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Sprache und Sprachkritik. Typographie

„Eine kleine Geschichte Indiens“ 2 – zu Ferguson

Tharoor - Geschichte Indiens 2Es paßt gerade wie die Faust aufs Auge… Wenn man in Indien damit klarkommt, daß es 36 wechselseitig unverständliche Sprachen, die jeweils von mehr als einer Million Nasen gesprochen werden, gibt (plus eine Unzahl von Dialekten) und daß der Regierungschef die „Nationalsprache“ nicht beherrscht – dann wird die EU gewiß auch die Tatsache überleben, daß man in ihr auf 23 Arten „Danke“ sagen kann. Bei allem Respekt vor Ferguson, der ein kluger Mann ist.

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Presseurop [Il Sole-24 Ore]: „Das europäische Projekt ist gescheitert“

Europatag : Das europäische Projekt ist gescheitert | Presseurop.eu: Europäische Nachrichten, Cartoons und Presseschau

Die Europäische Union begründet sich auf wirtschaftliche, politische und geopolitische Kriterien, nach denen man sie auch beurteilen sollte. Das Urteil des englischen Historikers Niall Ferguson ist gnadenlos.

[...]

In der Europäischen Union gibt es dreiundzwanzig Arten, Danke zu sagen. Schon allein deswegen musste das europäische Experiment in einem Fiasko enden. Erinnern Sie sich noch, wie Sie als Kind mit einem Chemiebaukasten herumexperimentierten? Sie haben sicher eine Chemikalie nach der anderen zusammengeschüttet, in der Hoffnung, dass es irgendwann explodiert. Genau das ist in Europa geschehen. Es begann mit sechs, aber das war nicht genug. Es wurden neun… nichts passierte. Bei zehn rauchte es ein bisschen, mehr aber nicht. Zwölf… nichts geschah, fünfzehn… immer noch nichts. Bei fünfundzwanzig fing es an zu brodeln. Bei siebenundzwanzig… dann die Explosion!

k:D

FAZ (Technik): „Unimog: Neuauflage mit 65″

Unimog: Neuauflage mit 65 – Auto & Verkehr – FAZ

Der Unimog ist ein sonderbares Gefährt. Mit ihm lassen sich Arbeiten erledigen, von denen viele gar nicht wissen, dass es sie gibt. Mehr als tausend Anbauteile gibt es für den Unimog.

Hübscher Anrißtext… (Verfaßt vom „Redakteur in der Technik und Motor“ der Frankfurter Allgemeinen Qualitätszeitung.)

taz: „Besser: Liebe N-Wörter, ihr habt ’nen Knall“

Besser: Liebe N-Wörter, ihr habt 'nen Knall – taz.de

Ganz nett und hübsch, die Angegriffenen sind aber – halb-eingestandenermaßen – im wesentlichen Berliner Kneipenpenner und provinzielle Studentenmiezen, die ohne das Internet niemanden interessieren würden. Auch die taz brauchte sie ja nicht einzuladen.

Das Credo dieser Leute, die sich etwa in der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“ organisiert haben und die beanspruchen, für alle „people of colour“ zu sprechen, wo sie in Wirklichkeit – etwa den Funktionären muslimischer Verbände ganz ähnlich – für wenig mehr als sich selber sprechen,

[...]

Die Gruppe, die die Veranstaltung auf dem taz.lab zu sprengen versuchte, war vielleicht zur Hälfte dunkelhäutig. Die andere, besonders hysterischere Hälfte bestand aus käsebleichen Student_innen* aus Hildesheim oder Heppenheim, die etwas gefunden haben, um ihr Langweilerleben aufzupeppen und die sich lange genug in Seminaren und auf politischen Veranstaltungen in „Selbstpositionierung“ geübt haben

:-D

Wikipedia: „Lutherbibel [1984]“

Lutherbibel – Wikipedia

Die Mitarbeiter der 1984er Revision entdeckten besonders den Satzbau Luthers als konstitutives Element seiner Übersetzung. Luthers oft einprägsame, rhetorisch geschliffene Sätze sollten nicht unnötig in zwei oder drei kürzere Sätze zerschlagen werden: es hatte sich gezeigt, dass das Auflösen längerer Sätze nicht zwangsläufig eine größere Verständlichkeit zur Folge hatte.

:!:

(Auch ansonsten ist das ein recht gut gelungener Wiki-Artikel…)

OCR unter Linux – mit Tesseract, YAGF und XSane

TesseractIch weiß nicht, seit wann es geht, vermutlich geht es schon länger, aber zumindest ich merke es erst jetzt: Es geht! Funktionierende, praktikable Texterkennung unter Linux! Endlich! :freu: Also eine OCR (Optical Character Recognition = Texterkennung), bei der das Korrigieren des Textes nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt als es gekostet hätte, ihn abzutippen!

