Archiv der Kategorie

Feuilleton

Kunst & Kultur, Geschichte & Gegenwart. Gott & die Welt. Religion. Sprache & Schrift. Mucke & Glotze.

70 Jahre Niedersachsen. Von der Zwangsheirat zur Vernunftehe

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Gefeiert werden soll der Geburtstag nach landesobrigkeitlichen Vorstellungen morgen, am 1. November 2016. Die Verordnung der britischen Militärregierung zur Gründung des Landes stammt vom 8. November 1946, sie wurde aber rückwirkend zum 1. November 1946 ausgestellt. Nun denn, der 8. November ist 2016 wohl doch zu sehr von der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl besetzt, um Raum für landes-herrliche Geburtstagsfeiern zu lassen. Allerheiligen ist im mehrheitlich evangelischen Niedersachsen keine Konkurrenz – abgesehen vielleicht davon, daß es durch das mittlerweile allgegenwärtige Halloween doch wieder ein bißchen eine Konkurrenz geworden ist.

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arte: „Vom Kämpfen und Sterben der Internationalen Brigaden“

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Mit einiger Erleichterung nimmt man zur Kenntnis, daß dieser Film mit seinem schönen deutschen Titel keine ganz typisch französische Geschichtsdokumentation ist: Schwulst, Pennälerhaftigkeit, Simplifizierung und Pathos halten sich in erträglichen Grenzen; größenwahnsinnige Intellektuelle, die alles ganz genau wissen, kommen nicht als Interviewpartner zu Wort. Es gibt erfreulicherweise überhaupt keine Interviews, erst recht nicht mit „Erbzeugen“, also Kindern und Enkeln von Beteiligten – eine Wohltat im Vergleich zu den deutschen Guido-Knopp-Geschichtchen. Vollends zu überzeugen vermag das Opus Patrick Rotmans allerdings auch nicht.

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Zur Stadtentwicklung Hannovers im 19. Jahrhundert

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Zunächst1 zwei Stadtpläne Hannovers, die genau den selben Ausschnitt im selben Maßstab zeigen: ein Stich von 1834 (Bildvorlage) und ein Screenshot aus dem freien Kartenprojekt Openstreetmap von heute. Zu sehen sind jeweils die heutige Altstadt – also das, was früher ganz Hannover gewesen ist – und die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaute und in die Stadtbefestigungen miteinbezogene Calenberger Neustadt im Westen der Altstadt.

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Im Blumencronkasten: faz.net gegen Werbeblocker

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Seit einigen Tagen fährt faz.net eine Kampagne gegen Browser-Werbeblocker: Leser, die einen Werbeblocker aktiviert haben, bekommen auf der Startseite und auf den meisten Artikelseiten ganz oben einen Kasten mir einem Dutzi-Dutzi-Text angezeigt (siehe Screenshot). Dieser Text ist vom Chef der Online-Redaktion, Mathias Müller von Blumencron, verantwortet und unterzeichnet und läßt sich folgendermaßen zusammenfassen:

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Kein Scrobbeln mehr?

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Vor einer Woche wurde der Webauftritt des Musikdienstes last.fm (Wikipedia) einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen. Ergebnis: Es funktioniert so gut wie gar nichts mehr, und das Geschrei in der verbliebenen Fangemeinde des Dienstes ist ein Unermeßliches.

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Die wahre Familie

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„Nastojaschtschaja Semja“ – „die echte, die wahre Familie“. So lautet seit einigen Tagen das Motto einer Kampagne der russischen De-facto Staatspartei „Einiges Rußland“, mit der man die „traditionellen Familienwerte“ gegen teuflische Einflüsterungen aus dem Westen stärken und verteidigen möchte. Selbstverständlich ist die Aktion auch und vor allem als Gegenbewegung gegen die Bestrebungen zur Gleichstellung der Homoehe in den meisten westlichen Ländern zu verstehen.

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Jan Hus wird zum zweiten Mal verbrannt

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Zweieinhalb Stunden lang habe ich ihn ausgehalten, den 2*2=4 Stunden langen tschechischen Historien-Fernsehfilm von Jirí Svoboda (Buch: Eva Kanturková), deutsche Erstausstrahlung am 1. Juli 2015 auf arte. Eigentlich hätte ich mich am liebsten schon nach einer Stunde ausgeklinkt, aber ich wollte doch noch abwarten, ob die für die böhmische Reformation so immens wichtige Frage des Laienkelches, also des Abendmahls in beiderlei Gestalt, überhaupt noch erwähnt wird. Wird sie, aber eben erst nach sage und schreibe zweieinhalb Stunden.

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„ganz viel“ – Der Siegeszug der Atta-Atta-Sprache

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Nein, einen Radiosender wie NDR Info oder eine Fernsehsendung wie Hallo Niedersachsen (die hiesige vorabendliche Landesschau des NDR-Fernsehens) können Sie nicht einschalten, ohne daß Sie nach spätestens zwei Minuten jemanden „ganz viel“ sagen hören: „Da haben wir ganz viele neue Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen – wir müssen uns nur ganz viel Mühe geben.“ „Es muß endlich mal wieder ganz viel regnen, sagen die Landwirte.“ Die Floskel ist bei Journalisten und Interviewten gleichermaßen beliebt.

