig fährt und auf der einen Seite die Vorteile der internationalen Regeln, Märkte und Institutionen genießt, aber gleichzeitig ihre unmittelbaren Grundlagen in Frage stellt. Es gibt keinen Mittelweg. Ein Russland des 19. Jahrhunderts kann nicht Seite an Seite mit einem Russland des 21. Jahrhunderts in der Welt auftreten.

(Condoleezza ist in der Titelzeile falsch geschrieben, nämlich mit nur einem z. Braucht sich also keiner zu schämen, wenn er auch mal daneben haut…)

Ein neues Berufsbild

sieht Hilal Sezgin in Deutschland im Entstehen begriffen – das des Islamkritikers. Sie oder er wirft in der FR den Kritikern von „Pro Köln“, also eigentlich allen, die in den letzten Tagen etwas zu den Ereignissen in Köln beizusteuern wußten, Heuchelei vor. Viele seien selbst nicht besser als „Pro Köln“, namentlich genannt werden der Spiegel und der Perlentaucher. Hübsch und auch nicht ganz falsch:

Jemand sei „Islamkritiker“, erfahren wir dann am unteren Bildschirmrand oder unter Zeitungsartikeln. Solche Islamkritik setzt Standards: Wer vom Islam, nicht aber sofort auch von Klitorisbeschneidung redet, scheint willentlich etwas auszulassen. „Verharmlosung“ wird dem vorgeworfen, der sich theologisch mit der Religion des Islam auseinanderzusetzen sucht und dabei nicht auch gleich Erklärungen für die Existenz von Diktaturen und Semi-Dikaturen in Algerien, Saudi-Arabien und Pakistan gibt.

Noch einmal zu Köln – Versuch eines Resümees

Zum einen möchte ich hier versuchen – ausgehend von frei_seins und meinen Überlegungen im Gen-Mekka-Thread –, ein kleines und sicher ganz unmaßgebliches, fast schon privates Resümee der Ereignisse in der Stadt Köln am letzten Wochenende zu ziehen.

Zum anderen (und vielleicht vor allen Dingen) möchte ich in diesem Zusammenhang etwas zu den Thesen sagen, die Michael Kreuzberg in einem längeren Kommentar im Weblog der „ossirechten“ Blauen Narzisse aufstellt.

(weiter…)

„Multikulti“

Man mag es kaum glauben… Frau Merkel hat anscheinend als Ossi nicht mitbekommen, daß das Wort „Multikulti“ eigentlich immer parodistisch gemeint war und daß auch die Langform kaum je im Ernst verwendet worden ist (jedenfalls nicht mehr seit etwa 1990) – und nun befaßt sich sogar die Welt wieder mit dem Begriff. Fehlte noch, daß demnächst über „politsch korrekt“ diskutiert würde. :roll:

King of Drama

sargent_macbeth.jpgEckhard Fuhr kommentiert auf welt.de die „King of Drama“-Wahl-Show des Senders arte. Daraus zwei witzige Zitate:

hatten die Zuschauervoten kurzzeitig den englischen Weltautor [Shakespeare] entthront und Molière an die Spitze gesetzt. Frankreichs Kulturstolz schien per Internet ein Zeichen setzen zu wollen. Doch das wurde durchkreuzt.

Als Moderator Dieter Moor Ibsen als den größten Frauenversteher des Theaters anpries, muss bei den Zuschauern endgültig die Klappe zu und Ibsen tot gewesen sein.

Oh Gott, auf der „Achse des Guten“ probiert’s

ein Langweiler mal wieder mit dem Großen Konnex: „Islam, Antisemtismus, Großmufti, Adolf, Kaiser Wilhelm“. Oki, das ist ’ne Klapsmühlen-Site, ruhig Blut. Ärgerlich finde ich nur, daß der Perlentaucher derlei vermeldet. Wegen so etwas liest man den eigentliche nicht. Wollen sie demnächst noch Hagagaga referenzieren? :roll:

Aus dem alten, heil‘gen Köln

Na, worüber soll man sich mehr aufregen? Über die von Matthias Hannemann auf der letzten Seite des heutigen FAZ-Feuilletons unter dem Titel „Die Ordung der Dinge“ geschilderten Jagdszenen aus Köln am Sonnabend? Über den angeblich von der „Linken“ mit Ordnerwesten versehen Pöbel, der auszumachen weiß, wer ein „Nazi“ und damit nicht zum „Heumarkt“ durchzulassen sei?

(weiter…)

Blogs auf dem Schirm

Je nun, Harki hat wieder einmal ein neues Spielzeug…

Ob es klug ist, das Umfrage-Plugin gleich zu einer im weblogs-psychologischen Sinne problematischen, möglicherweise persönliche Animositäten tangierenden Umfrage zu verwenden? Da bin ich mir nicht sicher. Ich versuch’s einfach mal.

(weiter…)

Der letzte Burgunder

ist heute von 450 Jahren gestorben – Deutschlandradio berichtet.

Von wem ist die Rede? Bibliothekarische Antwort:

Karl <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, V.>
Carlos <España, Rey, I.>

Ja, und der letzte Kreuzfahrer war er in der Tat auch.