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FAZ (Wirtschaft): „Politisch korrektes Deutsch: Sozialverbände wollen ’soziale Unwörter‘ zensieren“

Politisch korrektes Deutsch: Sozialverbände wollen „soziale Unwörter“ zensieren – Wirtschaftspolitik – FAZ

Die Armutskonferenz will „soziale Unwörter“ aus dem Sprachgebrauch verbannen. Das Bündnis diverser Sozialverbände hat dazu eine Liste mit 23 abwertenden Begriffen erstellt. Nach Ansicht der Sprachwächter sind selbst Worte wie „alleinerziehend“ oder „arbeitslos“ diskriminierend.

Da hier semi-staatliche, „deutsch-korporatistische“ Institutionen agieren, finde ich den Begriff „Zensur“ zwar immer noch nicht passend, aber immerhin auch nicht ganz so unangemessen wie bei den allermeisten seiner ungezählten Verwendungen „im Internet“.

Ob man den ursprünglich aus dem amerikanischen Englischen stammenden, aber seit seiner Etablierung im Deutschen vor vielleicht zwei Jahrzehnten eigentlich nur von Rechten oder aber als Notbehelf verwendeten Begriff „politisch korrekt“ in der Überschrift einer seriösen Zeitung sehen mag, ist eine weitere Frage.

Und es war sonnenklar, daß der „Migrant“ bzw. der „Migrationshintergrund“ sehr bald selbst auf die sprachliche Abschußliste kommen würde, nicht wahr? Das ist eben die Macht des Faktischen.

Welche Bezeichnung am Ende für Nichtdeutsche und Zugewanderte überhaupt noch verwendet werden darf, bleibt Geheimnis der Autoren.

:-D

Ich hatte als Zivi phasenweise mit „Behindertentransport“ zu tun, und mir wäre nicht erinnerlich, daß irgend jemand – Transporteure oder Transportierte – den Begriff „Transport“ als diskriminierend namhaft gemacht hätte. Wäre mir auch nie ein- oder aufgefallen. „Public transport“ heißt der ÖPNV auf englisch, und da werden auch Menschen befördert, nicht wahr? Ferner: „Truppentransport“. Na, es soll ja Leute geben, die auch den anderen Wortbestandteil, also „Behinderter“, als diskriminierend empfinden.

FAZ: „Bundeswehr: Neue deutsche Veteranen“

Bundeswehr: Neue deutsche Veteranen – Asien – FAZ

Die Bundeswehr ist zur Einsatzarmee geworden. Doch die Deutschen zollen ihren Rückkehrern aus dem Kosovo oder Afghanistan oft wenig Anerkennung. Der Verteidigungsminister meint, da könne der Begriff des Veteranen helfen. Ausgerechnet die Grünen beschäftigen sich als Erste mit der Idee.

Ich bin mir ad hoc nicht ganz sicher, aber ich empfinde das Wort „Veteranen“ als nicht besonders „deutsch“, jedenfalls nicht, was das 20. Jahrhundert angeht. Nach dem Ersten Weltkrieg hieß es „Stahlhelm – Bund der Frontsoldaten“ – und eben nicht „Veteranenbund“ o.ä. Es hieß „Wehrverbänden“ und nicht „Veteranenverbände“. Und nach dem Zweiten Weltkrieg hieß es „Kriegsversehrte“, „Kriegsheimkehrer“ – oder eben gar nichts.

Natürlich wurde „Wehrmachtsveteranen“ verstanden, aber es war im Gegensatz zur Meinung dieses Grünen mit Vornamen „Tom“ kaum allgemein gebräuchlich.

„Veteranen“ klingt für mich angelsächsisch – und vor allem russisch. „Dorogie veterany…“ als rosarotes Transparent am 9. Mai über der Straße, ich erinnere mich… „veterany“ hier, „veterany“ da.

Und noch das hier:

Der Veteranenbund [eine obskure Privatorganisation, K.B.] hat inzwischen eine ganze Liste an Wünschen parat, in deren Erfüllung sich die Anerkennung der Gesellschaft spiegeln würde: die Berufung eines eigenen Veteranenbeauftragten durch den Deutschen Bundestag, die Gründung einer Veteranenfürsorgestelle, die Ausgabe eines Veteranenausweises, der dann womöglich auch Vorteile im Alltag (Ermäßigungen im Nahverkehr oder bei Eintrittspreisen) brächte.

