Winds of War
Man fragt mich gerade per E-Mail, ob mir heroische Musik, Märsche, Kampflieder aus der spartanisch-sozialistischen Frühzeit des Staates Israel bekannt seien.
(selbsterklärend)
Man fragt mich gerade per E-Mail, ob mir heroische Musik, Märsche, Kampflieder aus der spartanisch-sozialistischen Frühzeit des Staates Israel bekannt seien.
Ein wunderschönes, mitreißendes Militär-Lied, zu empfehlen insbesondere auch zur Untermalung von Leibesübungen und zu ihrer Anspornung: Les africains. Angeblich soll das auch im August 1944 bei der Landung in der Provence gesungen worden sein, ich weiß aber nicht mehr, wo ich das gelesen habe, irgendwo im Web. Einerlei:
Bevor jemand einen dummen Spruch macht oder auch nur auf einen dummen Gedanken kommt: es handelt sich bei den beiden neuen Pferdchen im Banner nicht primär um eine Anspielung auf das Niedersachsenroß. (Obwohl die Assoziation natürlich auch beabsichtigt ist.)
Das ist aus dem Bild „Cavalli in riva al mare“ des von mir sehr geschätzten Giorgio de Chirico, eines meiner Lieblingsmaler. Ich mag seine Schatten.
De Chirico und Hopper, das sind die beiden Maler unserer Tage, die ich seit einiger Zeit am liebsten sehe.
Zur spätkarfreitäglichen Erbauung ein Video: die Spanische Legion, Schrecken der Kommunisten im Bürgerkrieg, bei ihrer Paraden-Prozession. Raistlin hatte das vor Zeiten auf Konjuktiv 2 eingebaut, und ich finde es immer wieder hinreißend.
Sie singen ihr Lied, das berühmt-berüchtigte „El novio de la muerte“ – „Der Bräutigam des Todes“:
Ich bin ein Mann, den das Schicksal
Mit ehernen Klauen gezeichnet hat.
Ich bin ein Bräutigam des Todes,
Der sich mit seiner tödlichen Gefärtin
in festen Banden vereinen wird.
Und man beachte: Sie müssen den Patio mit einem Arm hochstemmen, auch das ein fesches Detail
.
Der Verlust Neufrankreichs – welch ein Tränendrüsendrücker. (Keine Angst, bitte, ich mach’s kurz, schon um frei_seins Nerven zu schonen, der sich das alles schon mehrmals anhören mußte.) Nur habe ich halt vor einiger Zeit dieses Video zu dem Lied „1763″ der RIF-Gruppe „Trouble Makers“ gefunden – das Lied handelt vom großem Trauma der Quebecker, also vom Vertrag von Paris 1763 und damit von der Abtretung an England.
Welch ein Epos! Die ersten Zusammenstöße Mitte der 50er im Ohio-Tal. Die Siege der tapferen und landeskundigen Franzosen und ihrer indianischen Verbündeten gegen die englische Übermacht. Der schiere zahlenmäßige Druck durch die explodierende englische Bevölkerung. Die Vernachlässigung durch den Hof in Paris – es werden gar die Neuansiedlungen gestoppt.
Zurück von einer Kommandirowka in den Osten. So schnell beklage ich mich nicht mehr darüber, daß die Landschaft in Niedersachsen schon vollends von Windkraftanlagen entstellt sei. Es geht noch erheblich schlimmer. Was man in Sachsen-Anhalt in dieser Hinsicht verbrochen hat, habe ich hier noch nicht gesehen. Vom Zug aus sieht man in der Magdeburger Börde Zusammenrottungen von buchstäblich Hunderten diese bösartigen und ganz und gar abscheulichen Maschinen-Wesen. Schauderhaft. Man phantasiert sich einen Titanen herbei, der da mit einer Riesen-Motten-Klappe wieder und wieder zuschlüge.
