Der „Aprilscherz“ der NachDenkSeiten

Schwaben sollen bitte schaffen – das können sie. Aber bitte keine Witze machen. Das können sie definitiv nicht.

Und überhaupt sollte niemand „Aprilscherze“ machen.

:crap:

junge Welt: „Im Westen nichts Neues“

22.03.2014: Im Westen nichts Neues (Tageszeitung junge Welt)

Im Wochenblättchen Jungle World (20. März), zuständig für die Befürwortung und Beschönigung US-amerikanischer Interventionen unter vermeintlich linker Flagge, schließlich klagt Ivo Bozic: »Die deutsche Linke kann sich zu einer Verurteilung der russischen Großmachtpolitik nicht durchringen.« Die Friedensbewegung sei »antiamerikanisch und antiwestlich«, was sie mit dem Nichtdemonstrieren für die Krim einmal mehr bewiesen habe. »Was wäre wohl losgewesen, wenn die US-Regierung auch nur angedroht hätte, irgendeinen Teil unseres Planeten, aus welchen angeblich edlen Motiven auch immer, militärisch zu besetzen?« Ja, was wäre dann wohl los? Der Mann von Welt und seine Kreuzberger Dschungelkämpfer würden wieder Beifall klatschen wie bei der Irak-Invasion und der Afghanistan-Attacke – oder um mehr Beistand bitten, wie für die syrischen Gotteskrieger, die von der CIA noch keine Boden-Luft-Raketen bekommen haben wie weiland die Mudschaheddin in Afghanistan. Denn das ist das eigentliche Ärgernis. Rußlands Präsident hat ordentliche »Ordnungskriege« im Nahen Osten verhindert. »Putin hält seine schützende Hand über das iranische Regime und über Syriens Diktator Baschar Al-Assad.«

FAZ: „TV-Kritik: Anne Will: Gibt sich Putin mit der Krim zufrieden?“

TV-Kritik: Anne Will: Gibt sich Putin mit der Krim zufrieden? – FAZ.NET-Frühkritik – FAZ

Auf der Krim hat Putin das Machtspiel längst gewonnen, glauben die Gäste bei Anne Will. Nun sind die Russland-Versteher gefragt: Ist die Abspaltung der Halbinsel erst der Anfang?

Die epische Länge des Textes und der Vorname seines Autors – Julian – deuten auf einen halbflüggen Zeilengeldschreiber hin, der von den neoliberalen FAZ-Obrigkeiten zu nächtlichem Fernsehgucken und Bloggen verknastet worden ist und der nun diese Obrigkeiten und sein Publikum durch die völlig ausgenudelte Schweinchen-Schlau-Schreiber-Marotte „XY-Versteher“ (ungefähr auf der Stilebene und von der Originalität wie „Warmduscher“) milde stimmen will.

Bei allem gelegentlichen Unmut über von den Medien herbeigezauberte „Experten“ für irgendwas: Ich traue Frau Krone-Schmalz in der Tat schon zu, mehr von Rußland zu verstehen als nun ausgerechnet Philipp Mißfelder. Und an diesem Verständnis fehlt es in der Tat im Westen bitter.

NachDenkSeiten: „Sind die NachDenkSeiten zu ‚abgehoben‘? Eine Frage, die uns beschäftigen muss.“

ndsSind die NachDenkSeiten zu „abgehoben“? Eine Frage, die uns beschäftigen muss. | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Gestern Abend kam folgende E-Mail und ein Gedicht des Absenders: „Ich lese täglich die Nach Denk Seiten mit großer Erwartung kritischer Stimmen zum aktuellen Zeitgeschehen. Dabei ist mir aufgefallen, das diese Plattform ein Format trägt, dass einen, ich möchte sagen, sehr hohen Intellekt voraussetzt. Wenn die Nach Denk Seiten möglichst viele zum Nachdenken anregen sollen, müssten sie als Sprachrohr der zivilen Kritik sich auch den Massen öffnen. Themenbeiträge, mit geballtem Fachwissen voll gestopft oder in Englisch sind da nicht gerade förderlich. Es sei denn, dass die Macher dieses Portals in einem Club der Besserwisser unter sich bleiben wollen. Mir ist jedenfalls nicht gelungen, andere, die ich durchaus als Kritiker am aktuellen Politikkurs einschätze, von diesem Informationsangebot zu überzeugen.
Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, um ihnen meinen in ein Gedicht verpackten Eindruck vom politischen Zeitgeschehen mitzuteilen.“

