schriftzugover

Monatsarchiv für September 2009

Kurz zur Causa Polanski

treppeIch halte es für abartig, jemanden für eine Vergewaltigung zu belangen, die 32 (32) Jahre zurückliegt. Typisch US-amerikanische Mischung aus christlicher Prüderie, Gender Mainstreaming, klinischer Hausfrauenreinlichkeit, Sedierung, als Rechtstaatlichkeit maskiertem Spannertum, Weltfremdheit und Gluckenhaftigkeit. Amerika von seiner allerfinstersten Seite, mithin.

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Cornelius‘ Moleskine®

Sehr schöne Aquarelle und Zeichnungen, v.a. Portraits… – Link

Encrypt

gpgDer Perlentaucher referiert was aus der FAZ, sicher aus dem Dienstags-Technikteil, und zwar zum Thema E-Mail-Verschlüsselung:

Detlef Borchers beklagt, dass es keine vernünftige Verschlüsselungssoftware für Privatanwender gibt, obwohl damit eine Vielzahl von Sicherheitsproblemen zu lösen wäre: „Fünfzehn Jahre nachdem der letzte Computer mit einem graphischen Betriebssystem ausgeliefert wird, muss jeder Nutzer, der um eine vertrauenswürdige Kommunikation wie den Schutz der eigenen Dateien besorgt ist, in die Maschinenhölle absteigen und dort händisch Programme installieren.

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Die Hoffnung schwindet schnell

ducklingUnd zwar die, daß aus den Piraten jemals so etwas wie eine normale, funktionsfähige Partei werden könnte. Und zwar angesichts des Schwalls von Infantilismen und dümmlichsten Nerd-Witzen, dessen man heute im Web Zeuge werden konnte, wenn man es denn wollte.

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Grau

Nach einem strahlenden Wahlsonntag, an dem jeder Verständige auf 7-8 % für die Piratenpartei gehofft hat, senkt sich nun die bleigraue Decke sozialer Kälte und des totalen Überwachungsstaates über’s Land, so scheint’s. Im Ernst, 2,0 % sind ein toller Erfolg für einen Monothematiker-Haufen, der im Wahlkampf ausschließlich durch Trotteligkeiten (JF-Interviews) und Infantilismen (Yeah!) aufgefallen ist und in dem viele Telepolis lesen. Jetzt kann man hoffen oder vielleicht zu hoffen wagen, daß etwas daraus wird.

Und so eben nicht mehr

Stolpere ich gerade so halbzufällig drüber, über das Preußenlied, paßt irgendwie ganz gut in den Tag:

2. Mit Lieb‘ und Treue nah‘ ich mich dem Throne,
Von welchem mild zu mir ein Vater spricht;
Und wie der Vater treu mit seinem Sohne,
So steh‘ ich treu mit ihm und wanke nicht.
Fest sind der Liebe Bande;
Heil meinem Vaterlande!
|: Des Königs Ruf dring in das Herz mir ein:
Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein! :|

Heute wirkt’s lächerlich, aber der Failing State, um den’s da geht, hat vor gar nicht sooo langer Zeit mal halb Deutschland bedeckt, ganz Deutschland zur Witzfigur gemacht und viel Unheil angerichtet. Man muß sich klarmachen, daß da oben nicht ironisch gemeint ist.

„Wählen gehen!“ (ergänzt)

bundestagswahl_2009_stimmzettel_musterfrei_sein hat vorhin im Twitter seinem leichten Unmut über „Wählen gehen!“-Kampagnen Ausdruck gegeben. Ich stimme ihm zu, was die obrigkeitlich angeordneten und finanzierten Werbekampagnen angeht, nicht jedoch, was den von unten aufgebauten sozialen Druck angeht.

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Von heute bis übermorgen…

450px-Jan_Zizka_Vitkov_Prague_CZ_007… besucht der Papst der Katholiken eine de facto entchristianisierte Nation, nämlich die Tschechische Republik. 60 % sind konfessionslos, noch ein Viertel formell katholisch. In diesem Volk mit seiner stolzen antiklerikal-hussitischen Tradition hat es also schon geklappt. Wie man sieht, man lebt sehr gut damit.

Bildquelle: Wikipedia

Die FR hat nun ihren…

… schon hier vorgestellten Online-Quiz ausgewertet. (Danke wieder einmal an @klandestina für den Hinweis!) Man ist erleichtert, wer hätt’s gedacht, vor allem angesichts der so taufrischen und zeitgemäßen Fragen:

Der Leser der Frankfurter Rundschau hält nicht starr an Konventionen fest, er ist nicht autoritär unterwürfig, auch nicht autoritär aggressiv, er wehrt das Subjektive, die Fantasie – „Anti-Intrazeption“ heißt das in der Skala – nicht ab. Er pflegt keinen Aberglauben. Er denkt nicht in den Kategorien von Herrschaft und Unterwerfung. Er ist nicht zerstörerisch und er ist kein Zyniker. Er projiziert nicht seine Emotionen auf die Realität und er hat kein übertriebenes Interesse an sexuellen Vorgängen.

Zu letzterem: Kein Wunder, beim Durschnittsalter von deren Leserschaft…

Wer Lust auf einen weiteren Quiz hat, es geht u.a. um die „Buryat Mongolen“ :-D , findet ihn hier, und zwar geklaut und lausig schlecht ins Deutsche übersetzt von hier.

Da lob ich mir den Zimmermann,

moerder… wo man Ganoven jagen kann. Jens Jessen in der Zeit noch sehr witzig zum Verhältnis zwischen dem verewigten Eduard Zimmermann und den höheren Ständen: „Die Mörder sind unter uns“. Man hat den Eindruck, Jessen schwanke hier ein wenig zwischen 68tum und Post-68ertum. Auszüge:

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NNZZ

nnzzAufmerksam geworden sind wir im Gegensatz zum ebenfalls den Pluralis modestatis liebenden Jürg Altwegg von der FAZ erst gestern abend durch den SpOn (und zwar via @frei_sein). Und wie man sich fast schon denken kann: Der SpOn tritt das neue Layout der Druck-NZZ in die Tonne, der ebenfalls sündig gewordenen FAZ gefällt es gar nicht so schlecht. Jedenfalls schimpft sie nicht laut, sondern sagt, worum es geht:
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