| von Harki |
… die ich hier vor allem um ihres Verfassers Willen notiere: Sie stammt von dem von mir sehr geschätzten Adam Krzeminsi, ward auf Welt Online veröffentlicht, ist riesen- bis elend lang und ist sicher für alle, die sich für das deutsch-polnische Verhältnis interessieren sehr interessant: „Als die Danziger sich um Oskar Matzerath scharten“.
Natürlich denke ich hier auch an den langen Verhöhnungs-Thread auf Grass seinerzeit im k2 – auch in dieser Hinsicht scheint mir der Blick aus einer anderen Perspektive lohnend.
In stilistischer Hinsicht ist der zweite Absatz bemerkenswert: ein schöner, langer Satz.
Und dann noch das hier über die polnischen Rechten:
„Im Krebsgang“ wurde mit gemischten Gefühlen aufgenommen, die Rezensenten lobten die Novelle. Die jungen nationalkonservativen Kritiker, die Ernst Jüngers „Strahlungen“ in den Himmel lobten, die NS-Episode Heideggers bagatellisierten, dafür aber die biografischen Verfehlungen linksliberaler Intellektueller mit Argusaugen verfolgten, stellten Grass als einen Anhänger des heftig umstrittenen Zentrums gegen Vertreibungen dar. Dass er sich von dem Projekt des BdV entschieden distanzierte und an seiner Stelle ein deutsch-polnisches Museum als eine Art Oderbrücke vorschlug, entging den polnischen Nationalkonservativen wissentlich. Sie nutzten auch die wirre deutsche „Grass-Debatte“ vom Sommer 2006, um die „deutschfreundlichen Linksliberalen“ zu demontieren.
Weitergetratscht






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Danke für den Hinweis – lesenswert, auch wenn man Grass gegenüber kritisch eingestellt ist. Zum Grass-Freund werde ich dadurch freilich nicht – was freilich weder Grass noch Krzeminsi interessieren dürfte
Ja, ich hatte natürlich (wie angedeutet) an unser Gemecker damals denken müssen:
„Hihi, unsere Lehrer fanden die peinlich-bescheuerte Szene mit dem Brausepulver wohl ’stark‘, oder so.“ (sinngemäß)
Und das war denn doch mal eine andere Perspektive. Vielleicht sollte man das Buch einfach noch mal lesen. Der Film kömmt ja so alle drei Wochen im Fernsehen und überlagert da vielleicht doch einiges, wirkt halt sooo scheußlich Frühe-80er-mäßig…