Ich habe denen gerade aufforderungsgemäß eine E-Mail geschrieben, und zwar dieses Inhalts:

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junge Welt: „Kampfauftrag aus München“

03.02.2014: Kampfauftrag aus München (Tageszeitung junge Welt)

Es blieb Mainstreammedien wie Spiegel, FAZ und Welt vorbehalten, den Münchner Aufbruch zu neuen Ufern enthusiastisch zu bejubeln und die pathetischen Politikerphrasen ins Deutsche zu übersetzen: Mehr Bundeswehr-Soldaten als bisher auf mehr Kriegsschauplätzen. Aber, so mäkelte Christiane Hoffmann am Sonntag in der Onlineausgabe des Spiegel: »Der große Sprung nach vorn ist das noch nicht. Gleichzeitig geht das Morden in Syrien weiter, der Konflikt in der Ukraine eskaliert. Hier wird die deutsche Außenpolitik beweisen müssen, daß sie ihren Worten Taten folgen läßt.«

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NachDenkSeiten: „Die unglaubliche Aggression so genannter seriöser Medien gegen die Open-Petition zu Lanz verlangt eine Antwort: Die Petition über die 300.000 Marke heben!“

Die unglaubliche Aggression so genannter seriöser Medien gegen die Open-Petition zu Lanz verlangt eine Antwort: Die Petition über die 300.000 Marke heben!  | NachDenkSeiten – Die kritische Website

Die Argumente und die Verve und der Schneid Albrecht Müllers überzeugen mich hier, vor allem auch die Zitate – ich habe das nun auch unterschrieben, trotz einiger Bedenken wegen des Anlasses und auch wegen des sprachlichen Stils der „Petition“:

Hier.

junge Welt: „Putsch in Westukraine“

25.01.2014: Putsch in Westukraine (Tageszeitung junge Welt)

Faschisten stürmen Behörden und zwingen Gouverneure zum Rücktritt. Fernsehsender ruft Demonstranten zur Bewaffnung auf

[...]

Aufnahmen aus Tschernowcy zeigen in der Menge die rot-schwarzen Fahnen der faschistischen Gruppe UNA-UNSO.

Deren Fahnen waren auch auf den MSM-Aufnahmen vom „Maidan“ (=Platz der Oktoberrevolution) schon zur Genüge zu sehen. Nur waren die BRD-KommentatorInnen erkennbar zu blöd, sie zu erkennen.

Ich hatte mit diesen in der Tradition der UPA stehenden UNA-UNSO-Typen vor vielen Jahren aus, je nun, „anderen Gründen“ mal flüchtig zu tun und kann vor ihnen nur warnen: Wenn es in Europa heute noch hirnvernagelte Faschisten der allergeistesschwachsten Sorte gibt, dann die – also das Hauptaktiv der „Maidan“-Demonstranten.

Was soll mit der Ukraine nun werden? Der Ostteil gehört selbstverständlich zu Rußland – aber es muß verhindert werden, daß der Westteil ein faschistischer Staat à la Ungarn oder eine Marionette der Murkel-BRD wird.

faz.net – Artikel auf einer Seite (Lena Bopp; Carla Bruni)

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:freu:

neues deutschland: „Das Verhältnis zwischen Fans und Polizei ist eskaliert“

17.01.2014: Das Verhältnis zwischen Fans und Polizei ist eskaliert (neues-deutschland.de)

Der bundesweite Fankongress in Berlin will Auswege diskutieren – gern mit Vertretern von Sicherheitsbehörden, wenn sie denn kommen

Sehr substanzreicher, interessanter Artikel – es geht vor allem auch um Schalke und Union Berlin. Und man fragt sich wirklich, ob man noch irgend etwas aus einer „Polizeimeldung“ glauben soll – da sind in den letzten Wochen einfach ein paar Enten zuviel aufgeflogen.

Solch ein Verlauf sorgt dafür, dass Fußballfans in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf genießen. Und auch, dass aus einer kleinen Zahl von gewaltsuchenden Fans in der breiten Wahrnehmung oft eine große Masse wird. »Die Polizei ist mit ihren Pressestellen immer sehr schnell dabei, eine fertige Präsentation des Ablaufs zu liefern«, berichtet die Rechtsanwältin Anna Luczak vom Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV). Damit verbindet sie auch eine »Medienkritik«. Dass Polizeimeldungen oft ungeprüft von Agenturen, Zeitungen und Internetseiten übernommen werden, ist traurige Praxis.

faz.net paginiert

paginSo, nun paginieren sie auch auf faz.net ihre Artikel (Beispiel) – ohne auch nur einen Link zur Gesamtansicht anzubieten, was viele Nicht-Aussätzigen-Sites, die den Paginierungs-Unfug mitmachen, immerhin noch tun (z.B. die SZ). Nach der fortschreitenden Boulevardisierung, Verflachung und öde-netzigen Dementisierung dieses Mediums (und nicht nur der immer schon schmuddeligen FAS) in letzter Zeit ist nun wohl der Punkt erreicht, da faz.net aus der Reihe der zitablen Medien ausscheidet.