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Kolonialismus (und Kopftücher)

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Walter van Rossum verbreitet auf den NachDenkSeiten hanebüchenen Unsinn (leider ist dieses ansonsten kaum genug zu preisende Web-Projekt nicht immer ganz frei von derlei):

Und mit ein paar Wikipedia-Studien könnten sogar TTT-Autoren herausbekommen, dass „der“ Islam vor allem in den Ländern mächtig ist, die nach über zweihundert Jahren westlicher Kolonialherrschaft gewissermaßen als politische Missgeburten das Licht der Welt erblickt haben und als Staaten eben deshalb nie funktioniert haben.

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Licht aus

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Also gut, wenn es denn den sächselnden Protofaschisten gelungen ist, einen kleinen Sieg, einen allerersten Anfangserfolg gegen die übermächtige und allgegenwärtige Dauer-Anstrahlerei jedes auch nur halbwegs sehenswerten Gebäudes in wirklich jeder langweiligen Mittelstadt zu erringen, so sei ihnen von Herzen gedankt.

Lutz, bitte noch ’ne Bratwurscht! Und meine Mendy, Jahrgang ’75: Ich liebe Dich! :love:

Seit fünfzehn Jahren bin ich auf dem Weg nach links. Hier, wo ich jetzt stehe, werde ich wohl eine Weile bleiben. Ich hoffe mithin, gegen den Vorwurf, „Kulturkritik“ zu betreiben, halbwegs gewappnet zu sein.

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Chanukka

chanukka

Heute (17. Dezember) ist der erste Tag des achttägigen jüdischen Lichterfestes, also der erste Tag von Chanukka. Wie immer bei jüdischen Feiertagen ist das Datum ein bißchen verwirrend: Diese Feiertage fangen immer schon bei Sonnenuntergang des Vorabends an – wie eben jeder jüdische Tag bei Sonnenuntergang des Vorabends beginnt und bei Sonnenuntergang endet. Dieser kleine Artikel wäre also eigentlich besser gestern abend erschienen – nach jüdischer Rechnung ist jetzt (22:30) schon der zweite Tag Chanukka.

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Der „Aprilscherz“ der NachDenkSeiten

Schwaben sollen bitte schaffen – das können sie. Aber bitte keine Witze machen. Das können sie definitiv nicht.

Und überhaupt sollte niemand „Aprilscherze“ machen.

:crap:

Alternativlos, Folge 30

Alternativlos!

In Alternativlos Folge 30 reden wir über Abhörtechniken von Geheimdiensten, Kryptographie und die Crypto Wars.

Hochinteressante Podcast-Sendung von satten drei Stunden (!) Länge zum Thema Kryptographie – Hinweis via NDS. Ich habe bis jetzt etwa 30 Minuten gehört und fühle mich in der Tat bestens belehrt und auch unterhalten. Was allerdings ziemlich nervt, ist das Gegiekse, Gequieke und Gekichere des etwas weniger kompetenten der beide Burschen über die Ausführungen des anderen und die eigenen Witzchen…

Edit: So, ich bin nun gerade bei etwa 2 Stunden, 30 Minuten – und korrigiere mein Urteil nochmals deutlich nach oben. Man gewöhnt sich an das blöde Gekicher von „Fefe“, einfach weil der Inhalt (von beiden Diskutanten) so immens interessant ist. Eine grandiose Sendung aus dem Umfeld des CCC – der Rezensent der NachDenkSeiten hat recht: selten vergehen drei Stunden so schnell!

Hochinteressant auch die Ausführungen zur lobenswerten und vorbildlichen Kehrtwende der bundesdeutschen „Krypto-Politik“ im Jahre 1999, so etwa ab 2:23:00! :nasehoch:

Braunschweig und Hannover

hbsDas Foto zeigt ein Reklame-Schmierblatt, das ich gerade mit spitzen Fingern aus dem Postkasten gefischt habe. Am Freitagabend spielen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 gegeneinander, und zwar in Braunschweig Hannover. Das wird in diesen finsteren nördlichen Nebellanden als „Derby“ gesehen, also als ein Fußballspiel unter verfeindeten Nachbarn, dem mit besonderer Spannung und mit vielen Emotionen entgegengesehen wird.

Warum?

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Thunderbirds Rechtschreibprüfung macht keine roten Kringellinien mehr (mit Lösung)

Das Problem tritt bei mir seit einigen Wochen auf: Thunderbird macht – obwohl natürlich alle Optionen richtig eingestellt sind – keine roten Wellenlinien mehr unter seiner Meinung nach falsch geschriebene Wörter. Der Rest der Rechtschreibprüfung funktioniert. Und zwar macht sich diese Problem immer dann merklich, wenn man in einer Sitzung zum erstenmal eine Mail beantwortet – nicht hingegen, solange man nur neue Mails schreibt. Antwortet man auf etwas, sind die Kringellinien nicht mehr da und bleiben verschwunden, auch wenn man wiederum eine neue Mail schreibt.

Die Lösung des Problems habe ich, glaube ich, nach längerem Suchen hier und hier gefunden. Es handelt sich offenbar um einen bekannten Bug.

Workaround: mail.compose.max_recycled_windows von 1 auf 0 setzen. („Einstellungen“ –> „Erweitert“ –> „Konfiguration bearbeiten“*) –> Ins Suchfeld mail.compose.max_recycled_windows pasten –> Doppelklicken und ändern.)

Ob das unerwünschte Nebenwirkungen hat, weiß ich nicht.

*) Also das machen, was im Firefox „about:config in die Adreßzeile eingeben“ ist…