Nachtrag: Mir ist ferner aufgefallen, daß in diesen großen Haufen ein erheblicher Anteil der Einzelwesen trotz anscheinend merklichen Windes die Flügel gar nicht bewegt hat…
Die Älteste Tochter scheint auf allen möglichen Gebieten immer noch gewisse opake, schwer nur durchschaubare Sonderrechte ihr eigen zu nennen, scheint sich eines außergewöhnlichen Wohlwollens numinoser Mächte zu erfreuen, scheint gerade in den ganz wichtigen Dingen eine Art Segens-Stein im Brett zu haben. In welchem mittel- oder nordeuropäischen Land gäbe es das heute noch: Eine Sängerin stellt in einer Hommage an ihre (regionale) Heimat zunächst einmal klar, daß die eigenen Leute – blond und blauäugig sind. Und keinen scheint’s zu stören, das Lied wird ein Hit.
Ich mag das sehr, seit ich es so um 2003 herum zum erstenmal gehört habe.
… zur Einstimmung auf die nun ganz drohend bevorstehende und fast schon angebrochende neue Woche.
♦ Auf WDR 3 in eine Wiederholung dieses Störtebeker-Zweiteilers von vor so einem guten Jahr reingerutsch. Nach drei Minuten ausgeklinkt: es ist von „300 Seemeilen“ die Rede. Eine Seemeile sind 1,83 km, also eine Bogenminute der nautischen Breite, also das Sechzigstel des Abstandes zwischen zwei Breitengraden. Nicht schlecht, das im späten 14. Jahrhundert gewußt zu haben. (Ich weiß, das ist jetzt schulmeisterliche Rechthaberei, aber man kann Historienfilme, in denen solche Lapsus vorkommen, einfach nicht anschauen.)
♦ Auf welt.de eine Reportage über Hannover-Linden. Das ist das verzeckteste Studenten-, Türken und Arbeitslosenviertel hier. War schon immer links. Seitdem das 1929 doch noch eingemeindet wurde (vorher das größte „Dorf“ im Staate „Preußen“), ist hier Hopfen und Malz verloren.
♦ König Beatrix der Niederlande ist siebzig Jahre alt geworden. Heute im FAZ-Feuilleton ein sehr schöner Artikel von Schümer dazu, der insbesondere klarstellt, wie konsequent unvolkstümlich, hoheitlich und konservativ – es drängt sich hier einfach auf zu sagen: „unholländisch“ – sie ihr Amt führt. Gut und schön. Bis a hundertzwanzich!
♦ Don Felipe ist vierzig geworden, Glückwunsch.
♦ Warum sieht man immer wieder und recht häufig türkische oder sonstwie moslemische (also: kopftuchtragende) Walkerinnen mittleren Alters auf der Herrenhäuser Allee? Das bleibt rätselhaft. Türkische Läufer sieht man übrigens ganz selten, Ausdauersport scheint deren Sache nicht zu sein.
Bäh, was für ein nervenzehrender Wind in den letzten Tagen. Nicht sehr stark, aber ganz unausgesetzt und namentlich beim Laufen ganz scheußlich. Es hat nicht einmal etwas Heroisches, dagegen anzulaufen.
Es ist ein Anti-Föhn. Ostnordost, leicht, kalt, feucht, fein, schmallippig. Eine norddeutsche Nervensäge. Dazu unpräziser Hochnebel, der zwar tagsüber ein auf den ersten Blick schönes mildes Licht gibt, das dann aber auch irgendwann fast bösartig wirkt.
Vorhin gegen neun gelaufen, schon zum zweiten Mal in diesem Jahr in langer Hose (und das bei kaum minus 1 Grad), zum vierten Male schon mit langen Ärmeln. Aber dieser Wind ist sooo blöd.
Und keineswegs nur, damit jetzt auch jeder das lustige Wortspiel ganz versteht, erlaube ich mit hier, auf die schönen adventszeitlichen Antiphonen im Blog von KJ hinzuweisen.
Ich habe gerade das Bedürfnis dieses wunderhübsche Video irgendwo einzubinden, und da ich das in dem „Music of the Moment“-Strang von Konjunktiv 2 schon vor nicht allzu langer Zeit gemacht habe, mache ich es eben hier.