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NachDenkSeiten „30 Jahre Kommerzfernsehen – Der Niedergang des wirkmächtigsten Mediums“

nds_neu30 Jahre Kommerzfernsehen – Der Niedergang des wirkmächtigsten Mediums | NachDenkSeiten – Die kritische Website

In Eile: Exzellenter, (besonders) langer Text von Wolfgang Lieb – ich stimme dem Zitierten von Herzen zu, gerade auch den Bemerkungen zum neoliberalen „Bildungs“-System.

Absolut richtig: Privates Drecks-Fernsehen und Klipp-Pauk-Schulsystem sind als einander ergänzende Aspekte (neben zahlreichen anderen) der neoliberalen Republik der Angst zu sehen.

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FAZ (Feuilleton): „30 Jahre Privatfernsehen: Ich bin ein Sender – Holt mich hier raus!“

30 Jahre Privatfernsehen: Ich bin ein Sender – Holt mich hier raus! – Medien – FAZ

Vor dreißig Jahren startete das Privatfernsehen in Deutschland. Wo steht es heute? Die Bilanz zeigt wenig Licht und viel Schatten.

Immer noch reichlich liebedienerischer Artikel von Michael Hanfeld – und so sicher wie das Amen in der Kirche läßt sich die FAZ eine Gelegenheit, den Öffentlich-Rechtlichen am Zeug zu flicken, nicht entgehen.

Die Einführung der „Daily Soap“, der Telenovela, der Castingshows und von „Big Brother“ geht auf das Konto der Privatsender, aber ebenso Harald Schmidt mit seiner unnachahmlichen Late Night und Günther Jauch mit „Wer wird Millionär?“

Unterm Strich also: welch ein Gewinn für’s Vaterland! :roll:

:übel:

FR: „Skiunfall Michael Schumacher: Reaktionen zu Schumachers Unfall“

Skiunfall Michael Schumacher: Reaktionen zu Schumachers Unfall | Meinung - Frankfurter Rundschau

Ob platte Schuldzuschreibung oder große Anteilnahme – der Skiunfall von Michael Schumacher ist das beherrschende Thema der vergangenen Tage.

nds_msUnd auch die aus der Weihnachtspause zurückgekehrten NachDenkSeiten nehmen sich des Themas „Presserummel um den verunfallten Schumacher“ an – und zwar in einem typischen Text von Wolfgang Lieb: gründlich, faktenreich, solide und erschöpfend einerseits, ein bißchen borniert, pingelig und beflissen andererseits. Es schreibt da wirklich erkennbar ein Schwabe.

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FAZ.net (AFP): „Syrien: Assad setzt in Aleppo TNT-Bomben ein“

aleppo4Syrien: Assad setzt in Aleppo TNT-Bomben ein – Ausland – FAZ

Die Opferzahl werde vermutlich steigen. Nach Angaben des oppositionellen Pressezentrums in Aleppo setzte die Luftwaffe äußerst zerstörerische, mit dem Sprengstoff TNT gefüllte Bomben ein.

Fragt sich, womit Assads Soldaten ihren Bomben denn sonst füllen sollen, wenn nicht mit TNT, um in den Augen der AFP-Korrespondentin und der FAZ.net-Wochenends-Praktikantin Gnade zu finden… Mit Dihydrogenmonoxid (DHMO) vielleicht?

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FAZ: „In eigener Sache: F.A.Z. erscheint jetzt noch früher“

In eigener Sache: F.A.Z. erscheint jetzt noch früher – Aktuell – FAZ

Den E-Paper-Abonnenten steht somit die aktuelle Ausgabe der F.A.Z. jetzt eine Stunde früher als bisher auf all ihren Endgeräten zur Verfügung. Der Leser kann nun Artikel, die er beispielsweise auf dem iPad begonnen hat, auf dem iPhone zu Ende lesen.

k:D

Hähä, sie rudern und rudern und kriegen doch keine neuen Abonnenten!