Monatsarchiv für Juli 2011

Vom Vorteil der Google-Bilder-Werbung

Mir wird (erst) in den letzten Tagen richtig klar, daß es, wenn man auf seiner Site Google-Werbung schaltet, zumindest einen gewaltigen Vorteil hat, wenn man sich auf reine „Image/Rich Media“-Anzeigen festlegt: man bekommt zwar oft genug (aber nicht nur!) Scheußlich- und Lächerlichkeiten reingedrückt, aber die Popel-Klitschen fliegen raus. Also die obskuren Werbetreibenden/Website-Betreiber, deren Ressourcen nicht zur Erstellung von Bilder-Anzeigen reichen, sondern nur zu 100-Zeichen-Sätzen in falschem Deutsch.

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Erwartungsgemäß und zu Recht (ergänzt)

Erwartungsgemäß ergreift Timothy Garton Ash im Guardian das Wort zu den Ereignissen in Norwegen, und erwartungsgemäß spricht er sich gegen eine gesetzliche Reglementierung des Netzes aus: „The internet nourished Norway’s killer, but censorship would be folly“. Erwartungsgemäß hat er einen klugen Artikel verfaßt.

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HAW zum Historikerstreit und zu Zeitreisen made in Mecklenburg

Am Nachmittag dieses kühlen und stürmischen Hochsommertages ist ein lesenswerter Zeitungsartikel ins Netz gestellt worden. Vor etwa zwei Wochen hatte ein Rostocker Althistoriker (der übrigens schon zuvor durch krude Thesen zum Thema „Islam“ aufzufallen versucht hatte) im Feuilleton der FAZ einen rüpelhaften Angriff auf die Ergebnisse des Historikerstreits vor 25 Jahren – und damit auf den heutigen wissenschaftlichen Konsens – veröffentlichen dürfen.

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Horizonte. Scope.

Ich habe im Moment große Schwierigkeiten einzuschätzen, was wie wichtig ist. Was reicht wie weit über den Horizont, welchen „Scope“ hat dieses oder jenes? Was ist wirkliche Aufregung, was ist Selbstrefenzialität, was ist – meinetwegen denn – auch „Sommerloch“? Echt, das bereitet mir heuer mehr Probleme denn je.

„Er hat immer nur gesagt: ‚Lesen Sie mein Buch!‘“

Ja, in der Tat, wie oft er das wohl schon gesagt hat in den letzten zwölf Monaten? :-D Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Kreuzberg, wenn nicht zu einer bloßen Chiffre, so doch zu einer Art Gruselzoo, zu einem Panoptikum für den gemütlichen Rest von Deutschland gemacht wird. Warum sonst schleppt man den Sarrazin dahin? Zum Gähnen. Nur der hier von Marc Felix Serrao interviewte Wirt kann einem ein wenig leid tun.

Kein Stromausfall

Diesmal habe ich fast von Anfang bis ganz zum Ende zugeschaut, und der Strom ist nicht ausgefallen. Es läuft alles langsamer und modester und fairer, aber man kann sich das doch durchaus anschauen, sobald man sich eingesehen hat. Vor allem gibt es anscheinend keine Schwalben, gibt es diese scheußliche Kultur des Sich-fallen-lassens nicht, die mir normale Fußballspiele oft so unerträglich macht. Ich hatte mir wegen des Erdbebens und wegen Pearl Harbor vorgenommen, zu den Japanerinnen zu halten, habe dann aber zu den Amerikanerinnen gehalten, weil sie hübscher und größer waren und weil man sie unterscheiden konnte.

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Rot und gold (und violett!) – und schwarz: Spanien und Deutschland

„Opa wird Montag siebzig“ – unter diesem Titel eröffnete ich vor fünf Jahren einen Thread in meinem damaligen und nun verblichenen Internet-Forum konjunktiv 2. Heute nun jährt sich der Beginn des Spanischen Bürgerkrieges (den ich immer ein bißchen für den Krieg aller Kriege, jedenfalls für den Krieg des 20. Jahrhunderts zu halten geneigt bin) zum fünfundsiebzigsten Male. Ich nehme diesen Jahrestag zum Anlaß für einige recht unkriegerische, eher freundlich-verwunderte Bemerkungen.

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Mein Vorschlag…

… für eine neue, geschlechtergerechte Ruhmeszeile in der österreichischen Nationalhymne soll nicht im Twitter versauern:

Heimat bist Du großer Leute,
Schreibst mit Binnen-I stets heute,
Vielgerühmtes Österreich!

Alternativ böte sich vielleicht noch an:

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Mein Stromausfall

Ich hätte nicht Frauenfußball gucken sollen. Zum allererstenmal im Leben hatte ich ersthaft und recht interessiert zugeschaut, so etwa ab der 60. Minute des Halbfinalspiels Japan-Schweden. Da war schon alles entschieden, die Japanerinnen würden weiterkommen. Die Strafe kam dann zu Beginn der üblichen 3 Minuten Nachspielzeit. (Aus Gleichstellungsgründen müssen die Frauen anscheinend auch 3 Minuten bekommen, obwohl viel modester gefoult wird.)

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Gut ausgebildet

Man mag das Wort nicht mehr hören und das dann unvermeidlich folgende „hochqualifiziert“ auch nicht. Sooo viele „Gutausgebildete“, denen irgendwo auf der Welt unrecht getan wird. Und wenn man hinschaut, sind es verkrachte Low-interest-Akademiker („stellv. Leiterin des Zentrums für X-Studien“), Pommes-Buden-Manager, Fremdsprachenkorrespondentinnen – und natürlich Journalisten. Und, liebe Deutschtürkinnen:

Das ständige Gefühl, doch nicht dazuzugehören, obwohl man „deutscher“ nicht sein kann

Ja, so fühle ich mich hier auch ständig. ;-) Also: Ein durchaus interessantes Thema, aber ein weinerlicher Schülerzeitungsartikel.

Auswandern aus Rußland

In einem sehr lesenswerten, dichten Artikel zeichnet Kerstin Holm (Moskau) ein realistisches – also ein finsteres – Bild von der Lage im Lande des „Quadriga-Preis“-Trägers. Die gutausgebildete Elite sitzt offenbar zu einem guten Teil auf gepackten Koffern – einige müssen allerdings noch warten, bis sie wieder aus dem Gefängnis heraus sind, in das sie durch fingierte Prozesse gewandert sind, weil der Staat an ihr Geld wollte. Die Apparatschiks des Rentenkapitalismus brauchen keinen Mittelstand, weil sie Rohstoffe haben. Man fürchtet allerwegen, daß Putin wieder Präsident wird. Gegen Endes des Artikels ein bißchen Hoffnung. Und ja, so ist es seit den Tagen Peters des Großen: Rußland liebt Europa und wird nicht zurückgeliebt. Guter Artikel.

Geknipst III

Was in letzter Zeit so zusammengekommen ist: Wiederum vom Mittellandkanal und aus den Leinewiesen. Ein Rind und mehrere Gänse. Eine Straße namens „Neue Sachlichkeit“. Ein Haus, das so alt ist wie der Spanische Bürgerkrieg, General von Alten, Binnenschiffe und Polizeiautos. Ein Heuwagen mitten in der Stadt und nochmal der Telemax. Aus einem österreichischen Kochbuch was über Steckrüben. (weiter…)