Clown-Schmähung: „Steinbrück mutiert zum Peerlusconi“ – Inland – FAZ
Zuspruch gab es für Steinbrück vom stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzende Axel Schäfer: „Das, was Berlusconi über Jahre betrieben hat, steht für die Zerstörung jeglicher politischen Kultur. Mit dem Wort Clown ist er damit meines Erachtens noch gut bedient.“ Auch die SPD-Linke stärkte Steinbrück den Rücken. Die Clown-Bezeichnung sei „mit Blick auf Herrn Berlusconi eher noch freundlich ausgefallen“, sagte der Koordinator der Linken im SPD-Bundesvorstand, Ralf Stegner. „Insofern finde ich daran nichts kritikwürdig.“
Ich wäre geneigt, es ähnlich zu sehen. Die Medien-Bagage lauert seit Wochen auf das nächste „Fettnäpfchen“, in das Steinbrück getreten sein soll, und meint dankbar, es hier gefunden zu haben. Es war aber meines Erachtens keines, jedenfalls nicht für einen Kanzlerkandidaten.
Was provinzielle Merkel-Speichellecker (aka CDU-Bundestagsabgeordnete), die Super-Diplomaten spielen, beizusteuern wissen, braucht weniger zu interessieren, würde ich sagen.
Berlusconi-Italien wäre niemals in die EU hineingekommen (daß die EU umgekehrt keine Sanktionsmöglichkeiten gegen Staaten wie Italien oder Ungarn hat, ist eine andere Frage) – und da ist die Titulierung als „Clown“ wirklich eher noch schmeichelhaft.
Das politische Italien hat ein Problem mit sich selbst, und da muß nicht immer nur „respektvoll“ geredet werden, auch von Deutschen nicht, die zugegebenermaßen vorsichtiger als andere sein sollten. Wer sich selbst zum Buffo macht, ist eben einer.
Edit: Und Majid Sattar notiert, daß die Reaktionen auf Steinbrücks Äußerungen diesmal (erfreulicherweise) viel weniger negativ ausfallen als bei seiner vorherigen „Fettnäpfchen-Tritten“.