:-D

Hähä, ja, und am besten noch werden sie in Warteschlangen bevorzugt abgefertigt, wie früher in der SU! Ich möchte wetten, daß die Leute, die das ausgeknobelt haben, aus der Ex-DDR stammen. ;-)

Begeistertes Edit: Das „Asien“ im Titel („Title-Tag“) des FAZ.net-Artikels war mir gar nicht aufgefallen – es war anders gedacht, paßt aber. :-D

FR: „Kolumne Sexismus: Liebe Damenspende!“

Kolumne Sexismus: Liebe Damenspende! | Meinung - Frankfurter Rundschau

Mely Kiyak hat nachgeschaut, was eigentlich eine „Tanzkarte“ sei, und probiert es auch ansonsten mit Etymologie.

Ich ärgere mich geradezu ein bißchen, daß diese Frage nicht auch meine Neugierde geweckt hat – sicher, weil mir die ganze Affäre und die sich anschließende „Debatte“ zu lächerlich und unerfreulich schien.

Also, was eine Tanzkarte sei/war (und was auch Brüderle und die Stern-Mieze offenbar ebenfalls nicht gewußt haben) kann man in dem verlinkten Artikel oder auch hier erfahren.

Neger sehen Hexen, Seen säen Saaten – so sähen wir es

HakaDie „Debatte“ um die Tilgung von rassistischen Begriffen in Neuausgaben von Kinderbuchklassikern ist fast schon wieder vorüber – die Spiegelleser sind mit einem Aufschrei schon mit dem nächsten Winterlochs-Aufreger befaßt. Dennoch hier einige Punkte dazu.
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Jungle World: „Gute Hexe, böse Hexe – Lest euren Kindern andere Bücher vor!“

taz: „Political Correctness in Kinderbüchern – Zensur oder richtig? Modernisierte Klassiker“

Political Correctness in Kinderbüchern – Zensur oder richtig?: Modernisierte Klassiker – taz.de

Man bekommt von diesem Autoren nicht oft einen angemessenen Kommentar zu sehen – dieser hier ist es meines Erachtens.

Gottes Artikel

Es scheint mir immer noch etwas weniger peinlich, seinem Blag beizubringen, es heiße „das Gott“, als ihm eine süddeutsch-obskurantistische Floskel wie „der liebe Gott“ einzutrichtern. „Der liebe Gott“, das klingt so bajuwarisch-abergläubisch und unbeholfen-katholisch wie „das Christkind“.

„Gott“ steht ohne Artikel – und fertig. Es ist ein männliches Substantiv und hat mithin ohnehin die gleichen Rektionen wie ein sächliches Substantiv: „Gott und seine Stellvertreter“… Personalpronomen ist natürlich „er“.

Überhaupt will mir nicht einleuchten, warum man seine Kinder – zu Weihnachten oder sonstwann – mit derlei Unfug behelligen sollte.

WDR (ZeitZeichen): „20. Dezember 1812 [200]: Die Erstausgabe der Grimmschen ‚Kinder- und Hausmärchen‘ erscheint“

WDR 3/WDR 5 ZeitZeichen: 20. Dezember 1812: Die Erstausgabe der Grimmschen „Kinder- und Hausmärchen“ ersc

Ein wichtiges, rundes Jubiläum – und eine schöne, gehaltvolle und interessante Sendung. Hörenswert!

Interessant unter anderem, was diese Puppenspielerin zur Verständlichkeit der Sprache der Märchen für Kinder zu sagen hat – daß man diese Sprache nämlich tunlichst nicht vereinfachen, „verständlicher machen“ solle.

Ich habe mir die Märchen übrigens in einer kritischen Ausgabe vor einigen Jahren zu Weihnachten schenken lassen, sie aber nicht systematisch gelesen. Vielleicht sollte man das gelegentlich nachholen.

Und nein, das Erscheinungsdatum im Jahre 1812 hatte noch nichts mit dem „Weihnachtsgeschäft“ zu tun. ;-)

Edit: Sehr interessant dazu auch Tilman Spreckelsen im FAZ-Feuilleton – man störe sich nicht an dem Aufhänger mit der dummen Kuh Kristina Schröder, sondern lese einfach weiter…

Heute vor zweihundert Jahren erschien das meistübersetzte, meistverbreitete Werk deutscher Sprache: die Märchen der Brüder Grimm. Soll man sie Kindern noch vorlesen?

FAS: „Die Sprache der Hobbits: Sag es auf Sindarin – Kino“

Die Sprache der Hobbits: Sag es auf Sindarin – Kino – FAZ

Tolkien schuf seine Sprachen nicht für sein Erzählwerk, sondern umgekehrt. Aber darf man auch jenseits von Mittelerde damit hantieren? Ein Blick auf die Philologie des Elbischen.